15.09.2020 - 09:50 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Insektenparadies an der neuen B 299

Heike und Norbert Reger aus Eppenhof wohnen in unmittelbarer Nähe zur neuen B 299. Auf ihrem Acker befinden sich ein Regenauffangbecken und eine Blühwiese mit Biotop. Ihr Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt kommt an.

Da fühlen sich die Insekten wohl, auf der Blühwiese der Familie Reger in Eppenhof.
von Jochen NeumannProfil

Vor gut zwei Jahren hat sich Heike Reger vom Imkerverein Erbendorf erfolgreich zur Imkerin ausbilden lassen. Mittlerweile betreut sie drei eigene Bienenvölker, In Eppenhof hat sie mit ihrem Ehemann Norbert einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt geleistet.

Wegen des Neubaus der B 299 musste Familie Reger ihren großen Acker direkt neben der Bundesstraße für den Bau eines Regenauffangbeckens zur Verfügung stellen. Auf dem verbleibenden Acker gestalteten die Regers mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde vom Landratsamt Tirschenreuth eine Blühwiese mit einem zugehörigen Biotop.

So entstand entlang der neuen Bundesstraße eine große Blühwiese. Zur Verwendung kam eine Veitshöchheimer Bienenweide. Bei dieser Saatmischung wird darauf geachtet, dass ausschließlich ursprünglich natürliche, bei uns vorkommende Blumen und Pflanzen ausgesät werden. So wachsen nun neben den vielen Sonnenblumen die gemeine Schafgarbe, Fächerkamille, echter Wundklee, Kornblume, Flockenblume, gemeine Wegewarte, Kartäusernelken, Labkraut, Johanniskraut, Nachtkerze, verschiedene Malven und noch viele andere Wildblumen kreuz und quer durch- und miteinander.

Am Regenrückhaltebecker angrenzend entstand eine naturnahe Hecke aus heimischen Bäumen und Sträuchern, die aus den Naturräumen der Naab-Wondreb-Senke und dem oberpfälzischen Hügelland stammen. So wurden die gemeine Hasel, schwarzer Holunder, Hundsrose, Zitterpappel, Purpurweide, gemeiner Schneeball, Schlehen und die Öhrchenweide gepflanzt.

Zusätzlich entstand eine sogenannte Benjes- oder Totholzhecke, bei der durch eine linienhafte, lockere Ablagerung von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, Samenanflug und Initialpflanzen entstehen. Diese spezielle Hecke bietet Vögeln, Insekten, Kleinsäugern und vielen anderen Tieren Schutz, Nahrung und Lebensraum. „Im neu entstandenen Biotop haben wir neben den verschiedensten Wildbienenarten auch schon einige Exemplare der heimischen Zauneidechse als auch Waldeidechsen entdeckt“, freute sich Imkerin Heike Reger. „Denen gefällt es hier anscheinend gut.“

Besonders freut sich auch Imkervorsitzender Klaus Schmidt mit Familie Reger über dieses nicht nur sehr schöne, sondern für den Erhalt der Artenvielfalt wichtige Biotop mit Blühwiese. „Gerade heuer mussten wir Imker erstmals erleben, dass die Bienen, um nicht zu verhungern, ab Juni gefüttert werden mussten“, erzählte Schmidt. Als Grund gab er an, dass keine ausreichende Nektarversorgung mehr vorhanden war.

„Die grünen Maiswüsten und Getreidefelder geben den Insekten und Bienen keinerlei Nahrung ab“, wusste Schmidt. „Deshalb ist es extrem wichtig, dass es immer wieder Leute gibt, die mit solchen freiwilligen Maßnahmen zumindest örtlich begrenzt unsere Insekten- und Tierwelt unterstützen, und das ohne jeglichen finanziellen Ausgleich oder Anreiz.“

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