Ensdorf
02.11.2018 - 17:33 Uhr

Zwei Stile sorgen für Spannung

Die strahlenden, frisch renovierten Fresken von Cosmas Damian Asam in der barocken Pfarrkirche St. Jakobus bilden einen stilvollen Rahmen: Für das Konzert der Oberpfälzer Parforcehornbläser und des Vokalensembles "sine nomine".

Die Oberpfälzer Parforcehornbläser begrüßen das Publikum mit dem „Marche Sonelle“, dem festlichen Marsch von Gaston Chalmel. Bild: sön
Die Oberpfälzer Parforcehornbläser begrüßen das Publikum mit dem „Marche Sonelle“, dem festlichen Marsch von Gaston Chalmel.

Barocke Jagdmusik - wie sie früher an den Höfen in Paris, Wien oder München geblasen wurde - ließen die Oberpfälzer Parforcehornbläser unter der Leitung von Hubert Bäuml lebendig werden und spannten dann den Bogen über die Romantik des 19. Jahrhunderts bis in die aktuelle Jagdmusik. Den vokalen Teil des Konzerts bestritt das Ensemble "sine nomine" unter Leitung von Simon Pawellek - besetzt mit Sopran, Alt, Tenor und Bass. Sein Repertoire umfasste geistliche Musik der Renaissance bis zu modernen Stücken der Gegenwart. Die beiden völlig verschiedenen Musikstile bildeten die Spannung dieses Konzerts. Auf der einen Seite die wohltemperierte Vokalmusik aus fünf Jahrhunderten, vorgetragen von hervorragend geschulten reinen Stimmen. Auf der anderen Seite die konzertante Jagdmusik, exzellent geblasen auf den Parforcehörnern mit ihrem raueren Ton, einem schwierig zu blasenden Naturhorn ohne Ventile, auf dem alle Töne allein mit Lippenansatz geformt werden müssen.

Die Parforcehornbläser begrüßten das Publikum fulminant mit dem "Marche Sonelle", dem festlichen Marsch von Gaston Chalmel, einem zeitgenössischen französischen Komponisten. Weit zurück in das 16. Jahrhundert sprang das Vokalensemble mit dem "Exultate Justi" des italienischen Komponisten Ludovico Grossi da Viadana, dem das Lied "If ye love me" von Thomas Tallis, einem englischen Komponisten geistlicher Musik, folgte. Unterbrochen wurde diese Abfolge von den auf Alphörnern vorgetragenen Liedern "Maria zu lieben" sowie der Schweizer Weise "Abendsegen". Danach wieder die Parforcehörner mit Stücken französischer Komponisten, denen historische Ereignisse als Vorlage dienten wie "La Mort de Roland", in dem die Sage vom Tod von Roland, dem Paladin Karls des Großen musikalisch verarbeitet wird. Das letzte vom Vokalensemble vorgetragene Stück "La nuit" stammte von Philippe Rameau aus dem 18. Jahrhundert. Gerade bei diesem Komponisten trafen sich beide Stile - die des harmonischen Gesangs und des rauen Parforcehorntons - denn Rameau hatte nicht nur Vokalmusik komponiert, sondern auch für den Effekt seiner Musik im Orchester zum ersten Mal die damals neuen Parforcehörner eingesetzt.

Mit der Fantasie "Derniers Adieux" (letzte Adieus) beendeten die Oberpfälzer Parforcehornbläser ein eindrucksvolles Konzert. Das Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen, so dass die Parforcehornbläser und das Vokalensemble nicht um Zugaben herumkamen. Die Parforcehornbläser zeigten mit der "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel, dass das Naturhorn nicht nur für Jagdmusik, sondern bis zur Erfindung der Ventile Anfang des 19. Jahrhunderts auch in der Kunstmusik seine Verwendung gefunden hatte. Das Vokalensemble schloss mit "Guten Abend, gute Nacht".

Auch mit den auf Alphörnern vorgetragenen Liedern „Maria zu lieben“ sowie der Schweizer Weise „Abendsegen“ zeigten die Oberpfälzer Parforcehornbläser ihr musikalisches Können. Bild: sön
Auch mit den auf Alphörnern vorgetragenen Liedern „Maria zu lieben“ sowie der Schweizer Weise „Abendsegen“ zeigten die Oberpfälzer Parforcehornbläser ihr musikalisches Können.
Weit zurück in das 16. Jahrhundert sprang das Vokalensemble „sine nomine“ mit dem „Exultate Justi“ von dem italienischen Komponisten Ludovico Grossi da Viadana. Bild: sön
Weit zurück in das 16. Jahrhundert sprang das Vokalensemble „sine nomine“ mit dem „Exultate Justi“ von dem italienischen Komponisten Ludovico Grossi da Viadana.
Reinhard Proske moderiert das Konzert und erzählt von der Entstehung der Kompositionen. Bild: sön
Reinhard Proske moderiert das Konzert und erzählt von der Entstehung der Kompositionen.
Barocke Jagdmusik, wie sie früher an den Höfen in Paris, Wien oder München geblasen wurde, ließen die Oberpfälzer Parforcehornbläser lebendig werden. Bild: sön
Barocke Jagdmusik, wie sie früher an den Höfen in Paris, Wien oder München geblasen wurde, ließen die Oberpfälzer Parforcehornbläser lebendig werden.
 
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