24.02.2020 - 12:05 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Startschuss für ein interkommunales Öko-Konto der Steinwald-Allianz

Die Steinwald-Allianz will den gemeinsamen Ankauf von Ausgleichsflächen vorantreiben. Dazu werden Landwirte vor Ort zur Pflege gebraucht.

Vorsitzender Hans Donko (Dritter von rechts) und Martin Schmid (rechts) erläuterten das gemeinsame Öko-Konto als ein weiteres Betätigungsfeld aus dem Entwicklungskonzept.
von Externer BeitragProfil

"Zusammenarbeit bei ökologischen Ausgleichsflächen" lautet der Titel eines Projekts aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts der Steinwald-Allianz. Bei einer Sitzung in Windischeschenbach wurde der zukunftsweisende Beschluss gefasst, durch einen gemeinsamen Flächenankauf das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Zusammenschlusses von 17 Gemeinden hervor.

Flächen aufwerten

Vorsitzender Hans Donko machte in einleitenden Worten deutlich, dass jeder unvermeidliche Eingriff durch Bau- und Erschließungsmaßnahmen in den Kommunen ausgeglichen werden müsse. In Einzelfällen seien zwar Ersatzzahlungen an den Bayerischen Naturschutzfonds möglich, aber der Ausgleich müsse in den meisten Fällen durch naturschutzfachliche Aufwertungen auf speziellen Ausgleichsflächen geschehen. "Diese Flächen sind mittlerweile mit Gold aufzuwiegen", sagte Donko und zitierte ein Schreiben des Bayerischen Städtetags, in dem ein "überhitzter Markt für potenzielle Ausgleichsflächen" beschrieben wird. Unterschiedlichen Gruppen hätten Interesse an denselben Flächen. Auch der Bayerische Städtetag begrüße ein interkommunales Agieren.

Geschäftsführer Martin Schmid erläuterte den Bürgermeistern das Ausgleichsverfahren durch Wertpunkte. Ausgangspunkt sei immer der Kompensationsbedarf, der bei einem Eingriff berechnet werde und ausgeglichen werden müsse. Die Kommunen müssten diese Wertpunkte durch eigene naturschutzfachliche Maßnahmen selbst generieren oder könnten diese einkaufen. Die Vorteile von eigenen Flächen wären beschleunigte Verfahren, Kostenersparnisse für die Gemeinden und effizientere Aufwertungen des Naturhaushalts.

Wenn die Steinwald-Allianz eigene Flächen in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde zum Beispiel durch Streuobstwiesen oder extensiv bewirtschaftete Wiesen aufwerte, würden sich die daraus resultierenden Wertpunkte sogar jährlich um drei Prozent verzinsen, sagte Martin Schmid. "Damit wäre ein echtes Öko-Konto geschaffen, von dem die Mitgliedskommunen dann bei Bedarf Punkte abbuchen könnten", erläuterte der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz.

Eine Million Euro investieren

"Für die Aufwertung und Pflege werden natürlich Landwirte vor Ort gebraucht", ergänzte Hans Donko. Damit sei der oft herbeizitierte Gegensatz "entweder Naturschutz oder Landwirtschaft auf der Fläche" nicht erkennbar. Der Aufwand für naturschutzfachliche Umgestaltungen und die notwendige Pflege übersteige sogar den reinen Grundstückspreis. Insgesamt sei eine Investition von rund einer Million Euro geplant.

Die Versammlung beschloss, das Projekt weiter zu verfolgen und den Ankauf einer angebotenen Fläche zu forcieren.

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