(njn) Mit einem frohen "Hallali" auf Dutzenden von Fürst-Pless-Hörnern eröffneten die Berufsjäger ihre Mitgliederversammlung im Süden der Republik, in der Erbendorfer Stadthalle. Für die Stadt sei es eine hohe Auszeichnung, dass diese Veranstaltung hier stattfinden kann, freute sich Bürgermeister Hans Donko. Er unterstrich, wie wichtig es sei, dass Kommunen, Waldbesitzer und Jäger zusammenarbeiten.
Der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Dr. Hermann Hallermann, stellte die vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Verbände heraus. "Geschlossenheit und gemeinsames Agieren wird damit zur Selbstverständlichkeit." Er vertrat den Standpunkt, dass die Politik verlässlich, wissens- und praxisorientiert sein müsse, wenn es um die Jagd gehe. "Wir sind die ersten Ansprechpartner, liefern Fakten und zeigen der Öffentlichkeit auf, wo der Hase langläuft." Er ging auch auf die Novellierung des Bundesjagdgesetzes sowie auf den Einsatz von Nacht-sichtgeräten ein. Diese Geräte seien aber eine Beunruhigung aller Wildarten in der Nacht.
"Die exterritoriale Wahl des Versammlungsortes hier in Erbendorf hat für umfangreiche Spekulationen in unserer alpenrepublikanischen Berufsjägerschaft gesorgt", stellte Max Keler, Vorsitzender vom Bayerischen Berufsjägerverband, augenzwinkernd fest. "Bei näherer Betrachtung der Einladung aber lässt der Vorstand des Bundesverbandes eine Wertschätzung bayerischer Gastfreundschaft und ein hervorragendes Gespür für Bierspezialitäten erkennen." Bundesvorsitzender Bernd Bahr ging in seinem Jahresbericht auf die Verbandsarbeit ein. Unter anderem sprach er den Einsatz von Bleischrotmunition bei Niederwild an. Er sorge sich, dass dieses Thema mittelfristig den Verband in die Bredouille bringen könnte. "Wir müssen vorbeugen und Grundlagen schaffen, damit wir faktenbasierend argumentieren können."
Der Vorsitzende sprach auch über den von Bundesverband und Forum Natur verabschiedeten Aktionsplan Wolf. "Der Wolf als Bestandteil der Vielfalt Deutschlands stellt eine enorme Herausforderung dar. Aber es darf nicht weiterhin der Eindruck entstehen, dass die Belange des Wolfschutzes so weit gehen, dass die Lebensgrundlagen von Menschen im ländlichen Raum nach Sicherheit und Freiheit nicht zur Kenntnis genommen und berücksichtigt werden." Auch Jäger müssten sich mit dem Wolf im Revier arrangieren. Bahr ging von einer Anzahl von 1000 Wölfen in Deutschland aus. "Die jährliche Steigerung jährlich um etwa 30 Prozent hat auch Auswirkungen auf Nutztierrisse." Er meinte, dass der Herdenschutz vor Wolfsrissen aber für die Jäger auch Grenzen habe.
"Die Folgen der Ausbreitung des Wolfes darf nicht nur von Haltern von Weidentieren getragen werden." Als Beispiel nannte Bahr Frankreich und Schweden, wo regulierend in Wolfsbestände eingegriffen werden dürfe. "Die Franzosen kriegen es geregelt, die Deutschen, wie so häufig, nicht." "Bei den Schwarzkitteln sind wir beim Jagen, aber nicht im Bekämpfungsmodus. Wir haben aber unglaublich hohe Bestände an Schwarzwild, auch ohne Afrikanische Schweinepest." Er beschwor die jagdliche Ethik und Moral der Berufsjäger. Insbesondere beim Einsatz von Technik liefen teilweise perverse Nummern ab. Berufsjäger müssten gegenhalten.
Erbendorf
07.06.2018 - 16:11 Uhr
Ein stolzer Berufsstand
von Jochen Neumann
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