07.04.2021 - 13:21 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Osternacht in Erbendorf mit angezogener Handbremse

Gemeinsam segneten Diakon Martin Schraml (von links) und Pfarrer Martin Besold in der Osternacht das Taufwasser.
von Jochen NeumannProfil

Die katholische Pfarrei Erbendorf feierte zum zweiten Mal die Osternacht im Zeichen der Corona-Pandemie. Nach der Lichtfeier und dem Entzünden der Osterkerze in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt brachte es Pfarrer Martin Besold auf den Punkt: „Gerade jetzt ist es so wichtig, die Geschichten des Neubeginns und des Lebens zu hören und zu erzählen.“ Denn das zweite Mal wurde Ostern in Pandemiezeiten gefeiert. „Wiederum mit Einschränkungen, fast wie mit angezogener Handbremse“, sagte Besold.

Er bezeichnete die Geschichte um die Auferstehung Jesu um „die Geschichte des Aufstands gegen den Tod“. Es müsse immer wieder neu gesagt werden, was Ostern bedeutet. „Vielleicht haben wir vergessen, welche Sprengkraft dieses Fest hat“, betonte der Pfarrer. „Wir reden kirchlich ja immer so selbstverständlich von der Auferstehung, aber wenn wir das sagen, müssten wir erschrecken: Denn das, was wir heute feiern, geht wirklich um das Leben und um den Tod.“

„Die Frauen im Evangelium jedenfalls erschrecken sich darüber, als sie am Grab Jesu hören, Jesus ist auferstanden.“ Denn wie Besold ausführte, hätten sie das Wort „Auferstehung“ noch nicht einmal gekannt. Diese Erfahrung habe sie verstört und Glauben hätten sie es nicht können. „Die Auferstehung ist eben die unglaublichste Geschichte der Welt.“

„Die Berichte über die Auferstehung Jesu in den Evangelien sind dementsprechend nüchtern“, so Pfarrer Besold. „Kein triumphierender Christus, der wie ein Kino-Held zurückkommt ins Leben.“ Vielmehr tasteten sich die Jünger langsam heran. „Denn er ist nicht einfach wieder zurück und so, wie es früher war, ist es nicht mehr.“ Jesus sei tatsächlich gestorben. Doch die Frauen und Männer erfuhren: Er lebt, er ist auferstanden.“

„Tatsächlich, er ist auferstanden in und durch die Liebe Gottes, des Vaters, die ewig ist“, sagte der Geistliche. „Dieses Leben feiern wir an Ostern, das Auferstehung heißt.“ Ostern sage uns, dass es den Tod gibt. „Er ist damit nicht abgeschafft, aber es gibt auch noch eine Dimension von Leben, die unser Leben, das wir kennen, und das mit dem Tod zu Ende geht, weit übersteigt.“

„Das Bild, das heuer an Ostern am Hochaltar zu sehen ist, illustriert das sehr fein, was mit Auferstehung gemeint ist“, hob der Pfarrer hervor. Eine hügelige Landschaft mit drei Bäumen sei angedeutet, in helles Licht getaucht. „Wenn man genau hinschaut, sieht man ein großes, lichtes Kreuz, das dezent über der Szene liegt.“

„Ich kann in diesem Bild mein Leben sehen: Es gibt das helle Licht über meinem Alltag. Die Momente, Erfahrungen, Begegnungen, die mich über dieses Leben hinausweisen. Darin scheint das Kreuz auf: Zeichen der Liebe Gottes. Wie ein roter Faden, der sich durch Freude und Leid zieht. Da ist für mich die Osterbotschaft zusammengefasst.“

Die Künstlerin Regine Martin, die dieses Bild gemacht hat, schreibt: „Inspiriert wurde ich zu diesem Bild von der Ostergeschichte. Ostern ist für mich ein Fest der Liebe und Hoffnung. Auf Dunkelheit und Tod folgt Licht.“ Ein Licht, das die Liebe und Gegenwart Gottes ist, die hinter allem steht: die Dimension, die unser – tödliches – Leben weit übersteigt.

Neben der Erneuerung des Taufversprechens und der Segnung des Weihwassers segnete Pfarrer Martin Besold nach der Eucharistiefeier auch die Speisen in der Osternacht. „Es ist ein guter Brauch, denn die Osterspeisen sollen die heilige Feier daheim in unseren Häusern und Wohnungen fortsetzen.“

Bevor Pfarrer Martin Besold den österlichen Segen erteilte, sprach er seinen Dank für die Vorbereitung und Feier des Ostergottesdienstes aus. „Allen, die heute in der Osternacht und schon die Tage vorher mitgewirkt haben, sage ich ein herzliches Vergelt' s Gott“. Sein Dank galt unter anderem auch dem Ensemble „Vocalista ad hoc“ unter der Leitung von Stefanie Rüger und Holger Popp. Auch bei den Technikern bedankte sich Pfarrer Besold: Der Gottesdienst war auch im Internet zu sehen. Namentlich nannte er dabei Jonathan Sausner, Simon Kreuzer Holger Popp.

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