15.02.2021 - 16:13 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Erinnerungen an den Faschingsdienstag 1953

Ein richtiger Faschingsumzug in Erbendorf - das gab es 1953. Mit Prinzenpaar, einem ganzen Hofstaat und fahrbarem Untersatz wurde am Faschingsdienstag die Stadt erobert.

von Jochen NeumannProfil

Heute erinnert sich Mathilde Wiesent noch gerne zurück an jenen Faschingsdienstag im Jahr 1953. Denn da war sie Faschingsprinzessin und zog mit dem Prinzen Hans Ertl, dem Hofstaat und zahlreichen Faschingswagen via Lkw oder auch zu Pferde vom Bergwerk hinauf in die Stadt zum Rathaus. Dort überreichte das Prinzenpaar an den damaligen Bürgermeister Andreas Liedl ein Präsent. „Er hat sich narrisch gefreut über unseren Besuch“, erinnert sich Wiesent.

Die Bewohner am Bergwerk hielten zusammen. „Es wurde viel gefeiert, vor allem jedes Jahr auch Fasching“, sagt die ehemalige Prinzessin. Treffpunkt war damals beim Gebhardt am Fußballplatz und beim Meisel am Zeidlweidweg, die beide kleine Schankwirtschaften betrieben.

„Die Idee, den Fasching einmal mit einem Umzug zu feiern, hatte mein Vater Georg Sirtl“, erzählt Mathilde Wiesent. Die "Bergwerkerer" waren auch gleich mit im Boot. Es wurden Kostüme genäht, Fahrzeuge von einheimischen Betrieben organisiert und die Aufbauten entsprechend selbst gemacht.

„Es wurde viel gefeiert, vor allem jedes Jahr auch Fasching.“

Mathilde Wiesent

Am Faschingsdienstag ging der Tross vom Bergwerk über den Kaiserberg hinauf in die Stadt. Nach einem Zwischenstopp am Rathaus ging es die Bräugasse hinauf und wieder runter zum Unteren Markt. Von dort zogen die Faschingsbrüder und -schwestern wieder aufs Bergwerk, wo beim Meisel eingezogen und der Faschingsausklang gefeiert wurde.

Auch der WCV blickt zurück

Waldeck bei Kemnath

An diesen Tag vor 68 Jahren hat Mathilde Wiesent noch viele Erinnerungen. „Bislang war es meines Wissens der einzige Faschingsumzug in der Stadt.“ Dass sie damals mit 17 Jahren Faschingsprinzessin war, erfüllt sie heute noch mit Stolz.

Die hier gezeigten Fotografien stellte Mathilde Wiesent und das Heimat- und Bergbaumuseum aus dem Fotonachlass von Robert Müller zu Verfügung.

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