18.05.2020 - 17:54 Uhr
ErbendorfOberpfalz

"Asante" bittet um Hungerhilfe

Ein Virus hat die Welt im Griff. Auch Kenia leidet unter den dramatischen Folgen von Corona. "Asante"-Gründerin Christine Rottland bittet um Hilfe. Viele Menschen hungern und verhungern.

„Asante“-Gründerin Christine Rottland ackert unermüdlich für die Ärmsten der Armen.
von Bertram NoldProfil

Vielen Menschen hat Covid-19 Leid gebracht, und nicht nur in Deutschland. Überall auf der Welt muss oft die ganze Kraft aufgeboten werden, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Da trifft es die am härtesten, die ohnehin am Rande stehen: Alte und Kranke und besonders Menschen in den ärmsten Ländern der Welt.

"Asante e.V." ist in der nördlichen Oberpfalz zu einem Synonym für Hilfe geworden, vor allem wenn es um Kinder geht. Die Gründerin Christine Rottland und ihre Schwester Johanna Schirdewahn aus Erbendorf stehen hinter dieser Organisation. "Asante e.V." kümmert sich um die Ärmsten in Kenia, und nun leiden auch diese Menschen unter den Folgen von Corona. Sie brauchen Hilfe.

Schon sehr lange in Tiwi

Seit 15 Jahren ist "Asante" in Tiwi tätig, einer von Armut geprägten ländlichen Gegend südlich von Mombasa. Mit einer Schule, einem Kindergarten und einem Frauen- Handarbeitsprojekt hilft der Verein, den Menschen ein würdiges Leben zu geben, aber vor allem eine Ausbildung zu ermöglichen, die dem Leben der Kinder eine Perspektive eröffnet, eine bessere Zukunft garantiert, sich selbst und die von ihnen abhängige Großfamilie zu ernähren. Christine Rottland lebt seit 22 Jahren in Tiwi und hat es geschafft, eine verlässliche Grundsicherung zu bieten: Ausbildung, Essen in der Schule, Arbeit für über 100 Angestellte.

Großes Vertrauen

Die Menschen vertrauen ihrer Hilfe als etwas Beständigem. Sie verlassen sich auf "Mama Kristina", kommen zu ihr, wenn sie Sorgen haben und dürfen davon ausgehen, dass ihnen geholfen wird. Seit 2019 wird Christine Rottland von ihrem Enkel David Mietzner unterstützt, der nach Kenia gezogen ist und dort gemeinsam mit seiner Oma die unterschiedlichen Projekte bearbeitet.

Alles lief gut, bis Ende März die Regierung Kenias bedingt durch Corona auch einen Lockdown verhängen musste, kombiniert mit einer Ausgangssperre zwischen 19 Uhr und 5 Uhr früh. Die Schulen mussten schließen wie fast überall auf der Welt. Kommen die Menschen in den reichen Ländern relativ gut weg, ist zu bedenken, dass die meisten der Menschen in Tiwi von der Hand in den Mund leben, in einfachen Lehmhütten, ohne Wasser und Strom. Kleine Gelegenheitsarbeiten reichen für das tägliche Essen für die Familie und wenn sie etwas mehr Essen haben als ihre Nachbarn, geben sie einen Teil davon ab.

Geschlossene Schulen bedeuten, dass die Schulspeisung entfällt; die Familie ist dann gefordert. Keine Arbeit mehr zu haben bedeutet, innerhalb von ein, zwei Tagen alle Vorräte verbraucht zu haben. Die Sperrstunde bedeutet, dass man sich sehr zeitig am Nachmittag auf den Weg nach Hause begeben muss, damit man nicht von der Polizei erwischt wird, die den Gehorsam mit Schlagstöcken einfordert. Eine Tagesarbeit in anderen Dörfern suchen ist somit unmöglich.

Keine Grundsicherung

Es gibt keine soziale Grundsicherung in Kenia, keine staatliche Hilfe, die alle Armen erreicht; bis jetzt auch keine Lockerung. In Tiwi bedeutet Corona nicht nur Krankheit, Corona bedeutet vor allem Hunger. Christine Rottland ließ sich nicht mit den Rückholflügen nach Deutschland zurückbringen, sondern blieb in Kenia, um die drohende Hungersnot in Tiwi aktiv bekämpfen zu können. Nach einem Aufruf erfuhr "Asante e.V." eine Spendenbereitschaft, die sich der Verein nie erhofft hatte. Der in diesen schwierigen Zeiten häufig gebrauchte Begriff "Solidarität" war nicht nur Theorie, sondern ein Bewusstsein, dass allen Menschen in der Welt Ähnliches widerfährt; auch das Bewusstsein, dass es Menschen gibt, die ohne Hilfe diese schweren Zeiten nicht überleben. Nicht wegen Corona, sondern weil es nicht mehr möglich war, für die Ernährung zu sorgen. Seitdem die Spenden eingegangen sind, organisiert Christine Rottland täglich in Tiwi die Verteilung von riesigen Essenspaketen, wobei sie ständig vor dem Problem steht, woher sie Nahrungsmittel bekommt, wie sie sie an die Bedürftigen bringt, ob sie es nicht schafft, noch mehr Menschen in die Verteilung aufzunehmen. Alles klappt dank des unermüdlichen Einsatzes der Gründerin und ihres zehnköpfigen Teams.

Unermüdlicher Einsatz

Die Bevölkerung Tiwis hungert und verhungert und das jeden Tag mehr, auch wenn diejenigen, die wenig haben, denen etwas abgeben, die noch weniger oder nichts haben. Weltumspannende Solidarität ist gefragt, um zu helfen. "Asante" braucht Unterstützung in diesem Ausnahmezustand. Darum bitten die Verantwortlichen um Spenden. Sie sind für jeden Euro dankbar, der auf dem Konto verbucht wird.

Verteilung von Lebensmittelpaketen in Tiwi in Kenia.
Hintergrund:

Spenden an Asante e.V. auf folgendes Konto möglich

"Corona Nothilfe": Der Verein "Asante e.V." hat ein Spendenkonto bei der Sparkasse in Bayreuth, IBAN DE34 7735 0110 0020 5645 30, BIC: BYLADEM1SBT. (ld)

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