21.02.2020 - 19:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Jugendliche und Pfarrer rocken Martin-Luther-Kirche in Erbendorf

In der Martin-Luther-Kirche von Erbendorf folgen über 50 Jugendliche und Junggebliebene der Einladung der evangelischen Gemeinden auch zur "After-Church-Party". Hier geht sozusagen die Post ab.

Mit rockigen Klängen statt klassischer Kirchenorgelmusik begleitete die evangelische Jugendband den Jugendgottesdienst. Auch Pfarrer Christoph Zeh (Zweiter von links) spielt aktiv mit.
von Redaktion ONETZProfil

Rhythmische Bassklänge drangen durch die Kirchentür nach draußen. Innen ein ungewohntes Bild: Unter der Empore saßen Menschen bei Gummibärchen und Chips zusammen, an der Taufkapelle standen mehr als 20 Jugendliche an, und unter der Kanzel warfen andere Gäste Zettel in einen Briefkasten.

Wer am jenem Tag etwas später den Weg in die Martin-Luther-Kirche Erbendorf fand, dem war schnell klar, dass der Jugendgottesdienst ganz anders gestaltet wurde, als es normalerweise der Fall ist. Pfarrer Christoph Zeh aus Erbendorf führte durch den ungewöhnlichen Gottesdienst, den die evangelische Jugendband musikalisch inszenierte.

"Ihr seid ein Brief Christi, aber nicht geschrieben in Tinte", zitierte Zeh aus den Briefen Paulus an die Korinther. Doch was steht in uns geschrieben? Darauf wusste Pfarrer Manuel Sauer aus Wildenreuth im Zwiegespräch mit einer jungen Frau eine Antwort: "Andere sollen in uns lesen können, wer wir sind." Und diese junge Frau hatte ihn verstanden: "Wir alle wollen Spuren im Leben Anderer hinterlassen." Diese Spuren sollen den Anderen helfen oder Vorurteile ausräumen. "So, wie Jesus es uns vorgelebt hatte", erläuterte Sauer.

In einem kurzen Anspiel zeigten die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden, wie sehr wir uns auf Briefe freuen, wenn es sich nicht gerade um eine Rechnung handelt. Über Liebesbriefe freuten sich doch alle Menschen sehr. Aber anderen zu schreiben, könne auch schnell zur Belastung werden: "Postkarten aus dem Urlaub schreiben, kann stressig sein. Da reicht heute doch auch eine kurze WhatsApp", führte Pfarrer Sauer an. Danach verdunkelte sich die Kirche, Videoclips und ein Poetryslam erschienen auf einer Leinwand. Zackige Thesen warf die Autorin über Lautsprecher in den Raum und diese wurden mit leuchtenden Farben illustriert. "Er ist da, in Deinen wie in meinen Gedanken" stand dort. "Jesus erkennt sie an."

Und dann waren alle Gläubigen gefragt, aktiv mitzuwirken. In einem Gesprächskreis bei Gummibärchen und Chips wurde mit Pfarrer Sauer diskutiert "ob wir ein Brief Christi sind und wo". Pfarrer Zeh lud zur persönlichen Segnung in die Taufkapelle und unter der Kanzel wartete ein Briefkasten, in dem Gebetswünsche und Gedanken direkt an Gott geschickt werden konnten.

Nach dem Segen wurde es mit "My Lighthouse" nochmal rockig im Kirchenschiff. Pfarrer Zeh an der Gitarre brachte mit Lina Lindner (Gesang), Elke Krauß (Keyboard) und Simon Krauß (Schlagzeug und Cajon) nochmal alle zum Mitsingen. Im Gemeindehaus ließen anschließend die ausgelassenen jungen Christen bei einer "After-Church-Party" den Abend ausklingen.

"Wie kann ich ein Brief Christi sein?" - darüber diskutierte Pfarrer Manuel Sauer (2.v.r.) bei Gummibärchen und Chips.
In der Taufkapelle konnten sich die Jugendlichen persönlich von Pfarrer Christoph Zeh (links) segnen lassen.
Poetryslam visualisiert auf einer Leinwand - der Jugendgottesdienst wurde modern und kurzweilig inszeniert.

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