In der in früheren Jahrhunderten durch den Bergbau geprägten Stadt Erbendorf durchzieht ein weites Netz an Kellergängen die Stadt. Über 40 Felsenkeller gab es noch zum Ende des 19. Jahrhunderts, die im Laufe der Zeit eingefüllt oder ungenutzt liegen geblieben sind. Ursprünglich in früher Zeit als Prospektionsstollen auf der Suche nach Erzen angelegt, folgte später der Ausbau zu Lagerkellern. Aufzeichnungen der Stadt zeigen, dass der größte Teil im 17. und 18. Jahrhundert erweitert und auch neu angelegt wurde.
Eine der bekanntesten Sagen ist die des Benefiziaten Balthasar Weißbach (1745-1818): Im alten Kreuzwirtshaus in der Bräugasse in Erbendorf war es, wo einst in der Christnacht vier gottlose Burschen Schafkopf spielten. Schon längst hatte man zur Mette geläutet, aber die Vier saßen immer noch beisammen, fluchten, schalkten und wenn die Karten nicht nach ihrem Wunsch fielen, was aus ihrem Mund regelmäßig der Ausdruck zu hören, „Wenn nur gleich der Teufel komme!“
Genau in dem Moment, als die Kirchturmglocke die heilige Wandlung verkündete, da öffnete sich die Tür der Gaststube und ein schneidiger Jägersmann trat herein. Er setzte sich zu den vier Kartenspielern und ließ sich einen Krug Bier schmecken. Einem der Kartenspieler fiel nach einiger Zeit ein Geldstück unter den Tisch. Während dieser es suchte, bemerkte er, dass der er eben gekommene fremde Herr einen Geißfuß hatte. Leichenblass zog er seinen Kopf unter dem Tisch hervor und flüsterten seinen Kameraden einige Worte zu. Eiskalt lief es dabei den vier Kartenspielern über den Rücken und vor Schreck starrten sie wie gelähmt den Jägersmann an, wussten sie doch, dass der leibhaftige Teufel unter ihnen sitzt.
Kaum seiner zitternden Glieder mächtig, eilte der Kreuzwirt zum Benefiziaten Weißbach, einem damals bekannten Geisterbanner und Teufelsbeschwörer. Bald kam Weißbach mit einem großen Buch ins Kreuzwirtshaus. Als der Benefiziat die Gaststube betrat, wollte der Leibhaftige das Weite suchen – doch er blieb sitzen. Lange Zeit hatte Weißbach aus seinem Buch gebetet, doch der der Teufel machte keine Miene, seinen Platz zu räumen. Im Gegenteil, jetzt begann er, dem Priester, der ein heiligmäßiges Leben führte, Sünden vorzuwerfen. So habe er einmal als Kind seiner Mutter ein Ei gestohlen, auch sei er über ein Saatfeld gelaufen. Weißbach wusste aber, beide Anschuldigungen zu verteidigen. Er entgegnete, mit dem Ei habe er Papier gekauft, um Gottes Wort zu schreiben. Und durch das Saatfeld habe er einen Weg genommen, um einem Sterbenden noch rechtzeitig die heilige Wegzehrung zu bringen.
Alle Bemühungen des Teufels, die geisterbannende Kraft des Benefiziaten zu schwächen, blieben erfolglos. Und als dieser endlich in Kreuzesform Weihwasser spritze, wich der Höllengeist, einen abscheulichen Schwefelgeruch hinterlassend. Er floh in südlicher Richtung zum sogenannten Kellerhäusl beim Lindenbaum, wo er heute noch sein Unwesen treiben soll. Heute sieht man den Teufel am Lindenbaum nicht mehr. Denn der Felsenkeller ist bereits seit einigen Jahrzehnten zugeschüttet.
Überliefert ist zu diesem Keller auch, dass dieser von der katholischen Pfarrkirche unter dem Tauchersbach zum Lindenbaum führte und als Fluchtkeller genutzt wurde. Besonders im Bereich der Alten Propstei und am Mühlbühl besteht ein regelrechtes Kellerlabyrinth. Im Volksmund hat es geheißen, dass manche Kellergänge kilometerweit reichten. Das machte sich während des 30-jährigen Krieges ein Pfarrer zunutze, über den Folgendes erzählt wird:
Als der katholische Pfarrhof noch in der Alten Propstei war, flüchtete der Pfarrer aus Angst vor heranziehendem Kriegsvolk in einen Keller beim Pfarrhof, der ihn unter der Fichtelnaab hinauf zum Kühstein führte, wo er drei Tage ohne Wasser und Brot ausharrte, bis die Gefahr vorüber war. Übrigens erinnert in der katholischen Pfarrkirche im Aufgang zur Empore eine Gedenktafel an Benefiziat Weißbach. Denn an dieser Stelle befand sich, als der Emporenanbau noch nicht stand, sein Grab.















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