Hilfspfarrer Joseph Mohr und Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber hätten ihre wahre Freude gehabt. Denn Stefanie Rüger, Holger Popp und Johannes Dostler sangen das weltbekannte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ nur mit Gitarrenbegleitung von Jörg Oppitz. So muss es vor exakt 200 Jahren in der kleinen Kirche in Oberndorf auch geklungen haben.
„Christ, der Retter ist da, er schenkt uns Licht und Zuversicht“, stellte Pfarrer Martin Besold in seiner Begrüßung fest. „Möge dieses jetzt im Konzert strahlen.“ Nach der gut zweistündigen Darbietung sollte Besold recht behalten, als er zu Beginn sagte: „Ein Abend, der zu Herzen geht.“
Heimelige Atmosphäre in der abgedunkelten Mariä-Himmelfahrts-Kirche schuf der katholische Kirchenchor mit „Es wird scho glei´dumper.“ Mit „Ich steh an deiner Krippen hier“ brachte der Chor ein Werk von Johann Sebastian Bach (1685-1750) zu Gehör. Besonders anrührig war auch die „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt (1752-1814).
Neben diesen reinen Chorgesängen zeigten die Sänger ihr Können auch gemeinsam mit dem fast 20-köpfigen Kirchenorchester. Dazu zählten Werke zeitgenössischer Komponisten wie Robert Jones mit „Liebe kam zur Weihnacht“ und Colin Mawbys „Menschen, die ihr wart verloren.“ Ein weihnachtliches Stück durfte an diesem Abend aber nicht fehlen, das „Transeamus“ von Joseph Ignaz Schnabel (1767-1831).
Das Ensemble „Vocalista ad hoc“ wagte sich unter anderem mit „Rocking around the Christmas tree“ an rhythmisch anspruchsvolle, englischsprachige Weihnachtslieder heran und begeisterten damit das Publikum.
Tenor Holger Popp und Sopran Stefanie Rüger brillierten bei dem Lied „The first Noel“, das vom Kirchenorchester mit dem Kanon von Johann Pachelbel (1653-1706) unterlegt wurde. Max Regers (1873-1916) „Mariä Wiegenlied“ präsentierte im Sologesang Johannes Dostler und Tobias Schäffler sang „Drei Kön´ge wandern“ von Peter Cornelius (1824-1874). Ihr Können zeigten beide Sänger auch bei Irving Berlins (1888-1989) bekanntestem Weihnachtslied, „White Christmas“.
Die „Cantemus Kids“ und der Grundschulchor aus Windischeschenbach unter der Leitung von Holger Popp sangen sich lautstark und selbstbewusst mit „Freude, Freude“, „Sagt hab´t ihr die Engel gesehn“ und „Jesus, der Retter ist da“ in die Herzen der Konzertbesucher Aufgelockert wurde das Konzert durch Instrumentalmusik des Kirchenorchesters. Neben der „Pastorale“ von Reinhold Maß spielten sie eine Bearbeitung von Karl Jenkins über das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Den Musikern entlockte Dirigentin Stefanie Rüger mit „A Holiday Celebration“ auch swingige Töne. Geschichten rund ums Weihnachtsfest erzählten in den Musikpausen Johanna Schirdewahn und Elisabeth Maier. Dazwischen und insbesondere zum Ende des Konzerts traten die rund 80 Sänger und Musiker gemeinsam im Altarraum unter der Leitung von Stefanie Rüger zum „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und „Engel auf den Feldern singen“ auf.
Der Applaus des Publikums, übrigens war die Pfarrkirche bis auf den letzten Platz besetzt, war den Ausführenden sicher. Natürlich gab es mit „O du fröhliche“ eine Zugabe, bei der die Besucher gerne mit einstimmten.





















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