03.12.2020 - 15:49 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Pfarrhaushälterin Angelika Schedl aus Premenreuth schaltet Radio für Gott auf Empfang

Radio Horeb will in der Diözese Regensburg viele Hörer hinzugewinnen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf den Schultern der Pfarrhaushälterin Angelika Schedl (61) aus Premenreuth (Landkreis Tirschenreuth).

Angelika Schedl aus Premenreuth leitet die Regionalgruppe Tirschenreuth von Radio Horeb.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

ONETZ: Warum engagieren Sie sich für Radio Horeb?

Angelika Schedl: Weil ich es für eine wichtige Sache halte. Das Wesen der katholischen Kirche ist es, die Wahrheit, das Evangelium, zu den Menschen zu bringen. Ich durfte schon oft erfahren, wie schön und heilsam diese Botschaft Jesu ist, und es liegt mir am Herzen, vielen Menschen diese Freude nahezubringen. Mit Radio Horeb habe ich den Schatz im Acker gefunden, und ich möchte dass dieser Schatz von vielen auch entdeckt werden kann.

ONETZ: Sie leiten bei Radio Horeb die Regionalgruppe Tirschenreuth. Für welchen Bereich sind Sie da genau zuständig.

Angelika Schedl: Das ist leider derzeit noch nicht genau definiert, weil wir hier noch Aufbauarbeit leisten müssen. Derzeit gibt es erst eine Regionalgruppe in der Diözese. Das bedeutet, dass wir nicht nur Ansprechpartner für interessierte Hörer aus dem Dekanat Tirschenreuth sind, sondern sich auch Leute aus anderen Gebieten bei uns melden. Vor kurzem hat erst eine Frau aus Weiden den Kontakt zu uns aufgenommen.

ONETZ: Was ist das Besondere an diesem Sender?

Angelika Schedl: Die Klarheit der Wahrheit. Es gibt keine Tabuthemen, und es sind versierte Referenten, die zu den vielfältigen Themen sprechen. Die Referenten gehören übrigens auch zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Und was mich ungemein beeindruckt hat, ist, wie schnell Radio Horeb in der Coronakrise das Programm auf neue Themen, die plötzlich wichtig wurden, erweitert hat.

ONETZ: Sie begannen gerade damit, intensiv bei Gottesdiensten für Radio Horeb zu werben und dann kam die Coronakrise ...

Angelika Schedl: Sie hat unsere Arbeit wirklich jäh unterbrochen. Wir hatten so viele Aktionen geplant, wir wollten nicht nur in Gottesdiensten auf den Sender aufmerksam machen, sondern auch bei Vereinen, in Seniorenheimen, Krankenhäusern und bei anderen Institutionen unser Programm vorstellen. Das war dann plötzlich nicht mehr möglich, weil keine Veranstaltungen mehr möglich waren. In Tirschenreuth gab es sogar einen Gottesdienst, der übertragen wurde. Es war eigentlich ein großes Programm mit Wolfgangsschrein zu unserer Aktion "Pfarrei der Woche" geplant. Doch wegen der Coronakrise kam der Schrein nicht, und die Aktion ging ein wenig unter. Auf der anderen Seite hat uns die Coronakrise aber auch geholfen, weil viele Leute seitdem nach Möglichkeiten suchen, daheim an Gottesdiensten und Gebetsstunden teilnehmen zu können. Und die bietet unser Radiosender. Die Kirche leiden gewaltig unter der Coronakrise. Die Zahl der Gläubigen in den Gotteshäusern ist überschaubar. Viele haben Angst vor Ansteckung. Davon profitiert der Sender natürlich derzeit.

ONETZ: Was hat der Sender zum Beispiel getan, um die Krise zu nutzen?

Angelika Schedl: Es gibt viele, die durch die momentane Situation den Sender neu entdecken. Auf die Wünsche dieser Hörer wird Rücksicht genommen. Wegen der Coronakrise überträgt unser Sender zum Beispiel neben der heiligen Messe um 9 Uhr nun auch noch eine weitere heilige Messe am Abend um 18.30 Uhr. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Berufstätige. Gewinner waren aber bisher vor allem die Gläubigen, welche Radio Horeb schon kannten und bereits hörten.

