Die Ortsverbände der Freien Wähler Erbendorf und Kemnath hatten zum Thema "Bürger schaffen regionale Werte" der Initiative HeimatUnternehmen im Landkreis Tirschenreuth eingeladen. Projektkoordinator der Pilotinitiative "HeimatUnternehmen" Alfred Wolf berichtete von seiner Tätigkeit sowie Erfolgen und gab Tipps zu Firmengründungen in und für unsere Region.
Wolf ist bekannt durch sein Engagement zum Aufbau des Geschichtsparks in Bärnau. "'HeimatUnternehmen'" ist eine vom Amt für ländliche Entwicklung angestoßene Pilotinitiative. Sie fand breite Zustimmung auch beim Zukunftsforum des Bundes in Berlin", erklärte Wolf. Ein Ergebnis dabei war, dass man sich hierbei von der weiteren Verdichtung in den Ballungszentren verabschieden und verstärkt auf das breite Land konzentrieren sollte. "Ich bin leidenschaftlicher Oberpfälzer, verwurzelt mit der Region. Ich als Polizeibeamter mit 39 Dienstjahren wurde überzeugt, mit dieser Initiative für unsere Heimat zu arbeiten", berichtete er.
Das "HeimatUnternehmen" sage: "Schau mer amal". Leute kämen mit ihren Ideen zur Initiative. Hinter jeder guten Idee stünden Macher, denen besonders in der heute zu sehr bürokratisierten Behördenlandschaft unkonventionell geholfen werden müsse. Sie wollten auch ihre Region stärken. Es gehe nicht vornehmlich um monetäre Erfolge, sondern um den Heimatwert, ums Lebensgefühl und der Überzeugung, zu Hause etwas zu bewegen. Wirtschaftsförderung, Regionalmanagement, Leader-Programm, Tourismus ergänzten das Projekt "HeimatUnternehmen" als Werkzeuge der Regionalentwicklung.
"Es geht nicht zuerst um Fördergelder, sondern ums Wie. Ich bin autark, neutral und arbeite auch landkreisweit. Ziel ist es, den lokalen Mehrwert der Projekte stärker zu skalieren, Synergieeffekte zu schaffen und lokale Vorhaben voranzubringen", beschrieb Wolf seine Zielausrichtung. Er sieht sich als Ideen-Streetworker, Motivator. Zuerst zuhören, die Idee zusammen durchdenken, sichtbar machen und Beschreiben des möglichen Weges. Aus diesem Ideengeflecht entstand bereits eine von ihm initiierte landesweite Bewegung in einem unkonventionellen Netzwerk von Heimatförderern. Auch folgende Frage müsse beantwortet werden: Wie kommt die Idee zur notwendigen finanziellen Ausstattung?
Das erste "HeimatUnternehmen" wurde in der Rhön gegründet. Es arbeitet auch länderübergreifend in Tschechien, wo bereits neun Prozent der im Landkreis Tirschenreuth tätigen Arbeitnehmer leben. "Wir sind nicht mehr das Armenhaus Bayerns sondern Pilotlandkreis und Zukunftsregion und deutlich nach vorne gesprungen", verdeutlichte der Referent.
Er berichtete von den laufenden oder fertiggestellten Projekten Kulturregion Theater Tirschenreuth, Kunsthaus und Begegnungszentrum Waldsassen, Hollerhöfe, Burg und Theater Waldeck, Passion Kemnath, Kunst- und Badehaus Meiersreuth, Ackerbürgerhaus und Zauberkabinett Bärnau, Straußenfarm Mitterhof, Alte Mühle Mähring. "Kultur und Erlebniswelt, Natur, Land und Leute sind ein wertvoller Standortfaktor. Wir müssen die Kultur auf eine höhere Ebene heben und die Kulturinitiative voranbringen", wünschte er sich. "HeimatUnternehmen" sei Wegbereiter für zukunftsorientierte Strukturen mit regionalem und grenzüberschreitendem Denken.
In den von ihm federführend aufgebauten Geschichtspark Bärnau seien bereits 7,8 Millionen Euro investiert worden. Dort soll als Fernziel eine Reisestation Karls IV. im Rahmen des Archaeo-Zentrums Bayern-Böhmen in Kooperation Pilsen-Bamberg-Prag aufgebaut werden. Der Geschichtspark sei bereits die zweitgrößte mittelalterliche Baustelle. Dem Vortrag schloss sich eine rege Diskussion der Teilnehmer zu persönlichen und bekannten Ideen und Projekten an.
















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