(aja) Haben Sie sich schon einmal gefragt, was mit ihrem Körper passiert, wenn er an Krebs erkrankt? Spürt man das berhaupt? Und welche präventiven Maßnahmen können ergriffen werden, um möglichst lange krebsfrei zu leben? – Vincent W. Wanji kennt sich aus mit einer besonders häufig vorkommenden Krebsart: dem Darmkrebs. Er ist Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung des St.-Anna-Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg und hat in seinem Vortrag in Edelsfeld die Krankheit, die Symptome und vorbeugende Maßnahmen erläutert.
Der gebürtige Kameruner hat sein Studium 2003 abgeschlossen und ist seit Oktober 2017 im St.-Anna-Krankenhaus tätig. Auf Wunsch des dortigen Fördervereins hielt der Mediziner einen Vortrag zum Thema Darmkrebsvorsorge, der sehr gut besucht wurde.
Was viele nicht wissen: Darmkrebs liegt mit etwa 59 000 Neuerkrankungen und etwa 26 000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland weit vorne auf der Rangliste der tödlichen Krebsarten. „Doch bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs zu einem hohen Prozentsatz heilbar. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen ganz, ganz wichtig“, betonte Dr. Wanji. „Die Früherkennung ist die beste Chance, Leben zu retten, das gilt insbesondere für Frauen und Männer ab 50 Jahren. Menschen mit familiärem Risiko sollten bereits früher an einem Vorsorgeprogramm teilnehmen“, so der Spezialist weiter.
Die häufigste Ursache für die Erkrankung seien Darmpolypen. Hierbei handelt es sich um Wucherungen der Darmschleimhaut, die sich ausbreiten. Doch bis aus einem winzigen Polyp, also aus der gutartigen Vorstufe (dem Adenom), wirklich Krebs (also ein Karzinom) wird, dauert es ziemlich lange. "Circa acht bis zehn Jahre", so der Chefarzt.
Auch auf die Risikofaktoren ging Dr. Wanji ein: „Fleisch und fettreiche Kost, Nikotin, und Alkohol, aber auch Diabetiker und andere Krebsarten können das Risiko erhöhen.“ Das heimtückische sei die Tatsache, dass diese Krebsart kaum spürbar ist. „Im Grunde hat man keinerlei Beschwerden. Es gibt allerdings Spätzeichen; verstecktes Blut im Stuhlgang zum Beispiel“, merkte der Chefarzt an. Wenn der Polyp schon größer ist, können folgende Symptome auftreten: Verstopfung, Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Anschließend beschrieb die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten wie Screening, Stuhluntersuchungen oder Darmspiegelung.
Um möglichst lange krebsfrei zu leben, schlug er vor, viel Obst und Gemüse zu konsumieren, auf Nikotin komplett zu verzichten und sich ausreichend zu bewegen. Des Weiteren sei die Aufnahme von vielen Ballaststoffen (mindestens 30 Gramm pro Tag) empfehlenswert. Er endete seinen Vortrag mit den Worten: „Darmkrebs ist vermeidbar, wenn Sie etwas unternehmen!“
Edelsfeld
13.06.2018 - 18:13 Uhr
Früherkennung äußerst wichtig

Vincent W. Wanji kennt sich aus mit einer besonders häufig vorkommenden Krebsart: dem Darmkrebs. Er ist Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung des St.-Anna-Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg und erläutert in seinem Vortrag in Edelsfeld die Krankheit, die Symptome und vorbeugende Maßnahmen.
aja
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