09.04.2020 - 10:28 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Schafe drängt es im Frühjahr auf die Weide

Zu Ostern wird gerne Lamm gegessen. Darum ist die Nachfrage nach Lammfleisch bei vielen Direktvermarktern vor den Feiertagen besonders groß. So auch bei Bio-Schafhalter Konrad Lautenschlager aus Ensdorf.

Von Dezember bis April bringt Konrad Lautenschlager alle Mutterschafe mit ihren Lämmern im offenen Stall unter. Typisch für die Rhönschafe ist der schwarze, bis hinter die Ohren unbewollte Kopf.
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„Normalerweise verkaufe ich etwa ein Drittel meiner Lämmer in dieser Zeit“, sagt der Landwirt. Der größte Anteil geht dabei an die Gastronomie. Heuer ist alles anders. Restaurants und Wirtshäuser müssen wegen der Pandemie über Ostern geschlossen bleiben und haben daher ihre Bestellungen storniert.

Lautenschlager hält überwiegend Rhönschafe. Jedes seiner 200 Muttertiere bringt jährlich ein Lamm zur Welt. Manchmal kommen auch zwei. Damit die große Nachfrage zu Ostern gestillt werden kann, richtet der Bauer es so ein, dass einige seiner Schafe bereits im Oktober auf der Weide lammen. Diese Oktoberlämmer haben dann sechs Monate Zeit, um heranzuwachsen. Ab Dezember leben sie mit ihren Müttern im luftigen Stall. Dort sind sie vor Nässe geschützt und können gut versorgt werden.

Konrad Lautenschlager ist es sehr wichtig seine Tiere artgerecht zu ernähren. „Schafe sind Wiederkäuer und damit Grasfresser. Wenn sie viel Kraftfutter bekommen, werden sie krank“, erklärt er. Auf der Weide fressen sie nur Gras. Damit die Lämmer den Winter über heranwachsen können, brauchen sie zusätzlich eiweiß- und kalorienreiches Kraftfutter. Im Stall bekommen sie zweimal täglich ein viergängiges Menü: eine Portion Kraftfutter aus Hafer, Erbsen und Luzerne-Cobs, dann folgen Heu und Silage und zum Schluss gibt es Stroh. Der Strohanteil ist heuer relativ hoch, weil Lautenschlager wegen der Trockenheit im vergangenen Jahr nicht genug Gras für Heu und Silage schneiden konnte. Auch der Hafer ist wegen der Frühjahrs-Trockenheit schlecht gewachsen, so dass er Bio-Hafer zukaufen musste. In der Regel erzeugt Konrad Lautenschlager sein Futter komplett selbst.

250 Lämmer kommen auf seinem Betrieb jedes Jahr zur Welt. In ihrem natürlichen Jahresrhythmus werden die Schafe im Herbst „bockig“. Folglich werden die meisten Lämmer im zeitigen Frühjahr bis März geboren. Diese jungen Milchlämmer schlachtet er nicht. Sie dürfen jetzt bald mit der Herde raus. Die Mutterschafe spüren, wann es an der Zeit ist, auf die Weide zu gehen, und werden langsam unruhig. Konrad Lautenschlager wird sich ein paar Tage nach Ostern mit seiner Herde zu Fuß auf den Weg zur ersten Weide machen. Dort sprießt dann schon das junge Gras. „Das ist das beste Futter für die Mutterschafe, weil es besonders eiweißreich ist und sie dann mehr Milch für ihre Lämmer haben“, erklärt der leidenschaftliche Biobauer, der auch promovierter Forstwirt, gelernter Metzger und Juradistl-Schäfer ist.

Konrad Lautenschlager züchtet überwiegend Rhönschafe.
Konrad Lautenschlagers Schafe fressen auch im Winter im Stall überwiegend Gras in Form von Heu und Grassilage. Im Winter brauchen Sie zusätzlich eine Portion Kraftfutter: Hafer, Erbsen und Luzerne-Cobs.
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