13.10.2019 - 13:43 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Mit Pfeifen und Alphorn

Natürlich, emotional und abwechslungsreich. Ein großartiges Konzert lieferten das Nordbayerische Spielleuteorchester und die Großkonreuther Alphornbläser vor zahlreichem Publikum in der Erbendorfer Stadthalle ab.

von Jochen NeumannProfil

„NATÜRlich“ – so lautete das Motto des gemeinsamen Konzerts des Nordbayerischen Spielleuteorchesters und der Alphornbläser aus Großkonreuth. Was es mit dem „NATÜRlich“ auf sich hatte, löste der Dirigent und Moderator des Abends, Christoph Ahlemeyer, auf. Dabei ging er weit zurück in die Geschichte. „Spielleute sorgten früher für gute Stimmung“, stellte er fest. „Sie waren die Partybands des Mittelalters.“ Neben Trommeln, Flöten und Pfeifen gehörten die Trompeter dazu. „Die Fanfaren in der Spielleutemusik haben keine Ventile, sie spielen also nur Naturtöne.“ Des Weiteren wies er darauf hin, dass es in der Konzertpause vom Bier bis zum belegten Brötchen nur Bio-Produkte gebe, eben natürlich. „Schon war das Motto ‚Natürlich‘ geboren.“

Der Leiter der Großkonreuther Alphornbläser, Markus Werner, konnte in seiner Begrüßung zahlreiche Gäste des Nordbayerischen Musikbundes begrüßen. Aus der politischen Prominenz war Zweiter Bürgermeister Johannes Reger vertreten. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes Ferdinand Münch kündigte in seinem Grußwort einen „ungewöhnlichen Abend“ an. Besonders im Hinblick darauf, dass zwei Neukompositionen in der Stadthalle Premiere hatten.

Mit einem klassischen „Rondeau“ eröffneten die Spielleute das Konzert. Unter dem Titel „Kurpfälzer Jagdgeschichten“ präsentierten die gut 50 Musiker Jagd-Impressionen in vier musikalischen Bildern, wobei hier die Fanfaren eine Hauptposition einnahmen.

„Sternenkind“, hieß die Uraufführung des Musikstücks aus der Feder von Markus Heider aus Olpe. Christoph Ahlemeyer stellte „Sternenkind“ als „sehr emotionales Stück“ vor. Wie er ausführte, war es eine Auftragsarbeit für Heider. „Darin verarbeitete er den frühen Tod seines Sohnes Paul, der nach der Geburts an einem Herzfehler starb“, wusste der Moderator. „Diese Musik ist ein Wechselbad der Gefühle, geschrieben von einem selbst Betroffenen.“ Das Besondere bei der Premiere dieses Stücks in der Stadthalle: Ahlemeyer bat Heider, sein Werk selbst zu dirigieren. Bei den Besuchern ging die Musik unter die Haut.

„Es braucht kein großes Gebirge, um Alphörner grandios klingen zu lassen.“ Mit diesen Worten kündigte Ahlemeyer die 18 Musiker der Großkonreuther Alphornbläser unter der Leitung von Markus Werner an. In zwei großen Blöcken reichte ihr Repertoire von traditioneller Alphornmusik über Landler, Märsche bis hin zu modernen Arrangements.

Ihnen stand das Spielleuteorchester in nichts nach. John Philip Sousas „The Thunderer“ erklang ebenso wie der Militärmarsch Nr. 2 von Ludwig van Beethoven. Selbst eine Polka war zu hören. Moderne Arrangements sind ihnen ebenfalls nicht fremd. Das bewiesen sie mit dem Titel „Africa“ von David Paich und Jeff Porcaro. Einen Aufstand machten im wahrsten Sinne des Wortes die Schlagzeuger. Sie stellten sich vor der Bühne auf und überzeugten mit Trommeln und Bechern.

Den großen gemeinsamen Abschluss bildete die Uraufführung der Komposition von Christoph Ahlemeyers „Natürlich“. Es gab stehende Ovationen für einen besonderen Abend.

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