Erbendorf
23.11.2018 - 11:01 Uhr

Landwirte mit Leidenschaft

Milchshakes statt Sekt zum Empfang und ein Jagdhornsolo von Kreisobmann Ely Eibisch zur Eröffnung. Der Bayerische Bauernverband zeigt beim „Bauerntag der Generationen“ eindrucksvoll, dass in der Landwirtschaft Jung und Alt zusammenhalten.

Mit Milchshakes stoßen von links stellvertretende Kreisbäuerin Martina Sticht, BBV-Generalsekretär Georg Wimmer, BBV-Geschäftsführer Ulrich Härtl, Kreisobmann Ely Eibisch und Martina Eibisch auf den „Bauerntag der Generationen“ an. Bild: njn
Mit Milchshakes stoßen von links stellvertretende Kreisbäuerin Martina Sticht, BBV-Generalsekretär Georg Wimmer, BBV-Geschäftsführer Ulrich Härtl, Kreisobmann Ely Eibisch und Martina Eibisch auf den „Bauerntag der Generationen“ an.

Der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands, der Ring junger Landfrauen, die Jungbauernschaft aus Tirschenreuth und Kemnath sowie der Maschinenring arbeiteten Hand in Hand, um den "Bauerntag der Generationen" in der Erbendorfer Stadthalle auf die Beine zu stellen. Wie sich herausstellte, mit Erfolg. Denn es gab Zeit für Gespräche untereinander und mit dem Ehrengast des Abends, dem Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbands, Georg Wimmer.

Empfangen wurden die Gäste beim "Bauerntag der Generationen" mal etwas anders. Statt des obligatorischen Sekts gab es Milchshakes mit Erdbeere oder Banane. Die Zubereitung übernahmen die Jungbauernschaft sowie die jungen Landfrauen. Dazu wurden Butterbrote und Fingerfood gereicht.

Sprichwörtlich ins Horn stieß zur Eröffnung des Bauerntags im großen Saal der Stadthalle BBV-Kreisobmann Ely Eibisch höchstpersönlich. "Für uns ist heute ein ganz besonderer Bauerntag", stellte er eingangs fest. "Denn der Aufbau und Ausbau unserer Höfe macht nur Sinn, wenn sie einmal übernommen werden", betonte Eibisch. "Deshalb brauchen wir junge Leute, die die Betriebe weiterführen und den Ertrag sichern."

"Mich freut heute besonders, dass die Landwirte alle an einem Strang ziehen." Damit hob Eibisch die Gemeinsamkeiten zwischen dem BBV und dem Maschinenring sowie den Jugendorganisationen hervor. Zum Auftakt moderierte Ely Eibisch aktuelle Fragen, mit denen sich die Landwirtschaft auseinandersetzt. Dabei ging die Vorsitzende des Rings junger Landfrauen, Felicitas Gleißner, auf die Massentierhaltung und Ferkelkastration ein. Kreisbäuerin Irmgard Zintl stellte fest, dass das beste Essen mit höchster Qualität regional sei. "Für mich ist Landwirtschaft Leidenschaft", betonte der Vorsitzende der Jungbauernschaft, Christian Grillmeier.

Besser befahrbar

Eine Antwort auf die Frage, warum gerade nachts Gülle ausgefahren wird, gab die Geschäftsführerin des Maschinenrings, Marion Höcht. "Wenn nachts gefahren wird, wollen wir nicht etwas verbergen. Es liegt daran, dass der Boden nachts besser befahrbar ist und mehr aufnimmt", so Höcht. "Dann gibt es auch weniger Gestank." Dem allgemeinen Vorwurf, dass die Landwirtschaft das Wasser verschmutze, widersprach Tobias Vogel, Vorsitzender der Jungbauernschaft Kemnath. "Wasser wird am strengsten kontrolliert und im Landkreis sind wir im grünen Bereich."

"Der Landkreis unterstützt die Landwirte." Das stellte Landrat Wolfgang Lippert in seinem Grußwort fest. Auch die Zusammenarbeit mit dem Maschinenring funktioniere hervorragend. Als Beispiel nannte er die Hackschnitzelanlage im Landratsamt, die von Landwirten beliefert werde. "Die Landwirte haben bei mir einen Stein im Brett." "Wir wollen das Leben auf dem Land aufrecht erhalten", betonte Bürgermeister Hans Donko. "Die Steinwald-Allianz hat den ökologischen Gedanken aufgenommen." Als Beispiel nannte er den Mobilen Dorfladen, der Produkte aus der Region für die Region anbiete. "Mittlerweile machen 53 Betriebe als Zulieferer mit." Nicht zuletzt habe die Landwirtschaft auch mit dem Tourismus zu tun. "Denn für den einen oder anderen ist es interessant, im Rahmen des Urlaubs auf dem Bauernhof tätig zu sein." Dabei unterstützen die Kommunen als auch die Steinwald-Allianz mit Infrastruktur und der touristischen Vermarktung.

