Mit Gesang stimmte der Kirchenchor auf die Christmette in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ein. "Christ, der Retter ist da", stellte Pfarrer Martin Besold zu Beginn des Gottesdienstes fest. "Unseren menschgewordenen Retter und Heiland grüßen wir."
"Kommt, lasset uns anbeten, unseren Gott, geboren als ein Kind im Stall", zitierte Pfarrer Besold aus dem gleichnamigen Kirchenlied. "Was für einen verrückten Glauben wir Christen haben", stellte er fest. "Für uns Menschen und zu unserem Heil ist Er, Gott, vom Himmel herabgestiegen." Nach den Worten des Pfarrers sei der Gott, an den die Christen glauben, ein "heruntergekommener Gott". Denn er kam nicht mit Pomp auf die Erde, sondern er ist Mensch geworden.
"Gott wird heimlich, still und leise Mensch in einer Nacht, in der alles schläft", sagte der Pfarrer. "Ja, in der die Welt das Kommen des Retters tatsächlich verschläft." Diese Tatsache werde auch in dem Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" besungen. "Heuer vor 200 Jahren ist es das erste Mal in einer kleinen Dorfkirche im österreichischen Oberndorf an der Salzach erklungen. Heute, 200 Jahre später, ist es an Weihnachten nicht mehr wegzudenken."
"Es ist ein einfaches Lied, ein einfach schönes Lob auf die erste Heilige Nacht", betonte er. Denn es sei nicht das feierliche Gloria, der Gesang der Engel in der Nacht der Geburt Christi. "Mit dem Lied gehen wir eher in den Stall zu Bethlehem, wie späte Gäste beim trauten, hochheiligen Paar und dem zunächst schlafenden, dann lachenden Jesuskind."
In dem Säugling zeige sich die ganze und pure Menschenfreundlichkeit Gottes. Im Lied "Stille Nacht" werde Gott, der für die Menschen "heruntergekommen" sei, zu einer Nahaufnahme. "Und vielleicht bekommen wir gerade so, in diesem einfachen, trostvollen Lied, eine Ahnung ins Herz, dass uns mit der Geburt Christi die rettende Stunde schlägt."
"Dieser Jesus in der Krippe macht den Menschen deutlich, dass jeder Einzelne von Gott geliebt ist und deswegen seine Würde auch, was auch immer im Leben scheitern und zerbrechen macht", meinte der Pfarrer. "Denn der menschgewordene Gottessohn, der heruntergekommene Gott sagt uns, lasst euren Gott in eurem Leben wachsen und groß werden."
Einen großen Dank sprach der Geistliche allen aus, die das Weihnachtsfest in der Pfarrei und besonders in der Pfarrkirche mit vielen Vorbereitungen verbanden. Ein besonderer Dank galt dem Kirchenchor und dem Orchester unter der Leitung von Stefanie Rüger und Holger Popp. Sie führten die "Deutsche Pastoralmesse in Es" von Wolfgang Mell von Mellenheim auf. Der Komponist war von 1952 bis 1954 Chorleiter in Erbendorf. Natürlich war auch das "Transeamus" von Joseph Ignaz Schnabel zu hören.
Nach dem gemeinsamen Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" in der dunklen nur vom Christbaum erleuchteten Kirche gab es für alle Kirchenbesucher vor dem Gotteshaus Glühwein, den die katholische Jugend ausschenkte. Dabei konnten die Besucher noch den Klängen der Erbendorfer Turmbläser vom Turm der Pfarrkirche lauschen.














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