21.05.2019 - 17:46 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Museum schmieden

Ein Leerstand weniger. Der Erbendorfer Stadtrat beschloss die Sanierung der „Alten Schmiede“. Zukünftig soll hier das Dokumentationszentrum „Flucht und Vertreibung“ sein Domizil haben. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.

Die ehemalige Banrucker-Schmiede wird durch die Stadt zu einem Dokumentationszentrum umgebaut.
von Jochen NeumannProfil

Seit Jahren steht das nach dem Stadtbrand von 1832 errichtete Haus in der Bräugasse 18 leer. Früher betrieb dort Hans Banrucker, besser bekannt unter dem Namen „Noglschmied“ eine Schmiede. Heute wird die urige Werkstatt gelegentlich für Vereinsveranstaltungen genutzt. Nicht zuletzt deswegen bürgerte sich in jüngster Zeit dabei die Bezeichnung „Alte Schmiede“ ein.

„Das derzeit nicht genutzte Grundstück muss städtebaulich entwickelt werden“, stellte Bürgermeister Hans Donko in der Stadtratssitzung fest. „Dabei bietet sich an, dieses Gebäude einer neuen Nutzung als Museum zuzuführen.“ Wie er weiter ausführte, laufe mit der tschechischen Partnerstadt Plesna ein gemeinsames, von der EU gefördertes Projekt für bayerisch-böhmische Ausstellungen zur Kriegs- und Nachkriegsgeschichte und zur gemeinsamen geologischen Vergangenheit. Dabei sei die Errichtung von Museen in beiden Städten vorgesehen.

„In unserer Stadt wird das Dokumentationszentrum Flucht und Vertreibung errichtet“, stellte der Bürgermeister fest. Vorgesehen sei, das gesamte Gebäude museal zu nutzen. Dazu müsse aber im Vorfeld das Anwesen von Grund auf saniert werden. Die genauen Planungen stellte in der Sitzung Architekt Walter Bauer vor. „Das Haus kann in seinem Grundriss so genutzt werden, wie es gebaut wurde“, stellte er fest. Die Raumaufteilung biete sich geradezu für ein Museum an. Lediglich die unterschiedlichen Bodenhöhen im Erdgeschoss müssen nach seinen Worten ausgeglichen werden.

Im hinteren Teil des Anwesens soll ein Aufzug eingebaut werden, um barrierefrei alle Räume im Erdgeschoss und im Obergeschoss erreichen zu können. „Aus brandschutztechnischen Gründen ist vorgesehen, im hinteren Gebäudeteil einen Ausgang zum Kirchhof einzubauen“, so der Architekt. Dieser könne auch als Verbindungsweg zum Heimat- und Bergbaumuseum genutzt werden. Den Stadträten bestätigte er, dass die Gebäudesubstanz im hinteren Bereich an der Nordseite starke Salzausblühungen aufweise. Insgesamt stehe dem zukünftigen Museum eine Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern zur Verfügung.

Bürgermeister Donko merkte an, dass sich die Kosten für die Gebäudesanierung auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen. „Im Rahmen des Programms Förderoffensive Nordostbayern konnte eine Förderung von 90 Prozent erreicht werden“, freute er sich. Nicht eingerechnet seien hier die Kosten für die Museumseinrichtung. „Denn das Museum selbst beläuft sich auf 640 000 Euro, die mit 85 Prozent aus EU-Mitteln bezuschusst werden“, so Donko.

„Eine wichtige und gute Maßnahme“, stellte Donko abschließend fest. Einen besonderen Dank sprach er an dieser Stelle der Regierung der Oberpfalz für die Förderung aus. Aus den Reihen der Stadtratsmitglieder kam durch die Bank ein positives Echo. CSU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reger freute sich, dass damit ein Leerstand beseitigt werden kann. „Wir bekommen ein schönes Gebäude, das wir auch bezahlen können“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Gredinger.

Die ehemalige Banrucker-Schmiede wird durch die Stadt zu einem Dokumentationszentrum umgebaut.
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