Eisersdorf bei Kemnath
16.07.2019 - 13:09 Uhr

Glockenschlag keine Ruhestörung

Eine anerkennenswerte Leistung vollbrachte die Dorfgemeinschaft Eisersdorf in den vergangenen Wochen. Mit Zimmerermeister Andreas Prechtl aus Bingarten stellte sie im Ort einen acht Meter hohen Glockenturm auf.

Die Dorfgemeinschaft Eisersdorf ist stolz auf den neuen Glockenturm, den Stadtpfarrer Konrad Amschl einweiht. Johann Brunner (vorne rechts) dankt Max Reger (Zweiter von rechts) und Bürgermeister Werner Nickl (links). Bild: jzk
Die Dorfgemeinschaft Eisersdorf ist stolz auf den neuen Glockenturm, den Stadtpfarrer Konrad Amschl einweiht. Johann Brunner (vorne rechts) dankt Max Reger (Zweiter von rechts) und Bürgermeister Werner Nickl (links).

Nach altem Brauch sagte Zimmerer Andreas Prechtl bei der Einweihung am einen Richtspruch. Darin lautete eine Stelle: "Diesen Turm gebe ich in Gottes Hand, die kann ihn schützen und erhalten."

Vor dem neuen Glockenturm hieß Jagdvorsteher Johann Brunner die Dorfbewohner und die Gäste willkommen, vor allem Max Reger. Der Eisersdorfer hat Glocke und Grund für den neuen Glockenturm der Gemeinde Eisersdorf vermacht. Zum Dank für die Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg hatte sein Großvater die Glocke 1928 gestiftet.

Ursprünglich läutete sie im Glockenturm auf dem sogenannten Burner-Anwesen. Aber im Laufe der Zeit wurde das Läuten immer gefährlicher, weil der Dachstuhl nicht mehr tragfähig war. Jetzt haben die Eisersdorfer einen neuen Glockenstuhl erbaut, auf dem die alte Dorfglocke einen neuen Platz gefunden hat.

Johann Brunner dankte Bürgermeister Werner Nickl für die finanzielle Unterstützung. Die Stadt Kemnath hat die Kosten für Baumaterial und das elektrische Geläut übernommen. "Das Werk ist gelungen, das habt ihr gut macht", lobte Nickl. Für die Dorfgemeinschaft hatte er noch eine Spende mitgebracht, die Brunner dankend entgegennahm.

"Der Glockenturm steht in der Dorfmitte, und die Dorfgemeinschaft hat diesen neuen Glockenturm errichtet, weil sie sich über die Bedeutung unserer Glocken im Klaren ist", sagte Stadtpfarrer Konrad Amschl bei der Weihe. Glocken seien wichtige Zeichen, die helfen, Gott nicht zu vergessen. "Das Geläut der Glocken ist ein unüberhörbarer Hinweis auf den größeren Horizont, der hinter unserem Leben steht und der es trägt." Es ist ein tönender Hinweis, der das oft so gedankenlose Leben unterbreche, der gegen falsche Gewöhnung und flache Oberflächlichkeit anschlage und kraftvoll klingend rufe: "Mensch, erinnere dich daran, dass Gottes Gnade dein Leben trägt und umfängt." Das Geläut weise "ein in die Melodie Gottes in unserem Leben".

Ab sofort wird die Glocke drei Mal am Tag automatisch läuten: um 6, um 12 sowie zwischen 17 und 21 Uhr - je nach Jahreszeit. "Sie wird auch läuten, wenn ein Eisersdorfer seinen irdischen Weg vollendet hat", gab der Geistliche bekannt. Der neue Glockenturm verfügt über eine moderne Läutanlage versehen. Die kann programmiert und per Funk ein- sowie ausgeschaltet werden.

Bei der Weihe trug Anna Brunner die Lesung vor, Theresa Haßmann die Fürbitten. Josef Zaglmann begleitete die Lieder auf seinem Keyboard. Nach der Weihe ertönte die Glocke zum ersten Mal auf dem neuen Turm. Für das gemütliche Beisammensein hatte Alois Wöhrl in seiner Garage einen Imbiss vorbereitet.

 
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