22.08.2019 - 18:40 Uhr
ErbendorfOberpfalz

2500 Liter und Zwischengas

Er ist 55 Jahre alt und noch nicht auf dem Abstellgleis. Die Rede ist vom alten Magirus-Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Erbendorf. In diesem Sommer ist er als "Florian 21/1" wieder im Dienst.

Als "Florian 21/1" wurde der 55 Jahre alte Magirus für diesen Sommer wieder in den Dienst der Erbendorfer Feuerwehr gestellt.
von Jochen NeumannProfil

Der alte Magirus ist immer noch bestens in Schuss. Gut 30 Jahre machte er seinen Dienst, dann wurde das Fahrzeug 1996 ausgemustert. Doch im Stadtbild war es seither oft zu sehen, zusammen mit Josef Kastner, als Wassertransporter zum Gießen der Pflanzen in den städtischen Anlagen. Gern wird das Fahrzeug heute noch als „Oldtimer“ bei Festzügen mit eingesetzt.

Als "Florian 21/1" wurde der alte Magirus für diesen Sommer wieder in Dienst gestellt.

Nach über 20 Jahren der „Ausmusterung“ wurde er heuer im Sommer wieder aktiviert und erhielt sogar die eigene Bezeichnung „Florian 21/1“. Wie Kommandant Bernhard Schmidt erklärte, sei der heiße und trockene Sommer der Grund dafür gewesen. „Wir halten seit einigen Monaten mit dem Magirus Löschwasser vor für Einsätze, insbesondere bei Wald- und Feldbränden.“ Immerhin passen gut 2500 Liter rein. Unter anderem war das Fahrzeug beim Brand in Oberneumühle vor einigen Wochen sehr hilfreich.

„Auch wenn´s so aussieht, als ob er beim Feuerwehrhaus einsam und verlassen am Rand des Parkplatzes steht, er wird gebraucht“, stellte Schmidt fest. „Er tut bestens seinen Dienst.“ Nur für das Bewegen des Fahrzeugs braucht der Fahrer Übung. Denn der alte Magirus hat weder eine Servolenkung noch ein Synchronisationsgetriebe. „Da ist beim Kuppeln Zwischengas angesagt.“ Für die alten Hasen der Feuerwehr kein Problem. „Aber auch die Jüngeren müssen mit ran und bei Bewegungsfahrten das Fahrzeug mit seiner einfachen aber robusten Technik kennenlernen“, so Schmidt.

Als "Florian 21/1" wurde der alte Magirus für diesen Sommer wieder in Dienst gestellt.

Übrigens ist der Magirus in der 155-jährigen Geschichte der Feuerwehr Erbendorf erst das zweite Feuerwehrfahrzeug. Das erste, ein LF 15, erhielt die Wehr 1949. Mit der Zeit kam dieses auch in die Jahre und 1963 äußerte die Feuerwehr den Wunsch für ein neues Feuerwehrfahrzeug. Es dauerte aber gut zwei Jahre, bis das Tanklöschfahrzeug (TLF 16) der Marke Magirus in Dienst gestellt werden konnte.

Stolz waren die Feuerwehrler auf ihr neues TLF, als sie es im Februar 1965 vom Klöckner-Humboldt-Deutz-Werk in Ulm abholten. Auf dem Bild (von links) Erich Eber, Hans Reger und Werner Schultes mit einem Mitarbeiter des Werks.

Damals kostete das Fahrzeug knapp 69.000 Mark. Stolz war die Wehr, als sie das Fahrzeug selbst in Ulm abholen konnte. Der damalige Kommandant Josef Bauer, Gerätewart Erich Eber und die Feuerwehrmänner Werner Schultes und Hans Reger waren am 5. und 6. Februar 1965 im Werk und überführten das neue Feuerwehrauto in die Steinwaldstadt. Auch wenn es sich bei diesem Fahrzeug um keinen VW-Käfer handelt, kann man knapp 55 Jahre später immer noch sagen: „Er läuft und läuft und läuft …“

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