12.06.2019 - 14:18 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Rostiger Kasten eine Rarität

Dauerwellen für Frauen waren in früherer Zeit buchstäblich eine heiße Geschichte. Im Heimat- und Bergbaumuseum ist in der Sonderausstellung "So war's früher - Leben und arbeiten wie zu Großmutters Zeit" ein Heißlockenwickler zu sehen.

Dauerwellgerät der Firma FUVA im Heimat- und Bergbaumuseum. Auf dem Bild Friseurmeister Reinhard Härteis.
von Jochen NeumannProfil

Einen Meilenstein in der Entwicklung zu gelocktem Haar setzte der deutsche Friseur Karl Ludwig Nessler mit der Erfindung der Dauerwelle im Jahr 1906. Obwohl die ersten Kundinnen teilweise mit verschmorten Haaren und Brandblasen zu kämpfen hatten, setzte sich der Trend durch. Die unterschiedlichsten Geräte und Lockenwickler kamen auf den Markt. Vor allem den Friseuren standen bei den Heizwicklern viele Varianten zur Auswahl. Ein solches Gerät ist der Dauerwellapparat der Firma FUVA (Funk und Vatter) aus Ramersdorf bei München.

Auf den ersten Blick ein rostiger Blechkasten in der Größe von rund 45 mal 30 Zentimetern, der es aber in sich hat. Genauer gesagt handelt es sich um einen Heißlockenwickler, der elektrisch betrieben wurde und in den 1950er Jahren in Zeiten des Wirtschaftswunders eingesetzt wurde. Schon vor längerer Zeit überreichte es der Erbendorfer Friseurmeister Reinhard Härteis. Wie er sagte, habe er damit selbst nicht mehr gearbeitet. Dafür umso mehr sein Vater, der es in den 1950er Jahren auch angeschafft hat.

Aber Härteis kennt sich noch gut mit der Benutzung aus. So mussten die Heizklammern nach dem Aufsetzen in der Drehvorrichtung durch Rechtsdrehen an den Wickler fixiert werden. Anschließend wurden die Locken eingedreht und die Entstehung der Dauerwelle mit dem wirklich heißen Teil am Kopf der schönen Frau konnte beginnen. Immerhin, die Teile waren bis zu 190 Grad heiß.

Mehr zum Friseur und zu anderem Handwerken in Erbendorf gibt es im Heimat- und Bergbaumuseum. Öffnungszeiten: jeden zweiten Sonntag im Monat 14 bis 16 Uhr, Mai bis September jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr, Eintritt: 2 Euro, Kinder sind frei. Geöffnet ist das Heimat- und Bergbaumuseum am Sonntag, 16. Juni, von 14 bis 16 Uhr.

Dauerwellgerät der Firma FUVA im Heimat- und Bergbaumuseum.
Dauerwellgerät der Firma FUVA im Heimat- und Bergbaumuseum.
Auf den ersten Blick ein rostiger Blechkasten: Das Dauerwellgerät der Firma FUVA. Zu sehen im Heimat- und Bergbaumuseum.

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