11.08.2019 - 14:38 Uhr
Eckendorf bei NabburgOberpfalz

Auf der Suche nach der regional besten Kartoffelsorte

Die Kartoffelbauern in der Oberpfalz sind immer auf der Suche nach der besten regionalen Sorte. Wichtige Informationen dazu gibt es bei der Kartoffelführung in Eckendorf.

Theresia Addokwei vom Amt für Landwirtschaft Regensburg erklärt die Sorten.
von Richard AltmannProfil
Theresia Addokwei (rechts) vom Amt für Landwirtschaft Regensburg erklärt den Kartoffelbauern die Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten.

Auf einer Fläche der Landwirtsfamilie Graf in Eckendorf wurde im April ein Versuchsfeld mit 24 Kartoffelsorten angelegt. Diese sind bedeutsam für die Erzeugergemeinschaften Neunburg/Nabburg, Stulln, Waldau, Eslarn und Floss. Die Sortenschau lag in Händen von Theresia Addokwei vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Regensburg. An der Sortenschau in Eckendorf haben 35 interessierte Landwirte teilgenommen sowie Adolf Kellermann von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising, Josef Irlbacher (Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Stulln) und Erzeugerringberater Sebastian Betz.

Vorgestellt wurden 24 Kartoffelsorten, 17 Speise- und sieben Chipssorten. Davon werden erstmals vier Sorten des tschechischen Züchters VESA geprüft. Inspiriert vom Klimawandel wurden vier Süßkartoffelsorten als Demoanlage von Josef Bachl-Staudinger, Mitarbeiter von Theresia Addokwei, präsentiert. Sie stießen auf großes Interesse bei den Kartoffelbauern.

Nach dem Trockenjahr 2018 ist die Lage 2019 alles andere als entspannt. Im Monat Juli zeigte sich die mittlere Oberpfalz mit deutlich negativer Wasserbilanz von minus 86,9 mm pro Quadratmeter. Obwohl der etwas kühlere und feuchte Mai Entspannung brachte, wurde dies vom trockenen und überdurchschnittlich heißen Juni mit minus 127 mm aufgezehrt. Eine zusätzliche Bewässerung wäre nötig, diese fehlte aber. Die Kartoffeln wurden Mitte April unter besten Bedingungen gepflanzt. Die Vorfrucht war Winterroggen. Die Düngung erfolgte in erforderlicher Weise. Die Regulierung von Krankheiten und Schädlingen war minimal, sagte Theresia Addokwei.

Ziel des Versuches ist die Beurteilung der Sorten hinsichtlich der Resistenzen, Anbaueigenschaft, Qualität und des Ertrags unter nachhaltigen Bedingungen. Diese Informationen sind für den Landwirt, den Handel und auch den Verbraucher gleichermaßen wichtig. Die Eigenschaften, Krankheiten und Merkmale der etablierten, sowie der neuen Sorten wurden besprochen. Die genaue Ernteprognose sei sehr schwierig, es werde wohl das zweite Dürrejahr in Folge für die Kartoffelbauern in der Oberpfalz werden. Ob die Erträge höher ausfallen als 2018 bleibe noch abzuwarten.

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