26.09.2019 - 15:58 Uhr
ErbendorfOberpfalz

In neuem Glanze

Vom Glockentürmchen auf dem Gebäude des Kaufhauses Rose in Erbendorf funkelt es seit einigen Tagen goldig herunter. Die Familie Rose hat die Ziffernblätter und Zeiger der Uhr erneuern lassen.

Drei neue Zifferblätter samt goldene Zeiger schmücken das Türmchen auf dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude. Im Hintergrund der Naabberg und der Steinwald.
von Jochen NeumannProfil

Das imposante Gebäude mit Turmuhr am Unteren Markt wurde nach dem Stadtbrand von 1832 im Jahr 1838 als Rathaus wiederaufgebaut - im Vergleich zum Vorgängerbau sogar doppelt so groß. Denn die Erbendorfer hatten den Hintergedanken, in diesem Gebäude gegebenenfalls das Gericht unterzubringen.

Es dauerte aber noch ein paar Jahre, dann war es 1849 soweit. Das Landgericht mietete sich im Rathausgebäude ein. Der erste Landrichter, der damals noch mit "Seine Gnaden" angesprochen wurde, war Georg Angerer. Für den Bürgermeister, die Stadträte und die Verwaltung bedeutete dies die Räumung des Rathauses. Gut 15 Jahre war dann die sogenannte „Magistratskanzlei“ in Privathäusern einquartiert, bis 1865 an der Stelle des Bräuhauses in der Bräugasse 3 ein neues Rathaus errichtet wurde.

Bis 1879 führte das Gericht die Bezeichnung "Königlich bayerisches Landgericht", anschließend "Königlich bayerisches Amtsgericht" und nach dem Sturz der Monarchie 1918 nur noch "Amtsgericht". Mit der Umbenennung von Land- auf Amtsgericht führten die Richter nicht mehr den Titel „Landrichter“ sondern „Oberamtsrichter“.

Zum 1. Juli 1862 wurde auch ein Notariat eingerichtet, das bis 1902 mit einem eigenen Notar besetzt war. Von 1902 bis 1929 wurde das Erbendorfer Notariat vom Amtsgericht mit einem Notariatsverweser besetzt. 1880 ging das Amtsgerichtsgebäude in Besitz des Bayerischen Staates über.

"Ein schwarzer Tag in der Geschichte Erbendorfs", schrieb der "Erbendorfer Volksbote" im Jahre 1929 und meinte hier den 30. September: An diesem Tag wurde das Ende des Amtsgerichts Erbendorf besiegelt und der dortige Amtsgerichtssitz aufgelöst.

Seither ist das stattliche Gebäude im Eigentum der Familie Rose, die hier ein Kaufhaus betreibt, das heute auch noch „Eisen-Rose“ genannt wird. In diesem Jahr entschied sich die Familie für eine Erneuerung der Turmuhr und der Wetterfahne.

Drei neue Zifferblätter samt goldene Zeiger schmücken das Türmchen auf dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude.
Zwei Glocken übernehmen den Viertel- und Stundenschlag.
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