15.07.2020 - 17:04 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Jede Blüte zählt

Eine Blumenwiese, so weit das Auge reicht. Die Pflanzen blühen hier auf gut 1 000 Quadratmetern auf der Bärnhöhe im Steinwald um die Wette. Die Bienen von Bernhard Petrik müssen nicht hungern.

Bernhard Petrik blickt auf seine herrliche Blühwiese. Im Hintergrund am Waldesrand die Bienenstöcke.
von Jochen NeumannProfil

Bernhard Petrik ist schon viele Jahre passionierter Hobby-Imker und Mitglied im Erbendorfer Imkerverein. Bei seinem Anwesen auf der Bärnhöhe hat er bereits im Jahr 2016 eine abwechslungsreiche Blumenwiese auf gut 1000 Quadratmeter angelegt. Für seine Bienen und vor allem dem Erhalt der Artenvielfalt.

Viele Pflanzenarten von der Becherpflanze, Beinwell, Himmelsleiter und Lupinen über Blutweiderich, Glockenblumen, Johanniskraut sowie Schafgarbe, Bienenfreund, Rudbeckie oder Wegwarte blühen hier um die Wette. Honigbienen, Wildbienen und viele Insektenarten finden auf seiner Wiese einen reich gedeckten Tisch sowie ein mehr als ausreichendes Pollen- und Nektarangebot. Besonders stolz ist der Hobby-Imker, dass dies ohne Einsatz jeglicher Insektizide hervorragend klappt.

„Meine Honigbienen müssen nicht hungern, wie es in unserer Region vor allem in diesem Jahr bereits ab Mitte Juni überwiegend der Fall ist“, stellt Bernhard Petrik fest. „Auf meiner Blumenwiese finden nicht nur meine Honigbienen, sondern alle übrigen Insektenarten genug Nahrung in Form von Pollen und Nektar.“

Die Blumenwiese schaut übrigens immer wieder anders aus. Denn von Mai bis in den September hinein blühen stets neue und andere Pflanzen. „Bisher ist jeder begeistert vom Blütenreichtum und der Schönheit meiner Blumenwiese!“, so der Imker.

Für Petriks Engagement für die Natur danke ihm der Vorsitzende Klaus Schmidt des Erbendorfer Imkervereins. „Nachdem sich durch die Klimaveränderungen das jährliche Trachtende in der Natur vom vormals Mitte August auf in diesem Jahr bereits Mitte Juni immer mehr nach hinten verschiebt, finden unsere Insekten und Bienen jetzt im Sommer keine ausreichende Nahrung mehr“, stellte Schmidt fest. „Die Monokulturen, aktuell finden wir in unserer Natur überwiegend Mais- und Getreidefelder, bieten hier so gut wie nichts zu holen.“ Blühende Ackerraine oder Brachflächen finde man immer seltener.

„Viele Imker in unserem Verein aber auch unser Imkerverein selbst haben deshalb in vergangener Zeit mehrfach die Eigeninitiative ergriffen und spezielle Blühflächen angelegt“, betonte der Imkervorsitzende. „Obwohl die Imkerei grundsätzlich der Landwirtschaft zugeordnet wird, erhalten wir Imker weder eine Bestäubungsprämie pro Bienenvolk, wie es anderswo seit langem selbstverständlich ist, noch erhalten wir staatliche Subventionen, wie es in der Landwirtschaft üblich ist.“ Das sagte er vor allem im Hinblick darauf, dass die Honigernte in vielen Regionen heuer sprichwörtlich ins Wasser fällt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.