ONETZ: Kann ein Gottesdienst am Radio den Besuch der Messe überhaupt gleichwertig ersetzen?

Angelika Schedl: Bei einem Gottesdienst ist immer wichtig, dass ich mit dem Herzen dabei bin. Ob in der Kirche oder im Radio. Gott ist nicht an Raum und Zeit gebunden.

ONETZ: Dabei versprechen Sie auch fetzige Musik für junge Leute. Lehnen Sie sich da nicht zu weit aus dem Fenster?

Angelika Schedl: Nein, sicher nicht. Ich muss aber zugeben, dass ich lange nicht wusste, dass es christlichen Rap und Hiphop und christliche Rockmusik gibt. Aber unser Sender stellt regelmäßig verschiedene Künstler dieses Genres, wie Michael Patrick Kelly, O’Bros oder Veronika Lohmer, um nur einige zu nennen, vor, und am Montag beim Abend der Jugend begleitet diese Musik auch die interessanten Beiträge für junge Leute. Natürlich ist dies auch ein Angebot für Junggebliebene. Wir sind auch in den sozialen Medien, wie Facebook, Twitter, YouTube und Instagram, unterwegs. Ich empfehle den Leuten immer: Hören Sie mal rein und überzeugen Sie sich selbst.

ONETZ: Ihr christlicher Sender will alle Generationen erreichen. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Angelika Schedl: Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Im Radio ist immer wieder von der Hörerfamilie die Rede. Zu einer Familie gehören nun mal Junge und Alte, also wollen wir auch diese Bereiche abdecken. Zum anderen ist uns ein Programm für alle Generationen wichtig, weil der Glaube auch für junge Menschen interessant, aber vor allem wichtig und wertvoll sein kann.

ONETZ: Sie sind ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Sender. Wo können sich da überall einbringen?

Angelika Schedl: Ich versuche vor allem das zu tun, was meinen Fähigkeiten entspricht. Was ich nicht kann, muss ich auch nicht machen. Derzeit sind dies vor allem organisatorische Tätigkeiten, die ich übernehmen. Ein Schwerpunkt liegt dabei natürlich beim Aufbau der Regionalgruppe Tirschenreuth, die derzeit aus etwa acht Mitarbeitern besteht. Leider sind derzeit wegen der Corona-Einschränkungen keine Gruppentreffen möglich. Manche Gruppen versuchen, sich digital im Netz zu treffen. Aber das funktioniert bei uns nicht, da einige unserer Mitglieder nicht so online-affin sind. Darüber hinaus habe ich im Oktober in der Zentrale in Balderschwang vielfältige Arbeiten beim Projekt "Missionsmonat" unterstützt. Das war ebenfalls eine ungemein lehrreiche und spannende Aufgabe. Insgesamt sind die Tätigkeiten, die ich übernehmen kann, so vielfältig, dass ich ständig neue Fähigkeiten bei mir entdecken kann, denn der Mensch wächst an seinen Aufgaben. Auf der Internetseite www.horeb.org kann man sich kundig machen, was es hier alles zu tun gibt.Vom Verteilen der Programme, über ein Technikerpraktikum bis zur Radiomoderation im Studio ist für jedes Alter etwas dabei. Wie gesagt, jeder kann sich nach seinen persönlichen Fähigkeiten einbringen und kann selbst entscheiden, wie viel Zeit er in das Projekt investieren will.

ONETZ: Wie lange sind Sie eigentlich schon dabei?

Angelika Schedl: Ich selbst engagiere mich seit 2017 Damals wurde das Radio-Horeb-Team Deutschland aus der Taufe gehoben. Das passte ganz gut. 2015 sind wir nach Premenreuth gekommen. Da hatte ich dann auch die nötige Zeit mich neu in solch ein großes Projekt einzubringen. Gegenwärtig sind etwa über 360 Ehrenamtliche in 32 Gruppen in ganz Deutschland organisiert. Unsere Gruppe in der Region Tirschenreuth/Weiden gibt es seit knapp einem Jahr. Unser wichtigstes Ziel ist es jetzt erst einmal mitzuhelfen, dass der Sender bekannter wird.

