11.10.2018 - 11:59 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Gedanken an Nachbarschaftshilfe in Edelsfeld

"Zeigen Sie Gesicht und seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihre Nachbarschaftshilfe anfangs wenig Zuspruch bekommt", sagt Karin Larsen-Lion. Und sie hat damit viel Erfahrung.

Tipps in Sachen Nachbarschaftshilfe holt sich (von links) Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl von Elisabeth Ludwig (Nachbarschaftshilfe Neukirchen-Etzelwang), Karin Larsen-Lion (Nachbarschaftshilfe Pyrbaum) und Waltraud Lobenhofer (AOVE)).
von Autor AJAProfil

"Es braucht immer eine gewisse Anlaufphase", betont die Frau, die schon seit 21 Jahren eine Nachbarschaftshilfe in Pyrbaum (Landkreis Neumarkt) leitet. Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl hatte sie und zwei weitere Referentinnen zu einem Infoabend eingeladen. Dort sollte erörtert werden, ob eine Nachbarschaftshilfe in der Gemeinde Edelsfeld Sinn macht und wie am besten vorgegangen werden sollte.

Waltraud Lobenhofer informierte über Vernetzungstreffen der AOVE, die neuen Themen der Nachbarschaftshilfe liefern und wechselweise in den Kommunen stattfinden. Elisabeth Ludwig leitet seit 15 Jahren die Nachbarschaftshilfe Neukirchen-Etzelwang. Sie gab viele Tipps zum richtigen Umgang mit Menschen in Notsituationen, die tagtäglich bei ihr anrufen und ihre Hilfe benötigen. "Manchmal hilft auch einfach nur reden", meinte sie schmunzelnd.

Karin Larsen-Lion ging zudem auf rechtliche Aspekte ein und betonte dabei, dass immer alle Anfragen über die Leitung laufen müssen - aus versicherungsrechtlichen Gründen. Zudem sensibilisierte sie die Interessenten über das A und O einer Nachbarschaftshilfe: "Unser Markenzeichen ist die Schweigepflicht! Bei uns wird nicht getratscht. Menschen, die bei uns anrufen, befinden sich in einer Notsituation und brauchen unsere Hilfe."

Besonders häufig melden sich ältere Menschen, die einen Arzttermin haben und sich ein Taxi einfach nicht leisten können. "Unser Schwerpunkt ist hier eigentlich nicht die Fahrt zum Arzt, sondern das Begleiten zum Arzt. Bei uns steht der Dienst am Menschen im Vordergrund."

Für Larsen-Lion ist Teamgeist der Schlüssel zum Erfolg: "Einmal im Monat findet bei uns eine Teamsitzung statt. Wir besprechen die geleisteten Einsätze nach und suchen bei besonderen Fällen gemeinsam nach einer Lösung. Auch Ausflüge werden unternommen."

Für sie ist die Nachbarschaftshilfe "das tollste Ehrenamt, das man haben kann". Helfer könnten flexibel entscheiden, wann sie einen Dienst übernehmen und was sie tun möchten. Auch ein "Nein" werde akzeptiert und nicht hinterfragt.

Die Gemeinde Edelsfeld will in den nächsten Wochen einen Termin mit Bürgern vereinbaren, die sich an einer Nachbarschaftshilfe beteiligen möchten und dann weitere Schritte zur Gründung besprechen. Wer dabei sein möchte, kann sich jederzeit bei der Gemeinde melden.

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