(njn) "Heinrich Linkel - Mechanische Werkstätte." Noch heute ist am Eckgebäude an der Asylstraße und Kaiserberg der Schriftzug über dem Schaufenster zu lesen. Bereits in den 1920er Jahren war hier eine Kfz-Werkstatt, später sogar mit einer Tankstelle direkt am Kaiserberg. Doch seit vielen Jahren stehen das "Linkel-Haus" und auch das Nachbargebäude, das sogenannte "Mathes-Haus", leer und sehen entsprechend heruntergekommen aus.
Um den Bestand der beiden Gebäude zu sichern und wieder mit Leben zu füllen, hatte Bürgermeister Hans Donko die Idee, diese Anwesen als Tagespflegeeinrichtung auszubauen. "Es ist nicht die Aufgabe einer Kommune, den Betrieb einer Tagespflegeeinrichtung zu führen", merkte der Rathauschef an.
"Aber mit einem caritativen Träger ist das eine tolle Geschichte." Wie Bürgermeister Hans Donko in der Stadtratssitzung ausführte, seien bereits viele Gespräche geführt worden. "Mit dem BRK-Kreisverband Tirschenreuth haben wir einen kompetenten und erfahrenen Träger für diese Einrichtung gefunden." Gemeinsam mit dem BRK und Architekten Richard Krauß vom Architekturbüro Rembeck sei die Idee zu Papier gebracht worden.
Architekt Krauß ging näher auf die Planungen ein. So müssen die beiden Gebäude von Grund auf saniert und umgebaut werden. Die westlich angebaute ehemalige Werkstatt wird abgebrochen. Der zukünftige Haupteingang führt über die Asylstraße durch einen neuen kleinen Anbau in die Einrichtung. Neben Wohn- und Gruppenräumen für Anwendungen ist auch an eine Kleinküche gedacht worden. Wert legte Krauß darauf, dass der gesamte Bau barrierefrei erschlossen wird. "Neben einem Treppenaufgang wird auch ein Aufzug vom Gewölbekeller bis ins Dachgeschoss integriert." Ausgelegt ist die Tagespflegeeinrichtung auf 15 Personen. Insgesamt stehen 300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Auf den Freiflächen westlich des Hauses entstehen ein Therapiegarten sowie zwei Kurzzeitparkplätze.
"Ich bin mir sicher, dass nach dem Umbau beide Häuser das Stadtbild positiv aufwerten", so der Architekt. Die Maßnahme sei zudem bereits mit dem Denkmalschutz abgesprochen worden. Die Gesamtkosten bezifferte Krauß auf rund 1,3 Millionen Euro.
"Wir haben bereits Mittel aus der Städtebauförderung vorgehalten", fügte Bürgermeister Donko hinzu. Zudem gebe es Gelder aus der Nordostbayern-Initiative für die Beseitigung von Leerständen. "Auch die Regierung der Oberpfalz steht der Maßnahme wohlwollend gegenüber." Er bekräftigte, dass für die Stadt eine solche Einrichtung notwendig sei.
Dem Vorhaben stand der Stadtrat einhellig positiv gegenüber. Zum weiteren Weg führte Bürgermeister Donko aus, dass jetzt gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband mit der Feinplanung begonnen wird.
Erbendorf
21.06.2018 - 14:03 Uhr
Pflege statt Leerstand
von Jochen Neumann
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