Wenn die Turmuhr zu vollen Stunde schlug, gab der Nachtwächter in früheren Jahrhunderten mit dem Horn Signal und sang sein Nachtwächterlied, zu jeder Stunde eine andere Strophe. Am späten Samstagabend erklang der Schall des Horns und des Liedes wieder. Im Rahmen der Veranstaltung „24 Stunden erleben“ der Steinwald-Allianz ging der Erbendorfer Nachtwächter seinen täglichen nächtlichen Weg wieder.
Die gut zwanzig Teilnehmer konnten viel über das Leben der Nachtwächter erfahren. Denn dieser Beruf war früher nicht sehr angesehen, war doch der Nachtwächter nachts in der Finsternis mit Dämonen und Teufeln in Verbindung – dass dachten wenigsten die Bürger. Zur Aufbesserung seines mageren Gehalts hatte der Nachtwächter tagsüber ein Zubrot als Totengräber.
Zur Stadtgeschichte konnte der Nachtwächter an diesem Abend viel erzählen. Vor allem über die vielen Stadtbrände, unter denen der Ort zu leiden hatte, oder auch über das Handwerk, die Rathäuser der Stadt und den Bahnhofskampf beim Bau der Lokalbahn Erbendorf-Reuth. Beinahe zu Mitternacht war der Spuk mit dem Nachtwächter vorbei.















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