12.09.2018 - 16:30 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Über 300 Jahre Wallfahrtsort

Viele ehemalige Ensdorfer zieht es in der dritten September-Woche zurück in ihre alte Heimat. Der Grund dafür ist eine idyllisch gelegene Wallfahrtskirche.

Die idyllisch auf dem Eggenberg bei Ensdorf gelegene Wallfahrtskirsche.

Auf dem Eggenberg bei Ensdorf wird die letzte der beliebten Bergkirchweihen im Landkreis gefeiert. Zum Eggenbergfest kommen viele Pilger, Wanderer und Radfahrer. Der Eggenberg kann auf eine über 300-jährige Tradition als Wallfahrtsort zurückblicken. Das am Rande des Hirschwalds idyllisch gelegene Wallfahrtskirchlein, die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, wurde 1699 geweiht. Sie steht beim Eggenbergfest eine ganze Woche über im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens der Pfarrei Ensdorf. Von der Bevölkerung verehrt wurde bereits im 17. Jahrhundert ein an einem Baum angebrachtes Marienbild. Und Pater Hans Zitzelsberger schrieb in seiner Chronik von Ensdorf: "Es entstanden dann ein Marterl oder ein kleines Kapellelein, also eine ganz kleine Kapelle, vielleicht in Form eines aufgemauerten Marterls, welches das Marienbild enthielt."

Räuber knackt Opferstock

Mit Opfergeldern vom Marterl, Spenden und eigenen Mitteln ließ dann ab 1698 der Eggenberg-Bauer Johann Forster durch Baumeister Martin Funk das Gotteshaus erbauen. Als Kirchenpatrone wurden auf Anraten des Hofrichters Rümerlein die Vierzehn Nothelfer verehrt. Forster stiftete für die Inneneinrichtung ein Ölbild der Vierzehn Nothelfer, das heute noch erhalten und das Jahr über in der Kirche Hofstetten ist. 1701 wurde der Altar aufgestellt, 1703 in Amberg vom Orgelbauer Johann Conrad Vogl eine Orgel gekauft. Schlimmes gab es bereits im Jahre 1702 zu berichten, als der äußere Opferstock "von einem heimblichen Räuber" zerschlagen wurde. Und Chronist Zitzelsberger vermeldet: "Ähnliches oder Schlimmeres hat sich bis heute zugetragen."

Kirche schnell zu klein

So reichlich flossen die Wallfahrtsopfer auf dem Eggenberg, dass von 1710 an vom Opfergeld - das war damals so üblich - Kredite gewährt werden konnten und, als sich 1732 die Kirche für den Pilgerstrom bereits als zu klein erwies, ein Erweiterungsbau, der Mittelteil der heutigen Kirche, erfolgte. 1793 wurde die Eggenbergkirche um den heutigen Altarraum erweitert, 1875 eine erste Restaurierung vorgenommen und 1886 durch Pfarrer Wittmann das Mesnerhaus angebaut.

Erneut renoviert wurde der Innenraum der Kirche 1966/67, das Mauerwerk in den darauffolgenden Jahren saniert. Der Turm der Wallfahrtskirche musste 1994 neu verkupfert werden, ein Jahr später waren Dach und Dachstuhl sowie teilweise der Innenraum mit der Sanierung an der Reihe. Ein neuer Außenanstrich war nötig und auch das Umfeld der Kirche wurde zu einem einladenden Festplatz umgestaltet. 1999 wurde der Innenraum einer Total-Renovierung unterzogen, die Elektroanlage neu installiert und die bis zu dreihundert Jahre alten Fenster ersetzt. Freiwillige haben außerdem das Eggenberghaus neben der Kirche renoviert, es ist jetzt ein weiterer Anziehungspunkt.

Nur wenig Parkplätze

Da am Eggenberg nur beschränkt Parkplätze zur Verfügung stehen, sollen die Besucher, die in der Festwoche auf den Eggenberg kommen, ihre Fahrzeuge möglichst am Ortsrand von Ensdorf abstellen.

Info:

Die Festwoche auf dem Eggenberg beginnt am Sonntag, 16. September, der zugleich der Haupttag ist. Den Festgottesdienst zu Ehren der 14 Nothelfer um 9.30 Uhr zelebriert Thomas Helm, Stadtpfarrer von St. Martin Amberg. Für den musikalischen Part sind der Kirchenchor und die Don-Bosco-Blaskapelle zuständig. Nach der Messe spielt die Don-Bosco-Blaskapelle zum Frühschoppen auf. DJK und Feuerwehr bewirten mit Getränken, Bratwürsten vom Grill, Kaffee und Kuchen.

Um 13.30 Uhr umrahmt die Blaskapelle Ensdorf die Andacht zu Ehren der 14 Nothelfer und spielt danach noch auf. Gottesdienste während der Festwoche sind täglich um 18 Uhr. Die Messe am Montag, 17. September, gestaltet der Frauenbund. Die Wolfsbacher pilgern am Dienstag, 18. September, ab der Magdalenen-Kirche (Abmarsch um 16.45 Uhr) auf den Eggenberg. Am Mittwoch, 19. September, ist Jugendwallfahrt von DJK, Pfadfindern, Feuerwehr, Schülern und Jugendlichen der Pfarrei.

Am Donnerstag, 20. September, gestaltet der Männergesangverein Ensdorf und der Sängerbund 1880 Amberg den Gottesdienst. Am Freitag, 21. September, pilgern die Thanheimer auf den Eggenberg, Abmarsch ist um 16.30 Uhr an der Bartholomäus-Kirche in Thanheim. Am Samstag, 22. September, sind Familien zur Kinderwallfahrt zum Eggenberg eingeladen. Der Gottesdienst steht unter dem Thema Arche Noah. Im Anschluss erfolgt eine kleine Bewirtung. Die Pilger treffen sich um 16 Uhr an der Abzweigung zur Schön. Die Festwoche endet an diesem Tag mit dem Abschlussgottesdienst um 18 Uhr. Danach wird in einer Prozession das Allerheiligste in die Ensdorfer Pfarrkirche getragen.

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