17.09.2019 - 15:10 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Sonne statt Wind

Die Erbendorfer CSU positioniert sich. „Wir sehen in der Solartechnik den Schlüssel für die Energiewende vor Ort und brauchen die Stromtrasse für die Wintermonate und die Industrie", stellt Bürgermeisterkandidat Johannes Reger fest.

CSU-Bürgermeisterkandidat Johannes Reger (Zweiter von links) und Bürgermeister Hans Donko (Dritter von links) beim Rundgang durch das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke. Mit auf dem Bild Landratskandidat Roland Grillmeier sowie die CSU-Kreis- und Stadträte.
von Jochen NeumannProfil
Im Rahmen der Zukunftswochen besuchten CSU-Bürgermeisterkandidat Johannes Reger (Dritter von rechts), Bürgermeister Hans Donko (Dritter von links) und CSU-Landratskandidat Roland Grillmeier (Vierter von rechts) mit den Kreis- und Stadträten sowie Mitgliedern das Blockheizkraftwerks der Stadtwerke.

Mit dem Thema Energiewende starteten die CSU-Zukunftswochen. Für die Diskussionsrunde fand der Ortsverband den richtigen Ort: das Blockheizkraftwerk der Stadt. CSU-Ortsvorsitzender und designierter Bürgermeisterkandidat Johannes Reger sagte: "Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte, die mit dem 100 000-Dächer-Programm sowie den Forschungen zu Großwindanlagen unter der Regierung Kohl begonnen hat. 44 Prozent des Stroms wurden heuer bis Ende August regenerativ erzeugt, was vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre." Er sei sich sicher, dass das Ausbauziel von rund 60 Prozent bis zum Jahr 2030 machbar sei.

"Mit dem Solarpark in der Brückelpoint und auf städtischen Gebäuden sowie mit dem Fernwärmenetz der Stadtwerke ist die Stadt in Sachen Energiewende einer der Pioniere auf diesem Gebiet", stellte Reger fest. "Die Stadt und auch die privaten Haushalte sind in Sachen erneuerbare Energien breit aufgestellt und setzen damit ein Zeichen in Sachen Umweltschutz.

"10-H beibehalten"

Windräder in unserer wertvollen Kulturlandschaft sollten nur errichtet werden, wenn dies verträglich ist und die Bürger das auch wollen." Damit bezog Roland Grillmeier in Sachen Windenergie klar Stellung. "Dies sehe ich aber nirgends im Landkreis, und daher sind ich und der CSU-Ortsverband der Meinung, dass die 10-H-Regelung für die Aufstellung von Windrädern beibehalten werden muss. Ein Ausbau der Windkraft gegen den Willen der Bürger wird es in Erbendorf nicht geben, bei Bedarf würde ein Bürgerentscheid für Klarheit sorgen", so Reger.

Grillmeier und Reger sprachen auch die gerade in den vergangenen Tagen heiß diskutierten Stromtrassen an. "Wir werden um den Bau der Trassen nicht herumkommen. Denn in unseren Industriestädten ist die Eigenversorgung mittelfristig nicht machbar", meinte Grillmeier. "Sie ist abhängig von einer konstanten Stromversorgung." Deshalb setze er sich für eine verträgliche Trassenführung für Mensch und Natur ein. "Optimal wäre die Autobahnlösung, für die sich momentan auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Abgeordnete der Region stark machen.

Als Beispiel nannte er Mitterteich. "Derzeit decken wir mit Biogas und Photovoltaik lediglich 25 Prozent der Eigenversorgung ab." Denn alleine die Industrie habe gut den 20-fachen Verbrauch der Privathaushalte. Reger stellte für Erbendorf einen Anteil von 38 Prozent an regenerativen Energien fest. "Eine komplette Eigenversorgung ist nicht möglich, vor allem in den Wintermonaten. Dies gilt für den Landkreis auch, wenn die Windenergie weiter ausgebaut wird", betonte er. Derzeit wird in der Steinwaldstadt nach den im Bayerischen Energieatlas verfügbaren Zahlen aus Windenergie 9 Prozent, aus Biomasse (dazu zählt das Blockheizkraftwerk der Stadt) 12 Prozent und 14 Prozent aus Photovoltaik erzeugt. Hinzu kommt noch die Wasserkraft mit einem Anteil von 3 Prozent. Vom gesamten Strombedarf entfallen in Erbendorf rund 75 Prozent auf Industrie sowie Gewerbe und etwa 25 Prozent auf die privaten Verbraucher.

"Viele Kommunen und private Haushalte haben sich im Bereich regenerative Energien enorm engagiert", stellte der CSU-Ortsvorsitzende fest. "Sie zeigen auch viele Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Gesellschaft auf." Diese Bemühungen müssen nach Reger beispielsweise gemeinsam mit dem Energie-Technologischen Zentrum Nordoberpfalz (etz Nordoberpfalz) fortgesetzt werden. Denn dieses biete auch privaten Haushalten kostenlose Beratungen zu diesem Thema an.

"Ebenso haben wir in Erbendorf erfahrene Fachbetriebe. Damit können alle, Kommunen und Bürger, ihre Energieeffizienz verbessern und so zum Klimaschutz ein Stück weit beitragen." Eine dahingehende positive Entwicklung konnte Reger beim Ortstermin bereits in Zahlen nennen. "Lag der Stromverbrauch in ganz Erbendorf im Jahr 2011 bei zirka 39 000 Megawattstunden, waren es im vergangenen Jahr nur noch zirka 32 000 Megawattstunden." Bürgermeister Hans Donko stellte beim CSU-Termin vor allem dem Landratskandidaten Roland Grillmeier das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke vor. Eigentlich sind es zwei: Ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von thermisch 490 Kilowatt und elektrisch von 385 Kilowatt sowie drei Gas-Brennwertkessel mit einer Wärmeleistung von rund 900 Kilowatt. Die Gesamtfeuerungsleistung liegt bei rund 1400 Kilowatt. "Wir sind gut aufgestellt in Sachen Energiegewinnung", sagte Donko, der auch zugleich Werkleiter der Stadtwerke ist.

Keine Störungen

Mit dem Blockheizkraftwerk am Freibad werden im Zuge der Fernwärmeerzeugung derzeit knapp über 100 Anschlüsse im Stadtgebiet beliefert. "Insgesamt sind es rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Wärme und cirzirka 3,8 Millionen Kilowattstunden Strom, die ins Netz eingespeist werden, und das Wärmenetz funktioniert seit 2008 ohne Störungen."

Reger wies auf die Nachhaltigkeit der Wärmeversorgung durch die Stadtwerke hin. "Unsere Blockheizkraftwerke erreichen durch Kraft-Wärme-Kopplung einen wesentlich höheren Gesamtwirkungsgrad als beispielsweise mit einer Einzelheizung in einem Gebäude möglich ist."

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Kommentare

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Manuela Zebisch

Jawohl, die Erbendorfer CSU und deren Bürgermeisterkandidat Johannes Reger haben begriffen, was die Erbendorfer Bürger wollen. Nämlich keine Windräder in unseren Naherholungsgebieten! So bekommt man Stimmen und wird gewählt! Und hoffentlich begreifen auch alle anderen Parteien und ggf. weiteren Bürgermeisterkandidaten, wie die Energiewende in Erbendorf aussehen soll bzw. von der Mehrheit der Bürgerschaft - W ä h l e r - gewünscht wird. Andernfalls darf man Parteien und deren Kandidaten, welche auf Windräder setzen, einfach n i c h t wählen. So einfach ist das.

18.09.2019