31.01.2020 - 12:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

ZEN: Neuer Heizspiegel wird vorgestellt

Durchschnittlich 700 Euro haben Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Beispielwohnung im Mehrfamilienhaus im Abrechnungsjahr 2018 fürs Heizen mit Erdgas gezahlt.

Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid betont: „Mit dem Heizspiegel-Flyer können Mieter und Eigentümer die Verbräuche und Heizkosten ihres Wohngebäudes bewerten“
von Hubert SöllnerProfil

Vor allem aufgrund des energetischen Zustands des Gebäudes gab es große Unterschiede. Während die Heizkosten in energetisch guten Häusern im Schnitt bei 470 Euro lagen, zahlten Bewohner von energetisch schlechteren Gebäuden mehr als doppelt so viel: 980 Euro. Das zeigt der Heizspiegel für Deutschland 2019, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online im Auftrag des Bundesumweltministeriums und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mieterbund sowie dem Verband kommunaler Unternehmen innerhalb der Kampagne "Mein Klimaschutz" veröffentlicht hat.

Der Heizspiegel-Flyer mit den 2018er-Vergleichswerten für zentral beheizte Wohngebäude ist bereits in den Rathäusern im Landkreis sowie im Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) in Ensdorf erhältlich. Mit dem kostenlosen Heizkostenrechner "Heizcheck" auf www.zen-ensdorf.de können Verbraucher zudem prüfen, wo sie mit ihren Heizkosten im Vergleich zu ähnlichen Haushalten stehen. Außerdem erhalten sie auf Wunsch viele Tipps zum Sparen.

Wegen gestiegener Energiepreise war das Heizen mit Heizöl 2018 mehr als zehn Prozent teurer als noch 2017. In einer 70 Quadratmeter großen Beispielwohnung mit Öl-Zentralheizung zahlten Bewohner im Schnitt 845 Euro - 95 mehr als im Jahr davor. Die Kosten von ölbeheizten Häusern werden voraussichtlich auf dem hohen Niveau von 2018 bleiben. "Wenn es um die Heizkosten geht, schauen viele nur auf die Entwicklung der Energiepreise und auf das Wetter. Dabei ist der Sanierungsstand eines Hauses der entscheidende Faktor für Heizkosten und den Klimaschutz", sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online und: "In einem energetisch schlechten Haus sind die Heizkosten - aufgrund des höheren Verbrauchs - im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie in einem energetisch guten Haus."

Auch die CO2-Emissionen sind bei sanierten Gebäuden somit deutlich geringer. In einem energetisch sanierten Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung entstehen in einer 70-Quadratmeter-Wohnung pro Jahr etwa 1,5 Tonnen klimaschädliches CO2 durchs Heizen. In einem energetisch schlechteren Gebäude sind es im Schnitt 3,8 Tonnen. "Mit dem Heizspiegel-Flyer können Mieter und Eigentümer die Verbräuche und Heizkosten ihres Wohngebäudes bewerten. Und mit dem interaktiven Heizkostenrechner Heizcheck kann sogar jeder ganz individuell herausfinden, wie groß das Sparpotenzial in den eigenen vier Wänden ist", erklärt Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid.

"Übrigens: Viele Mieter können mit kleinen Tricks ihre Heizkosten deutlich senken - ohne auf Komfort zu verzichten. Alternativen zur Ölheizung werden in einem Vortrag an der Volkshochschule in Sulzbach-Rosenberg am Montag, 10. Februar, um 18 Uhr erläutert. Näheres gibt es unter 09624/90 36 46 oder auf www.zen-ensdorf.de.

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