08.11.2021 - 13:28 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Erbendorf trauert um Altbischof Wilhelm Schraml

Der gebürtige Erbendorfer Wilhelm Schraml, emeritierter Bischof von Passau, ist tot. Der Geistliche starb am Montag im Alter von 86 Jahren.

Bischof emeritus Wilhelm Schraml bei seinem Besuch in Erbendorf 2015 bei seiner Predigt in der katholischen Pfarrkirche Erbendorf. .
von Martin Maier Kontakt Profil

Einer der berühmtesten Söhne Erbendorfs ist tot: Am Montag starb Altbischof Wilhelm Schraml (86) im Marienwallfahrtsort Altötting. Dort hatte er seinen Ruhestand verbracht. Bei der Pfarrwallfahrt in den Marienwallfahrtsort vor einigen Wochen feierten noch viele Gläubige aus der Pfarrei Erbendorf mit dem Bischof emeritus einen Gottesdienst.

Wilhelm Schraml wurde am 26. Juni 1935 als zweites von drei Kindern des Bäckermeisterehepaars Karl und Justine Schraml in Erbendorf geboren. Sein Abitur legte er 1956 im Studienseminar St. Augustin in Weiden ab. Nach seinem Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Regensburg wurde Schraml 1961 in Regensburg zum Priester und 1986 zum Weihbischof geweiht. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Passau. Sein Wahlspruch: "Jesus Christus als den Herrn verkündigen."

Ehrenbürger von Erbendorf

Als Schraml zum 75. Geburtstag 2010 seinen Rücktritt einreichte, beließ ihn Benedikt XVI. weiter im Amt. Dies wurde als Zeichen besonderer Wertschätzung gedeutet. In den endgültigen Ruhestand entließ den Bischof erst Papst Franziskus drei Jahre später. Für seinen großen Einsatz zugunsten von sozial Schwachen, Alten und Behinderten in der Funktion als Bischofsvikar für alle karitativen Werke der Diözese Regensburg erhielt er 1985 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, 2004 schloss sich die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens an.

Für sein Wirken übertrug ihm die Stadt Erbendorf 2001 die Ehrenbürgerwürde. Die Wertschätzung der Stadt zeigt auch die Benennung eines Straßenzugs im Wohngebiet "Brückelpoint" nach seinem Namen: "Bischof-Schraml-Straße". Der Geistliche machte seiner Heimatpfarrei 2011 anlässlich seines 50. Priesterjubiläums ein sehr großes Geschenk: Er stiftete drei neue Glocken für die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die er auch selbst segnete. Und auch die Goldene Amtskette des Bürgermeisters von Erbendorf ist eine Spende von Schraml. Nicht zuletzt zeigt sein Bischofswappen seine Verbundenheit in seine Heimat: Denn in seinem viergeteilten Wappen neben zwei Passauer Wölfen und einer goldenen Harfe findet sich das Gnadenbild von Altötting - und eine grüne Fichte, die symbolisch für Erbendorf und den Steinwald steht.

Bestattung in Altötting

In Altötting, das ihm 2015 auch die Ehrenbürgerwürde verlieh, gehen mehrere Um- und Neubauten auf seine Initiative zurück, darunter die Anbetungskapelle in der ehemaligen Schatzkammer. Diese habe er täglich besucht, erklärte sein früherer Generalvikar Klaus Metzl, inzwischen Stadtpfarrer von Altötting, gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. "Dort möchte er auch bestattet sein." Die Pfarrei Erbendorf plant ein Requiem in Erbendorf für Schraml. Der Termin steht noch nicht fest.

Bischof emeritus Wilhelm Schraml feierte heuer noch sein 60. Pristerjubiläum

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