Top ausgebildet

Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch informierte: "Förderungen, Dürrehilfeprogramm und Jahresabschluss - wir sind im Amt in einer heißen Phase." Doch dies seien nicht die einzigen Aufgaben des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten. "Die Ausbildung unserer Landwirte sowie deren Fort- und Weiterbildung wird bei uns ganz groß geschrieben." Der Amtschef bekräftigte: "Wir haben top ausgebildete Landwirte. Die verstehen was von Ackerbau und Viehzucht." Zur diesjährigen Ernte führte er aus, dass die Erträge im Landkreis über dem Bayernschnitt lägen. "Sie alle haben dazu beigetragen." Ely Eibisch fasste nach den Grußworten zusammen: "Jeder weiß die Landwirtschaft zu schätzen. Das ist uns enorm wichtig."

Der Ehrengast des Abends, der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Georg Wimmer, ging in seinem Referat auf die Zukunft der Landwirtschaft ein. "Wir arbeiten dafür, die Stärke und Vielfalt der Zukunftsbranche Land- und Forstwirtschaft zu erhalten. Denn Bayern sei geprägt von bäuerlichen Familienbetrieben.

Notwendig sei eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung der Betriebe mit dem Ziel der Erhöhung der Wertschöpfung und Steigerung der Lebensqualität auf dem Land. "Das heißt aber nicht immer höher, immer weiter", so Wimmer. Vielmehr sollte sich die Landwirtschaft auf das konzentrieren, was die Land- und Forstwirtschaft in Bayern ausmache, nämlich Bodenständigkeit, Tradition, Leidenschaft und Familie sowie Innovation.

Stichwort regionale Produkte: "Erzeugnisse aus der Region werden immer beliebter", stellte der Generalsekretär fest. "Jedoch werden auch die Anforderungen und Erwartungen an die Land- und Forstwirtschaft damit immer höher." Doch Handel und Politik seien auf dem Holzweg, wenn sie in dieser Situation immer neue Regeln und Auflagen auf den Weg bringen wollen. "Damit werden bäuerliche Strukturen zerstört", so Wimmer.

In einer oft hitzigen Debatte über die Arbeit auf den Höfen und im Stall möchte der Generalsekretär klare Kante zeigen. "Ich bin für die Bauernfamilien und gegen eine unfaire Meinungsmache von einigen Organisationen, die in ihrem Eigeninteresse vor allem ein Geschäftsmodell sehen." Als Generalsekretär möchte Wimmer die Verbandspolitik, die Beratung und die Dienstleistungen des Bauernverbandes noch stärker an den Interessen und Bedürfnissen der Mitglieder ausrichten. Denn immerhin 150.000 Landwirte gehören dem Bayerischen Bauernverband an. "Wichtig ist dabei der landwirtschaftliche Nachwuchs und dessen Aus- und Weiterbildung." Auch für die Verbandsarbeit möchte er junge Leute begeistern und auch mit Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Nicht zuletzt die Landfrauen sollen mehr in die verbandliche Arbeit eingebunden werden.

Mit dem Jagdhorn eröffnet BBV-Kreisobmann Ely Eibisch den "Bauerntag der Generationen". Bild: njn
Mit dem Jagdhorn eröffnet BBV-Kreisobmann Ely Eibisch den "Bauerntag der Generationen".
Grußworte mal anders. Kreisobmann Ely Eibisch (rechts) moderiert und (von links) Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Hans Donko und Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch nehmen Stellung zur Landwirtschaft. Bild: njn
Grußworte mal anders. Kreisobmann Ely Eibisch (rechts) moderiert und (von links) Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Hans Donko und Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch nehmen Stellung zur Landwirtschaft.
Ehrengast des "Bauerntags der Generationen" ist BBV-Generalsekretär Georg Wimmer. Bild: njn
Ehrengast des "Bauerntags der Generationen" ist BBV-Generalsekretär Georg Wimmer.
Ehrengast des "Bauerntags der Generationen" ist BBV-Generalsekretär Georg Wimmer. Bild: njn
Ehrengast des "Bauerntags der Generationen" ist BBV-Generalsekretär Georg Wimmer.
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