13.04.2020 - 15:23 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Neues Edelsfelder Gewerbegebiet an der B 85

Den Entwurf des Bebauungsplanes, dem Gemeinderat durch das zuständige Ingenieurbüro vorgestellt, befand dieser für gut: Start frei für das neue Gewerbe-gebiet in Edelsfeld mit fast sieben Hektar.

Der Lageplan zeigt das Gebiet entlang der Bundesstraße 85 und der Kreisstraße AS 6, gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet Edelsfeld-West.
von Redaktion ONETZProfil

Bürgermeister Strehl eröffnete die letzte Gemeinderatssitzung dieser Legislaturperiode in der Schulturnhalle Edelsfeld. Zum einen wegen dieses Veranstaltungsortes, der gewählt wurde, um den Abstands- und Hygienevorschriften gerecht zu werden, und zum anderen, weil es für zwei Gemeinderäte, die nicht mehr kandidiert hatten, die letzte Amtshandlung bedeutete, fand diese Sitzung unter besonderen Umständen statt.

Altbürgermeister Werner Renner kann ganze 30 Jahre in diesem Gremium verzeichnen, Martin Wopperer 24 Jahre. Die konstituierende Sitzung im Mai wird den Rahmen für eine würdige Verabschiedung bilden.

Schon 2016 entschieden

Bereits im Herbst 2016 habe man den ersten Beschluss gefällt, damit den Grundstein für die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes gesetzt und dann erforderliche Grundstückskäufe getätigt. Im Oktober 2019 seien dann verschiedene Entwürfe vorgestellt worden, die unter anderem mit der Regierung der Oberpfalz, der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Tiefbauamt des Landkreises abgestimmt wurden. Mit dem Bauausschuss habe man sämtliche Anregungen gebündelt und in den aktuellen Vorentwurf einfließen lassen. Diesen stellte Manfred Pirner vom Ingenieurbüro Renner+Hartmann Consult GmbH detailliert vor. Das Areal auf einer bisher größtenteils landwirtschaftlichen Fläche, für die eine Änderung des Flächennutzungsplanes in einem Parallelverfahren notwendig wird, ist 6,9 Hektar groß.

Pirner beschrieb Randdaten wie Stichstraßen, einen Wendehammer mit einem Durchmesser von 25 Metern, groß genug für Sattelzüge, Anbauverbotszonen sowie die Anbindung an das öffentliche Straßen- und Wegenetz, die in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt zu erfolgen habe. Grundsätzlich solle eine Anpassung zum bestehenden Gewerbegebiet erfolgen.

Verkaufsflächen von mehr als 800 qm sowie Vergnügungsstätten, beispielsweise Spielhallen, werden als nicht zulässig ausgewiesen, und daran soll auch nicht gerüttelt werden können. Grenzabstände sind gemäß der Bayerischen Bauordnung einzuhalten.

Bei Bauweise, Farbgebung und Dachformen der Gebäude lässt man allerdings mehr Spielraum. Hier behält man sich die Abstimmung über den jeweiligen Bauantrag vor, der auch immer einen Freiflächengestaltungsplan enthalten müsse. Da das westliche Gelände stark abfällt, komme man nicht umhin, Terrassierungen zuzulassen, so wurde beim sogenannten Scopingtermin (Treffen verschiedener Behörden, um die Umweltverträglichkeit zu prüfen) festgestellt - allerdings müssten diese dann ausreichend eingegrünt werden.

Einstimmiger Beschluss

Für die Hochspannungsleitung, die über den östlichen Teil verläuft, werde der Stromversorger die Schutzzonen vorgeben. Eine noch vorhandene Ausgleichsfläche im Ökokataster in der Nähe des Sportplatzes soll so wenig wie möglich in Anspruch genommen werden. Durch eine ziemlich breite Eingrünung am Ortsrand, die sich entlang der Straßenzüge und Gewerbeflächen sowie der Kreisstraße fortsetzt, versuche man, die Ausgleichsflächen ins Gewerbegebiet zu integrieren. Dazu werde die Naturschutzbehörde noch ihr Urteil abgeben, sobald der Plan dort vorliegt.

Ein kleiner Teil des neuen Gewerbe-Areals, in früheren Zeiten eine Hausmülldeponie, stellt eine sogenannte Altlastenverdachtsfläche dar. Diese sei gerade leicht zu erkennen, da sich dort Saugkerzen zur Bodenuntersuchung befinden. Eine gewisse Schadstoffbelastung werde gemessen, aktuell gehe man aber davon aus, dass nichts entsorgt werden muss und auch über diese Fläche gebaut werden darf, ergänzte Bürgermeister Strehl.

Der Start für den Kreuzungsumbau AS 6/B85 sei nach letztem Stand für nächstes Jahr angesagt. Der Verlauf der verschiedenen Leitungen und Rohre für das Gewerbegebiet sollte daher möglichst schnell festgelegt sein, womit sich die Dringlichkeit dieses Beschlusses erklärte. Zur Bodenbeschaffenheit klärte Manfred Pirner auf, dass bei Baugrunduntersuchungen keine Auffälligkeiten festgestellt wurden.

Die Entwässerung werde zweigeteilt erfolgen, im östlichen Bereich über einen bestehenden Regenrückhalteteich zur Kläranlage. Für den nordwestlichen Teil ist dagegen ein neues Regenrückhaltebecken geplant. Das Regenwasser wird dann über einen Graben Richtung Ockergraben abgeleitet. Mittels einer Anbindung an die Druckleitung von Schnellersdorf kommend soll das Schmutzwasser entsorgt werden.

Nachdem eine Frage zur Lage der Zufahrten geklärt worden war, beschloss das Gremium einstimmig die Aufstellung und die Billigung des qualifizierten Bebauungsplanentwurfes mit integrierter Grünordnung für das "Gewerbegebiet West, Bauabschnitt V" inklusive Änderung des Flächennutzungsplanes.

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