Die Pläne für das neue Lkw-Werk von Daimler Truck im tschechischen Cheb (Eger) werden konkreter: Das Unternehmen will Anfang 2027 mit dem Bau beginnen, der Produktionshochlauf soll dann ab Ende des Jahrzehnts beginnen, teilt eine Sprecherin von Mercedes-Benz-Trucks auf Anfrage von Oberpfalz-Medien mit.
Auch zur geplanten Belegschaft macht Daimler Truck nun weitere Angaben. Die gezielte Personalakquise soll 2027 beginnen. Dabei sollen ausdrücklich auch Arbeitskräfte aus der Region um Cheb – und damit auch aus der Oberpfalz – angesprochen werden. Bereits jetzt können Interessierte über ein Portal ihren Lebenslauf hinterlegen.
25.000 Lastwagen im Zweischichtbetrieb
Insgesamt sollen in Cheb gut 1000 Arbeitsplätze entstehen. Gesucht werden unter anderem Mitarbeiter für die Fertigung sowie für IT, Qualitätskontrolle und Instandhaltung. Die neuen Mitarbeiter sollen entweder in anderen Daimler-Truck-Werken oder direkt in Cheb auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. In der Aufbauphase sollen außerdem Beschäftigte von anderen Standorten, die Sprecherin spricht von „Experten“, in Cheb mitarbeiten. Sobald das Werk läuft, soll ihre Zahl aber deutlich sinken. Ziel sei es, möglichst schnell ein starkes lokales Team aufzubauen, das den Standort dauerhaft betreibt.
Geplant ist laut der Sprecherin, dass das Werk nach und nach den Betrieb aufnimmt. Auch die Beschäftigten werden schrittweise eingearbeitet, während die Produktion Stück für Stück hochgefahren wird. Der Standort ist nach aktuellen Planungen auf eine Produktionskapazität von rund 25.000 Lastwagen pro Jahr im Zweischichtbetrieb ausgelegt.
Gerüchte, wonach Daimler Truck selbst gezielt Wohnungen für Beschäftigte in Deutschland suche, bestätigt das Unternehmen nicht. „Unseren Mitarbeitenden steht es frei, ihren Wohnort selbst zu wählen“, erklärt die Sprecherin. Man schließe aber nicht aus, dass auch Wohnungen auf der deutschen Seite für Beschäftigte von Interesse sein könnten.
Stadtratsliste gegen das geplante Industriegebiet
Ganz unumstritten ist die Ansiedlung in Cheb nicht, in der Stadt gibt es deutliche Vorbehalte gegen das Großprojekt. Bei der Stadtratswahl tritt sogar eine Liste an, die die Ablehnung des geplanten Industriegebiets ausdrücklich im Namen trägt. Daimler Truck will in den kommenden Jahren einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag in den Standort investieren. Auf einer Fläche von rund 80 bis 90 Hektar im Industriepark von Cheb sollen künftig Lastwagen mit konventionellen und alternativen Antrieben montiert werden. Details zur Produktion nennt das Unternehmen derzeit noch nicht. Mehrere Jahre vor dem Produktionshochlauf sei es dafür noch zu früh, heißt es.
Bereits im Frühjahr hatte Daimler Truck angekündigt, sich auf fest angestellte Beschäftigte konzentrieren und überdurchschnittliche Gehälter zahlen zu wollen. Nach damaligen Angaben sollen diese rund 20 Prozent über dem Durchschnitt der Region Karlsbad und etwa fünf Prozent über dem tschechischen Landesdurchschnitt liegen. Der Bezirk Karlsbad gilt als strukturschwache Region Tschechiens und weist im Landesvergleich regelmäßig eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Durchschnittseinkommen auf.























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