ONETZ: Wie viele Hörer erreicht Ihr Sender in der Region oder gibt es da keine verlässlichen Zahlen?

Angelika Schedl: Die Reichweite ist schwer einzuschätzen. Da wir ein spendenfinanzierter Sender sind, beteiligt sich Radio Horeb nicht an Medienanalysen. Auf Grund der Rückmeldungen und Spenden kann man aber davon ausgehen, dass etwa 300.000 Hörer den Sender regelmäßig nutzen.

ONETZ: Was brauche ich, um Radio Horeb empfangen zu können?

Angelika Schedl: Leider kann man bei uns in der Region Radio Horeb nicht analog empfang. Das geht bei uns nur mit einem Digitalradio DAB+. Wer das allein nicht schafft, kann sich übrigens kostenlos vom Sender helfen lassen. Es gibt dort einen Hörerservice, der den Leuten beim Einstellen des Digitalradios behilflich ist. Erreichbar ist er unter der Nummer 08328/921110.

ONETZ: Ist es daheim ein Problem, wenn Sie ständig Radio Horeb hören?

Angelika Schedl: Nein, aber es ist wohl schon ein Vorteil, dass ich eine unverheiratete Pfarrhaushälterin bin. Ich übe diesen Beruf übrigens schon seit über 40 Jahren aus. Und das immer beim gleichen Chef, bei Monsignore Martin Neumaier. Wir waren zuerst zusammen elf Jahre in Tännesberg und dann 27 Jahre in Walderbach. Als mein Chef in Ruhestand ging, sind wir 2015 in den Pfarrhof in meinem Geburtsort nach Premenreuth gezogen. Nebenbei mache ich seitdem auch Führungen in der Bibliothek und der Basilika in Waldsassen.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingssendung bei Radio Horeb?

Angelika Schedl: Da gibt es keine. Ich mag echt alle Sendungen. Angefangen von der Kindersendung über die Spiritualität, Katechismus, Gottesdienst, Gebetszeiten, Lebenshilfe und sozialkritische Beiträge höre ich echt einfach alles gerne. In den Nachrichten kommen übrigens auch Meldungen, die man in den sonstigen Medien nicht hört.

ONETZ: Und wenn Sie mal gerade nicht Radio Horeb eingeschaltet haben, hören Sie dann noch andere Radiosender?

Angelika Schedl: Früher war dies schon der Fall. Heute höre ich keine anderen Sender mehr. Jetzt habe ich für mich den einzigen richtigen Sender, den "one and only" für mich, gefunden.

Hier erfahren Sie mehr über Radio Horeb

Amberg
Info:

Fakten zu Radio Horeb

  • Radio Horeb ist ein privater christlicher Radiosender mit Verwaltungssitz in Balderschwang im Landkreis Oberallgäu.Eigentümer ist die Internationale Christliche Rundfunkgemeinschaft (ICR) e.V. in Balderschwang
  • Inhaltliche Richtschnur ist die Lehre der römisch-katholischen Kirche.Gottesdienstübertragungen, Lebenshilfe und Spiritualität sind Programmfixpunkte des Senders.
  • Täglich wird eine heilige Messe aus verschiedenen katholischen Kirchen in Deutschland live übertragen. Laudes, Sext, Angelus, Vesper, Komplet und das Beten des Rosenkranzes (um 6 Uhr morgens, 19Uhr und 24 Uhr nachts) geben dem Programm ein liturgisches Grundgerüst.
  • Seit 1. August 2011 wird Radio Horeb über Digitalradio DAB+ bundesweit ausgestrahlt. Der Empfang ist in Deutschland digital terrestrisch, über Kabel, Satellit, Phonecast und Livestream möglich.
  • Die Hauptstudios des Senders befinden sich in Balderschwang und München. Radio Horeb beschäftigt laut Wikipedia rund 50 hauptamtliche und einige Hundert ehrenamtliche Mitarbeiter.

 

 

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