(sön) Pater Alois Gassner kannte ihn sogar persönlich: Der Salesianer Pater Rudolf Lunkenbein. Keine Frage also, dass die Salesianischen Mitarbeiter Don Boscos des Ortszentrums Ensdorf Gassner aus Vilsbiburg zu einem Vortrag über das Leben und Wirken des Missionars Lunkenbein eingeladen haben. Dessen Seligsprechungsprozess wurde am 31. Januar eröffnet.
Gassner brachte in seinem Vortrag den Zuhörern in lebendiger, humorvoller und emotionaler Weise das Leben und Wirken von Pater Lunkenbein näher. Pater Lunkenbein wurde am 1. April 1939 in Döringstadt bei Bamberg geboren. Schon im Alter von zehn Jahren äußerte er den Wunsch, Priester zu werden. Mit vierzehn Jahren ging er auf das Progymnasium der Salesianer in Buxheim. Im Alter von neunzehn Jahren kam er als Novize erstmals nach Meruri in Brasilien und lernte dort die Bororo-Indios kennen. Dort arbeitete er unter anderem an der Missionsstation und gab Schulunterricht. 1965 ging Lunkenbein nach Deutschland zurück, um sein Studium zu beenden.
In Benediktbeuren feierte er am 29. Juni 1969 seine Priesterweihe, um dann nach Brasilien zurückzukehren zu den Bororo-Indios. Sie wären ihm ans Herz gewachsen und außerdem auf seine Hilfe angewiesen, erzählt Gassner über Lunkenbein. Er lernte die Sprache der Indios und wurde in ihren Stamm aufgenommen. Pater Lunkenbein brachte ihnen moderne Landwirtschaft bei und errichtete ein Wasserwerk. Weiße Siedler und gierige Großgrundbesitzer hatten den Bororos das ihnen gehörende Land zum Teil auch mit Gewalt weggenommen. Wegen den Landstreitigkeiten hatten die Indios beschlossen, ihren Stamm nicht weiterzuführen. Der Pater überzeugte die Frauen, nicht mehr den empfängnisverhütenden Saft einer Pflanze aus dem Urwald einzunehmen. Daher sei es ihm zu verdanken, dass der Stamm nicht ausgestorben ist, erklärte Gassner.
Am 12. Juli 1976 begann die Landvermessung, um den Indios ihr Land zurückzugeben. Drei Tage später wurde der Pater zusammen mit dem Indio Simao Bororo erschossen. Der Mörder wurde nie verurteilt.
Ensdorf
12.07.2018 - 16:50 Uhr
Retter eines ganzen Stammes
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.