Erbendorf
20.03.2019 - 10:50 Uhr

Herausforderungen richtig meistern

Körper, Geist und Seele fit halten und soziale Kontakte pflegen: So lautete die Botschaft beim Agrarforum, das der Ring junger Landwirte mit der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG im großen Raiffeisensaal ausrichtete.

Vorstandsprecher Joachim Geyer (von links) dankte für die ehrlichen Worte der Referentinnen Regina Eichinger-Schönberger und Petra Hager. Der leitende Oberarzt am Klinikum Marktredwitz Tobias Schindler (Mitte) zeigte auf, was bei Notfällen als erstes zu tun ist. Der Landwirtschaftsbetreuer der Genossenschaft Christoph Heinl und Vorstand Robert Haubner zeigten sich ebenso dankbar für die drei kurzweiligen Referate. Bild: mez
Vorstandsprecher Joachim Geyer (von links) dankte für die ehrlichen Worte der Referentinnen Regina Eichinger-Schönberger und Petra Hager. Der leitende Oberarzt am Klinikum Marktredwitz Tobias Schindler (Mitte) zeigte auf, was bei Notfällen als erstes zu tun ist. Der Landwirtschaftsbetreuer der Genossenschaft Christoph Heinl und Vorstand Robert Haubner zeigten sich ebenso dankbar für die drei kurzweiligen Referate.
Sehr gut besucht war das mittlerweile 8. Agrarforum, das der Rings junger Landwirte zusammen mit der Raffeisenbank organiserte. Das Thema lautete dieses Mal "Gesundheit". Bild: mez
Sehr gut besucht war das mittlerweile 8. Agrarforum, das der Rings junger Landwirte zusammen mit der Raffeisenbank organiserte. Das Thema lautete dieses Mal "Gesundheit".

Mit dem Thema Gesundheit boten die Veranstalter eine neue Themenrichtung an. Joachim Geyer, Vorstandssprecher der Genossenschaft, freute sich über den guten Besuch. Sozialpädagogin Regina Eichinger-Schönberger aus Lappersdorf referierte zum Thema "Stress - (k)ein Thema für die Landwirtschaft". Ihre Kollegin Petra Hager von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ging auf verschiedene Angebote ein und bot ihre Beratung an. Den Abschluss bildete ein Referat von Dr. Tobias Schindler, leitender Oberarzt am Klinikum Fichtelgebirge, zum Thema "Trau dich - keine Angst vor Notfällen".

Regina Eichinger-Schönberger ging zur steigenden nötigen Stressbewältigung in der Landwirtschaft ein. Richtig dosierter Stress ermögliche eine optimale Leistung und eine Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, gab sie Entwarnung, Stress immer nur als negativ einzustufen. Immens wichtig dabei sei aber die Abwechslung zwischen Anspannung und Entspannung im Alltag. Komme die Entspannung dabei zu kurz, werde der Stress chronisch und die Leistungskurve eines jeden Menschen zeige deutlich nach unten. Depressionen, Tinnitus oder ein Hörsturz sind Folgen solch falschen Verhaltens. Aber auch Muskelverspannungen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafstörungen seien erste Vorboten, dass etwas mit dem Organismus nicht stimme.

Die Herausforderungen in der Landwirtschaft - wie der komplexere Maschineneinsatz, immer weniger Ruhezeiten oder die ständig steigenden administrativen Aufgaben - seien Ursachen dafür, dass sich immer mehr Landwirte externe Hilfe hierzu holten. Jeder Landwirt habe eine individuelle Stresskompetenz, wobei die Referentin wichtige Säulen hierzu als Tipp gab. Sie empfahl, die täglichen Anforderungen anzugehen, aber dabei klare Prioritäten in den Tagesablauf einzuplanen sowie sich dabei selber Grenzen zu setzen. "Suchen Sie dabei bewusst Kontakte zu Ihrem Umfeld und bilden Sie sich auch durch Erfahrungsaustausch weiter." Ein weiterer Ratschlag war, eine förderliche Einstellung zu verinnerlichen, die Realität anzunehmen und nach vorne zu blicken. Die wichtigste Säule, die leider zunehmend verkümmere, sei aber die regenerative Stresskompetenz. Sie beinhaltet regelmäßige Pausen zwischen den Arbeiten, die Pflege von Hobbys sowie Sport und Bewegung. "Halten Sie Körper, Geist und Seele fit, denn nur in einem gesunden Körper wohnt auch gerne eine gesunde Seele."

Petra Hager gab wertvolle Tipps und Angebote zum Thema Stress und dessen Bewältigung. Sie stellte dabei kurz das Betriebsübergabeseminar vor, das für das Übergebeehepaar gedacht ist. Ebenso empfahl sie ein Trainings- und Erholungswochenende für pflegende Angehörige oder Kurangebote zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit.

Die Teilnahme an Kuren oder dergleichen sei möglich, wenn eine Versicherung bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse bestehe, aber auch für SVLFG-Versicherte, die bei einer anderen Krankenkasse versichert sind, wie Nebenerwerbslandwirte. Beim Seminar "Stressmanagement" lerne man, mit Belastungssituationen im Alltag umzugehen und Leben und Arbeit in Balance zu halten. Ziel des viertägigen Seminars ist die Vermeidung von Stressfolgen und die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Als Eigenbeteiligung müssten meistens lediglich die Übernachtungs- und Verpflegungskosten getragen werden. "Achten Sie vor allem auf Ihren Körper, denn es gibt ihn nur einmal."

 
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