Erbendorf
20.05.2018 - 23:41 Uhr

Ein Kerzenmeer und Pfingstfeuer

"Nacht der offenen Kirche" in der katholischen Pfarrei

Meditativer Tanz um das gesegnete Pfingstfeuer vor der Pfarrkirche. Neumann, Jochen
Meditativer Tanz um das gesegnete Pfingstfeuer vor der Pfarrkirche.

„Heute feiern wir Pfingsten, das Geburtsfest unseres Glaubens.“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Martin Besold den feierlichen Vorabendgottesdienst zum Pfingstfest in der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt. Der Gottesdienst war Auftakt zur „Nacht der offenen Kirche“ war. Beim anschließenden Festbetrieb war es kühl, aber trocken. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.

Den Heiligen Geist stellte Pfarrer Martin Besold im Vorabendgottesdienst in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Wir feiern das Hochfest des Heiligen Geistes“, so Besold. Nach seinen Worten gebe es vieles, was die Menschen mit Geist bezeichnen. „Den Teamgeist in einer Fußballmannschaft, die Geister, die ich rief, den Himbeergeist oder die Geistlichen.“ Es gebe so viel Grundverschiedenes, in denen das Wort Geist drinsteckt.

„Die Bibel spricht vom Heiligen Geist, der nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu der große Trost und Mutmacher für die Jünger war“, führte Pfarrer Besold aus. „Er kam wie ein Wind und verteilte sich wie ein Feuer auf die Jünger.“ Vom Geist Gottes gepackt, haben sie begonnen, vom gekreuzigten Jesus Christus zu reden und zu verkünden. „Das ist die Geburtsstunde unseres Glaubens, die Geburtsstunde der Kirche“, so Besold. „Eine wunderbare Geschichte – eine Geschichte des Heiligen Geistes.“

Für viele stelle sich gerade in der heutigen Zeit die Frage, welcher Geist soll das Leben bestimmen. „In der Welt gibt es ein Nebeneinander an Heiligem Geist und Geisteshaltungen, die Unheil anrichten“, stellte Besold fest. „Trotz Unrecht und Unfrieden sagt uns Pfingsten, mitten in dieser Welt ist auch Gottes Geist immer wieder wirksam und erkennbar.“

„In einer Welt von sogenannten Fake-News und gefühlten Wahrheiten und Wirklichkeiten ist ein Geist der Wahrheit wahrlich attraktiv“, betonte der Pfarrer. „Denn dem Heiligen Geist geht es um die Wahrheit über unser Leben.“ Besold bestärkte die Gläubigen „Mut zu Gott zu haben.“

Festbetrieb im Kirchenpark
Nach dem feierlichen Gottesdienst, der vom katholischen Kirchenchor und -orchester unter der Leitung von Stefanie Rüger gestaltet wurde, lud der Orgelbauverein zum Festbetrieb im Kirchenpark ein. Trotz etwas kühlen Temperaturen herrschte bei den Besuchern eine hervorragende Stimmung.

Während bei der „weltlichen“ Feier bestens für Speis und Trank gesorgt war, luden Hunderte von Kerzen in der Pfarrkirche und der benachbarten Lorettokapelle zur stillen Besinnung ein. Viele Gläubige nahmen sich dafür Zeit, zu beten und zu meditieren.

Als Rahmenprogramm war Gelegenheit gegeben, mit Organist Holger Popp bei einer Führung die Kirchenorgel kennenzulernen und auch in den Orgelkasten einen Blick zu werfen. Bei einer Kirchenführung brachte Jochen Neumann den interessierten Teilnehmer die Geschichte des Gotteshauses näher. Nicht zuletzt bestand die Möglichkeit, mit Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer und Mesner Reinhard Klöble den Kirchturm zu besteigen und seinen Blick in die Ferne schweifen zu lassen.

Zur „Nacht der offenen Kirche“ gehörte bei Einbruch der Nacht das Entzünden des Pfingstfeuers vor der Kirche, das Pfarrer Besold segnete. Die Besucher machten im Anschluss auch fleißig beim meditativen Tanz ums Feuer mit. Eine Andacht mit Taizegebeten in der nur von Kerzen erhellten Kirche beendete den Abend. Gestaltet wurde die Feier von den Gruppenleitern der katholischen Jugend mit Text und Musik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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