10.11.2019 - 14:11 Uhr
ErbendorfOberpfalz

100-jährige Erfolgsgeschichte

„Weiter so, sie werden gebraucht für die Mitglieder, die Kommune und für die Region.“ Das bestätigte Andreas Pritschet vom Verband Bayerischer Wohnungsunternehmen beim Festabend der Gemeinnützigen Baugenossenschaft.

Vom Verband Bayerischer Wohnungsunternehmen gab es zur Erinnerung eine Tafel, die Vorstandsvorsitzender Dieter Döppl präsentierte.
von Jochen NeumannProfil

Mit Mitgliedern, Mietern, Handwerkern und Ehrengästen feierte die Gemeinnützige Baugenossenschaft im Kolpinghaus ihr 100-jähriges Bestehen. Aufsichtsratsvorsitzender Willi Müller hob beim Totengedenken vor allem jene hervor, die sich für die Genossenschaft ehrenamtlich eingesetzt haben.

"Vor 100 Jahren haben sich Männer zusammengefunden, um der Wohnungsnot in Erbendorf abzuhelfen." Mit diesen Worten ging Vorstandsvorsitzender Dieter Döppl auf den Werdegang der am 7. Dezember 1919 gegründeten Baugenossenschaft ein. Diese sei schon in der Gründungszeit eng mit den Handwerksmeistern und der Stadt verbunden gewesen. Er ging auf die ersten 1920 errichteten Zweifamilienhäuser auf dem Bergwerk ein. "In den 1920er Jahren konnten einige Bauvorhaben nur unter großen finanziellen Schwierigkeiten zu Ende gebracht werden." Dies führte er vor allem auf die Inflation sowie auf die Tatsache zurück, dass die Geschäftsanteile dadurch entwertet und von Mitgliedern erneut einbezahlt werden musste.

Hans Müller, Albert Heining und Wolfgang Franz hätten der Genossenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg am 29. Oktober 1945 neues Leben eingehaucht. "Nach der Währungsreform entwickelte sich eine rege Bautätigkeit", so in der heutigen Turngartenstraße, der Hans-Müller-Siedlung sowie am Lausenbühl. Nicht zuletzt ging Döppl auf das 1992 errichtete Mietshaus in der Lindenstraße und den neuesten Wohnbau in der Stadtbadstraße ein.

Fokus auf Modernisierung

Den Gästen berichtete er von insgesamt 84 Gebäuden, die in den vergangenen 100 Jahren errichtet und zum großen Teil an Mitglieder verkauft wurden. "In jüngerer Zeit hat sich die Baugenossenschaft auf den Erhalt und die Modernisierung bestehender Wohngebäude fokussiert." Dabei seien nicht nur die Gebäude energetisch saniert, sondern auch die Wohnungen der Zeit entsprechend angepasst worden. Dafür seien ausschließlich Unternehmen aus dem Stadtgebiet und der näheren Umgebung beschäftigt worden.

Dank an die Mieter

Am Ende seines Rückblicks ging der Vorstandsvorsitzende auf eine Reihe von Personen ein, die als Vorstands- beziehungsweise Aufsichtsratsmitglieder einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Baugenossenschaft hatten und noch haben. Ein Dank galt aber auch den Mietern, "denn ohne pünktliche Mietzahlung und Einzahlung der Genossenschaftsanteile wäre ein Bestehen der Genossenschaft und eine wohnungspolitische Entwicklung in diesem Umfang nicht möglich". Einen besonderen Dank sprach er ebenso der Stadt Erbendorf aus. "Mit Bürgermeister Hans Donko haben wir immer einen Ansprechpartner mit einem offenen Ohr für unsere Anliegen." Den örtlichen Banken bescheinigte Döppl eine stets faire Zusammenarbeit, ebenfalls der Regierung in Regensburg und dem Verband Bayerischer Wohnungsunternehmen in München. Im Anschluss sahen die Festgäste einen Videofilm von Jochen Neumann über die Geschichte.

"Vieles an der positiven Entwicklung unserer Stadt hat die Genossenschaft mit der Schaffung von Wohnraum für die Mitbürger möglich gemacht", erklärte Bürgermeister Hans Donko. Vier Generationen hätten es immer wieder verstanden, die Wohnungsnot zu lösen. Allen Verantwortlichen sprach er dafür, auch im Namen von Bezirksrätin Brigitte Scharf, ein Kompliment aus.

"Heute hat die Baugenossenschaft 111 Wohnungen mit einem hervorragenden Wohnstandard", wusste der Rathauschef. Das sei eine Auszeichnung, die von der harten Arbeit im Vorstand und Aufsichtsrat zeuge. "Wenn es der Baugenossenschaft gut geht, geht´s auch der Stadt gut", schloss Donko.

"In dieser Baugenossenschaft ist man gerne Genosse", merkte stellvertretender Landrat Roland Grillmeier an. "Wenn man die Worte von Vorstandsvorsitzendem Dieter Döppl gehört und den Videofilm gesehen hat, merkt man, da steckt viel Herzblut dahinter."

Für Vorstandsmitglied Andreas Pritschet vom Verband Bayerischer Wohnungsunternehmer war das 100. Jubiläum ein tolles Ereignis. Der Verband mit 480 Mitgliedsunternehmen, davon 360 Baugenossenschaften, sei stolz, gemeinsam einen so langen Weg gegangen zu sein und auch weiter gehen zu dürfen. Nach dem Ersten Weltkrieg 1919 seien 150 Wohnungsbaugesellschaft gegründet worden. "Nicht überall ist das gut gegangen", stellte er fest. "Die Baugenossenschaft Erbendorf ist heuer eine von 40, die ihr 100-Jähriges noch feiern können.", hob Pritschet die ehrenamtliche erfolgreiche Arbeit hervor.

Zum Jubiläum hatte die Baugenossenschaft bereits eine Ehrentafel erhalten, für die sich Döppl bei Pritschet bedankte. Diese werde demnächst an einem der Baugenossenschaftshäuser angebracht. "Unser Jubiläum hat gezeigt, dass die Arbeit der Baugenossenschaft für die Mieter und die Stadt eine Erfolgsgeschichte ist", sagte Döppl. Um die Arbeit weiterhin so fortführen zu können, brauche es aber Nachwuchs in allen Gremien.

Musikalisch gestaltete die Feier der Zitherclub Erbendorf. Auch konnten eine Reihe von Genossen für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden

Im Kolpinghaus feierte die Gemeinnützige Baugenossenschaft mit einem Festabend ihr 100-jähriges Bestehen.
Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier war eines der Festredner.
Bürgermeister Hans Donko würdigte die Arbeit der Verantwortlichen der Baugenossenschaft.

100 Jahre Baugenossenschaft Erbendorf - Der Film

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