Erbendorf
25.06.2018 - 16:51 Uhr

Projekt Museum: Schüler knüpfen Kontakte

Einen Einblick in die deutsch-tschechische Geschichte erhalten Fünftklässler der Erbendorfer Mittelschule. Im Rahmen des gemeinsamen EU-Projekts waren die Buben und Mädchen zu Gast in der tschechischen Stadt Plesna.

Die deutschen und tschechischen Schüler sind in Plesna der Geschichte auf der Spur. Gemeinsam mit (von links) Jugendsozialarbeiter Jörg Wetzel und Lehrerin Michaela Suleková sowie (hinten, von links) Jan Nedvéd vom Museum Karlsbad und Plesnas Bürgermeister Petr Schaller lernen sie . njn
Die deutschen und tschechischen Schüler sind in Plesna der Geschichte auf der Spur. Gemeinsam mit (von links) Jugendsozialarbeiter Jörg Wetzel und Lehrerin Michaela Suleková sowie (hinten, von links) Jan Nedvéd vom Museum Karlsbad und Plesnas Bürgermeister Petr Schaller lernen sie .

(njn) Die Stadt Erbendorf und die tschechische Stadt Plesna (früher Fleißen) arbeiten seit einigen Jahren grenzüberschreitend partnerschaftlich zusammen. Unter anderem sanierte man durch ein gemeinsames Projekt vor drei Jahren den Stadtpark an der Bahnhofstraße sowie den Park in Plesna - als sogenanntes Spiegelprojekt.

Nun haben die beiden Städte wieder ein gemeinsames Projekt in Angriff genommen. Unter dem Motto "Bayerisch-böhmische Ausstellungen zur Kriegs- und Nachkriegsgeschichte und zur gemeinsamen geologischen Vergangenheit" sollen je ein Museum in Erbendorf und Plesna entstehen. Wichtig dafür sind auch die Begegnungen der Menschen: Stadträte und Senioren der beiden Städte knüpften bereits Kontakte. Auf Einladung der Stadt Plesna besuchte eine fünfte Klasse der Steinwaldstadt gemeinsam mit Lehrerin Irene Knott und Jugendsozialarbeiter Jörg Wetzel die Partnerstadt.

Peter Schaller, Bürgermeister der Stadt Plesna, begrüßte die Schüler im dortigen Kulturhaus. Er stellte den Jugendlichen das gemeinsame Vorhaben beider Städte vor: In Plesna soll eine alte Textilfabrik saniert werden, um in Zukunft ein Museum für Geologie zu beherbergen. Dort soll auch die Ansiedlung neuer Bürger nach 1945 dokumentiert werden. In Erbendorf wird im Anwesen in der Bräugasse 23 ebenfalls ein Museum aufgebaut, das "Flucht und Vertreibung" thematisiert.

Magister Jan Nedvèd vom Museum in Karlsbad brachte den deutschen und tschechischen Jugendlichen die gemeinsame Geschichte Nordwestböhmens näher. Besonders ging er auf die Tschechische Republik ab 1918 ein und zeigte die Entwicklung auf, die schließlich zur Vertreibung der Deutschen führte. Wie er feststellte, seien auch Tschechen von Vertreibungen nach 1945, vor allem im Osten des Landes, nicht verschont geblieben. Sie siedelten sich schließlich in den verlassenen Dörfern und Städten entlang der Grenze wieder an.

Zusammen mit Lehrerin Michaela Suleková hatten die tschechischen Schüler einen Sportparcours für die Besucher aus dem Steinwald organisiert. Unter anderem waren Sit-Ups, Liegestützen, Seilspringen und verschiedene Ballspiele zu bewältigen. Dabei gab es für die Schüler kaum sprachliche Barrieren zu bewältigen. Die tschechischen Schüler hatten bereits entsprechende Deutschkenntnisse aus dem Unterricht. Wenn die Kommunikation doch zu kompliziert wurde, stand Silva Hornová als Übersetzerin zur Verfügung.



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