30.04.2019 - 15:48 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Denkmal ohne Barriere

Ortstermin im zukünftigen „Bürgerhaus“. Der Bauausschuss des Stadtrats machte sich ein Bild vom derzeitigen Zustand des Anwesens Bräugasse 23. Das denkmalgeschützte Haus soll renoviert und saniert werden.

Der Bauausschuss mit Bürgermeister Hans Donko (Sechster von rechts), Technischem Angestellten Markus Meyer (Zweiter von links), Bauamtsleiter Dieter Döppl (Fünfter von links) und Amtsrat Hubert Wojtenek (Dritter von rechts) im Anwesen 23. An dieser Stelle soll das Foyer entstehen.
von Jochen NeumannProfil

Seit Jahren steht das nach dem Stadtbrand von 1796 errichtete Giebelhaus mit dem auffallenden Granittorbogen in der Bräugasse leer. „Der Leerstand ist uns ein Dorn im Auge“, so Bürgermeister Hans Donko. Deshalb macht sich der Stadtrat bereits seit längerem Gedanken über eine Folgenutzung des Gebäudes. Bürgermeister Donko brachte ein „Bürgerhaus“ ins Spiel, das ein Zuhause für Vereine und soziale Einrichtungen werden könnte. Unterstützung für dieses Vorhaben fand er im Gremium. Erste Planungen des Architekturbüros Resch & Stiefler aus Bayreuth lagen auf den Tisch. Im vergangenen Jahr wurden die Planungen detaillierter.

Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister auf rund drei Millionen Euro. „Die Finanzierung ist gesichert“, bestätigte er. Denn er konnte eine Förderung in Höhe von 90 Prozent im Rahmen des Programms „Soziale Integration im Quartier“ an Land ziehen. „Unser Dank gilt hier vor allem der Regierung der Oberpfalz, die hinter unserem Vorhaben steht.“ Im Dezember vergangenen Jahres gab der Stadtrat dem Antrag zum Umbau und zur Sanierung des Anwesens 23 grünes Licht.

„Beim gesamten Anwesen handelt es sich um ein Baudenkmal“, bestätigte Donko. „Deshalb erfolgten die Planungen in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und der Städtebauförderung.“ Wie er beim Ortstermin ausführte, sei vor allem die Restaurierung und Sanierung der Nebengebäude eine Herausforderung.

So sollen die beiden noch stehenden Giebel des Nebengebäudes sowie dessen Gemäuer erhalten werden. „Soweit es möglich ist, sollen die über 200 Jahre alten Dachbalken wieder verbaut werden“, stellte er fest. „Denn wo früher eine Durchfahrt und Stallungen bestanden, soll ein Veranstaltungssaal entstehen“, so Donko. „Mit einer offenen Balkenkonstruktion des Saales, die eine ganz besondere Atmosphäre schafft.“

Immerhin soll der zukünftige Ausstellungs- und Vortragsraum eine Größe von rund 14 mal 8 Meter haben. Auch für die „Mitterteicher Tafel“ werde nach seinen Worten ein Raum bereitstehen. „Das Nebengebäude wird selbstverständlich von außen zugänglich sein.“ Anschaulich zeigte der Bürgermeister den Stadträten auf, wie man über einen Glasanbau ins Haupthaus gelangt. „Dort finden sich im Erdgeschoss die Räume für einen Generationentreff, Beratungen, sanitäre Anlagen und eine Küche.“

Im Obergeschoss ist ein weiterer Ausstellungsraum vorgesehen. Vor allem legt Donko Wert darauf, dass sämtliche Ebenen des Bürgerhauses über einen Aufzug barrierefrei erreichbar sind.

„Sobald die Genehmigung des Landratsamts Tirschenreuth vorliegt, wird mit der Baumaßnahme zügig begonnen“, stellte er abschließend fest. Mit der Fertigstellung werde voraussichtlich Ende 2020 gerechnet.

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