Die Beiträge für die Kinderbetreuung in der Stadt Erbendorf werden angepasst. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend. Die letzte Anpassung der Beiträge erfolgte vor fünf Jahren. Betroffen sind alle Kindergärten, die Kinderkrippe und der Kinderhort. Dafür hatte sich der Ausschuss für Jugend, Soziales und Gesundheit mit den Verantwortlichen der städtischen und kirchlichen Einrichtungen zusammengesetzt. Dabei fährt man in Erbendorf bereits seit Jahren die Strategie, dass die Gebühren bei allen Einrichtungen gleich sind. So entsteht kein Wettbewerb untereinander.
Die Anpassung der Beiträge in allen Einrichtungen und zu allen Buchungszeiten soll laut Beschlussvorschlag zum 1. September dieses Jahres erfolgen. „Die Erhöhungen sind moderat“, sagte Bürgermeister Johannes Reger. Der Beschlussvorschlag sieht folgende Beiträge vor: In der Kinderkrippe „Unser kleines Nest“ entstehe für Eltern, die ihre Kinder bis zu vier Stunden betreuen lassen, eine effektive monatliche Mehrbelastung von lediglich einem Euro. Seit 2018 sind monatlich 104 Euro fällig, ab September sind es 105 Euro. Bei einer täglichen Betreuungszeit von fünf bis sechs Stunden erhöht sich der Beitrag um drei Euro pro Monat.
Lohnerhöhung und Energiepreise
Ab einer täglichen Buchungszeit von sechs bis sieben Stunden sind monatlich 15 Euro mehr zu entrichten. Für Kinder, die bis zu neun Stunden betreut werden, beträgt die monatliche Gebühr künftig 169 Euro, 42 Euro mehr als bisher. Reger verwies auf die Förderung von bis zu 100 Euro durch das Elterngeld.
In den Kindergärten werden die Beiträge ebenfalls in allen Buchungszeiten angepasst. SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Reis verwies darauf, dass die Mitarbeiter eine wertvolle und qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Lohnerhöhungen und die steigenden Energiepreise würden mit der Anpassung berücksichtigt. Unter anderem sind für Kinder, die bis zu sechs Stunden betreut werden, künftig 110 Euro pro Monat zu entrichten – bislang waren es 80 Euro, die durch den staatlichen Kinderzuschuss in Höhe von 100 Euro pro Kind und Monat gedeckt waren. Bei Betreuungszeiten von über neun Stunden entsteht eine monatliche Mehrbelastung von 61 Euro. Anpassungen gibt es auch im Hort, den Grund- und Förderschüler besuchen können. Hier entstehe eine monatliche Mehrbelastung zwischen einem und 18 Euro. „Gebühren für die Kinderbetreuung zu erhöhen, ist immer ein blödes Thema“, äußerte sich David Runschke von den Grünen. Teilweise 60 Euro mehr pro Monat und pro Kind zu bezahlen, sei für viele Familien eine Herausforderung. Allerdings sei es unabdingbar gewesen, die Gebühren zu erhöhen. Unterstützung könnten Familien beim Jugendamt bekommen.
Haushalt auf 240 Seiten
Auf der Tagesordnung stand auch die Verabschiedung der Haushaltssatzung und des Haushaltsplans der Stadt Erbendorf für das Jahr 2023. Über 240 Seiten habe der Plan, den Markus Knodt und Sebastian Heim von der Stadtkämmerei ausgearbeitet hatten. Demnach schließt der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit 13.444.500 Euro. Der Vermögenshaushalt schließt mit 11.308.400 Euro. Als einen möglichen „Rekordhaushalt“ bezeichnet Josef Schmidt von den Grünen den Gesamthaushalt von etwas unter 25 Millionen Euro. In vielen Punkten könne er die „Handschrift und Ideen“ seiner Parte erkennen. Für Investitionen sind Kreditaufnahmen von 560 000 Euro vorgesehen. „In diesem Jahr wollen wir die großen Projekte abschließen, Schulden abbauen und Rücklagen erhöhen“, sagte Bürgermeister Reger.
Pro-Kopf-Verschuldung sinkt
Zweiteres habe bereits in den vergangenen Jahren gut funktioniert. „Wir haben gut gewirtschaftet. Das kommt uns auch jetzt mit den explodierenden Energiepreisen zu Gute“, sagte Reger auch mit Blick auf die Feststellung der Jahresrechnung 2020. So konnten die Schulden im Jahr 2020 von 9,7 Millionen Euro auf 9,2 Millionen Euro gesenkt werden. Die Rücklagen konnten von 1,9 auf 2,3 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Entlastung übernahm Zweiter Bürgermeister Bernhard Schmidt.
Er merkte an, dass sich die Verschuldung der Stadt bis zum Jahr 2026 vermutlich auf 8,6 Millionen Euro einstellen werde. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Jahresende 2023 rund 1 794 Euro betragen. Im Vorjahr waren es noch 1 907 Euro – der Landesdurchschnitt liegt für vergleichbare Gemeinden bei 689 Euro. „Wir liegen also beim 2,6-fachen im Vergleich“, sagte Bernhard Schmidt.
Kindertagesstätten in Erbendorf
- Kinderkrippe: Träger: Stadt Erbendorf, eröffnet 2010, erweitert 2014, vier Gruppen, Kinder zwischen acht Wochen und drei Jahren
- Kindergarten Regenbogen: Träger: Evangelische Kirchengemeinde Erbendorf, eröffnet 1953, Sanierung 2014, zwei Gruppen
- Kindergarten Kunterbunt: Träger: Stadt Erbendorf, eröffnet 1908, drei Gruppen
- St.-Elisabeth-Kindergarten: Träger: Katholische Pfarrei Erbendorf, eröffnet 1995, drei Gruppen
- Kinderhort: Träger: Stadt Erbendorf, für Kinder im Grundschulalter, seit 2007 in der Grund- und Mittelschule



















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