Erbendorf
27.06.2026 - 00:01 Uhr
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Ein Jahrhundert Firma Pöllath: Vom Handwerksbetrieb zum Innovationsführer

Wenn ein Unternehmen auf 100 Jahre Firmengeschichte zurückblicken kann, ist das in der heutigen Zeit schon etwas Besonderes. Die Erbendorfer Firma Pöllath feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen.

Das Unternehmen zeigt sich dabei moderner, erfolgreicher und zukunftsorientierter denn je. Die Wurzeln des Familienunternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1926. Damals gründete Josef Pöllath eine Spenglerei in Erbendorf. Was als klassischer Handwerksbetrieb begann, entwickelte sich über mittlerweile vier Generationen hinweg zu einem der führenden Anbieter für Tore, Türen und Antriebstechnik in Nordbayern.

Verkaufsschlager Wellblechgaragen

In den Nachkriegsjahren wurde das Sortiment um Heizöl, Öfen und Fahrräder erweitert. Und jetzt begann Pöllath auch mit der Produktion und dem Vertrieb der berühmten Wellblechgaragen, die sich als Verkaufsschlager etablierten und die Erbendorfer Firma in ganz Bayern bekannt machten.

Aus dieser Zeit stammt auch der bis heute bekannte Spruch: „Aus jedem Ofenrohr macht Pöllath ein Garagentor.“ Der Übergang zu Garagentoren war nur logisch und ebnete den Weg für die spätere Spezialisierung auf Tore.

Heute hat sich das Unternehmen grundlegend gewandelt. Aus dem Fertigungsbetrieb von einst wurde ein modernes Handels-, Montage- und Serviceunternehmen. Produziert wird heute nicht mehr selbst. Dieser Schritt war eine bewusste Entscheidung. Industrielle Serienfertigung, steigende Investitionskosten, Fachkräftemangel und immer umfangreichere gesetzliche Anforderungen machten die Eigenfertigung zunehmend unwirtschaftlich.

„Wir haben die Veränderungen im Markt nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen“, sagt Geschäftsführer Albert Pöllath. Statt auf eigene Produktion setzt das Unternehmen auf starke Partner mit hochmodernen Fertigungswerken. Die eigenen Stärken liegen heute in Beratung, Planung, Montage und Service.

Der Erfolg gibt dieser Strategie recht. Trotz der anhaltenden Baukrise verzeichnet Pöllath keine Umsatzrückgänge. Das Unternehmen erwirtschaftet konstant rund 15 Millionen Euro Jahresumsatz. Jährlich werden etwa 4.000 Tore und 1.500 Türen verkauft oder montiert. Hinzu kommen rund 9.000 Baustelleneinsätze pro Jahr. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Digitalisierung. Bereits seit 2014 arbeitet Pöllath mit einer selbst entwickelten App, die inzwischen in weit über 100 Versionen weiterentwickelt wurde. Vertrieb, Montage, Service und Innendienst tauschen darüber sämtliche Baustellendaten digital aus. Papier spielt im Unternehmen kaum mehr eine Rolle.

„Digitalisierung ist mein Baby“

„Digitalisierung ist mein Baby“, sagt Albert Pöllath. Über Schnittstellen werden Angebote, Bestellungen und Reklamationen direkt mit den wichtigsten Lieferanten ausgetauscht. Viele Prozesse laufen automatisiert ab. „Selbst wenn wir zehn Jahre nichts mehr programmieren würden, wären wir digital vielen Wettbewerbern noch voraus.“

Neben moderner Technik setzt das Unternehmen vor allem auf seine Mitarbeiter. Rund 60 Beschäftigte arbeiten derzeit für Pöllath, das Durchschnittsalter liegt bei lediglich 39 Jahren. Die Fluktuation ist gering, viele Mitarbeiter sind dem Unternehmen seit Jahren oder sogar Jahrzehnten treu verbunden.

Besonderen Wert legt die Firma auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Kaufleute und Handwerker werden im eigenen Haus ausgebildet. Zum Schuljahr 2026/27 starten drei neue Auszubildende – immerhin fünf Prozent der gesamten Belegschaft. Auch Quereinsteiger erhalten bewusst eine Chance.

Vierte Generation in den Startlöchern

Die Zukunft der Firma ist bereits gesichert. Mit Maximilian Pöllath steht die vierte Generation in den Startlöchern. Nach seinem Bachelorstudium sammelt er derzeit Erfahrungen bei der Hörmann KG, dem größten Zulieferer des Unternehmens, und absolviert parallel ein Masterstudium an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Auch in die Infrastruktur wird kontinuierlich investiert. Neue Werkstätten, moderne Lagerflächen und energieeffiziente Gebäude schaffen optimale Voraussetzungen für die kommenden Jahrzehnte. Die Digitalisierung der Abläufe wird dabei ebenso konsequent vorangetrieben wie die Weiterentwicklung der Serviceleistungen.

Dass Qualität und Kundenorientierung bei Pöllath nicht nur Schlagworte sind, zeigt sich täglich. Kundenlob wird im Unternehmen sichtbar gemacht – auf einer Magnetwand, die inzwischen regelmäßig erweitert werden muss. Viele Kunden wechseln bewusst von Wettbewerbern zu Pöllath, weil sie dort Verlässlichkeit, Kompetenz und schnellen Service finden.

Fundament für die nächsten 100 Jahre

Wenn die Firma Pöllath in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, blickt das Unternehmen deshalb nicht nur stolz auf seine Vergangenheit zurück. Es richtet den Blick vor allem nach vorne. Die Verbindung aus handwerklicher Tradition, digitalen Abläufen, qualifizierten Mitarbeitern und konsequenter Kundenorientierung bildet das Fundament für die nächsten 100 erfolgreichen Jahre Unternehmensgeschichte.

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