Erbendorf
07.08.2019 - 16:45 Uhr

Von tiefen Kellern

Gut vier Jahre Arbeit steckten dahinter. Die Dokumentation über die Felsenkeller der Steinwaldstadt wurde fertiggestellt. Bernhard Häck vom Landesamt für Denkmalpflege überreichte sie an dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl.

Bernhard Häck (rechts) vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aus München überreichte an dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl (Mitte) die Dokumentation über die Erbendorfer Felsenkeller. Mit auf dem Bild ist Jochen Neumann. Bild: njn
Bernhard Häck (rechts) vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aus München überreichte an dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl (Mitte) die Dokumentation über die Erbendorfer Felsenkeller. Mit auf dem Bild ist Jochen Neumann.

Vor zehn Jahren, zur 900-Jahr-Feier der Stadt, erwachten die Erbendorfer Felsenkeller beinahe aus dem Dornröschenschlaf. Felsenkellerwanderungen waren angesagt, die seither Jochen Neumann anbietet und die sich immer noch großer Beliebtheit erfreuen.

Nach dem großen Schachteinbruch auf dem Fußballplatz am Bergwerk im Dezember 2012 stießen auch die Felsenkeller auf öffentliches Interesse. Bernhard Häck vom Landesamt für Denkmalpflege in München besichtigte die verschiedenartigen Hohlräume im Stadtgebiet. Nach Gesprächen von Bürgermeister Hans Donko mit dem Hohlraumexperten Häck wurde die Erstellung einer Dokumentation in Auftrag gegeben.

Ziel dieser Dokumentation war es, die unter der Stadt liegenden Hohlräume zu erforschen und zu dokumentieren. Insbesondere auch in der Hinsicht, um eine denkmalpflegerische Bewertung sowie eine Schadensbilanzierung vornehmen zu können und somit künftig für etwaige Problemfälle und damit zur Gefahrenabwehr gerüstet zu sein.

Messungen per Hand

In den vier zurückliegenden Jahren vermaßen und sondierten Bernhard Häck vom Bayerischen Landesamt und ein Geologenteam um Thomas Striebel aus Eckersdorf die Keller in der Frühmeßgasse, in der Pfarrgasse und am Mühlbühl.

Die Vermessungen wurden übrigens von Hand mittels der sogenannten Polygonierung mit lokalisierbaren Grenzpunkten ausgeführt. Denn mit GPS-Signalen war in den Kellern nicht viel anzufangen.

Viel Mühe machten sich die Hohlraumforscher mit den Höhen im Untergrund. Einem Höhenfestpunkt an der katholischen Kirche wurde ein mehrere Hundert Meter langer Polygonzug zur Nivellierung der gesamten Vermessung der Höhen über Normalnull angelegt und gemessen. Aus den gesammelten Daten wurden Längsschnitte und Querprofile der einzelnen Keller auf Millimeterpapier gezeichnet.

Enthalten in der umfangreichen Dokumentation sind Beschreibungen der Kellerräume, deren Befunde sowie Fotonachweise und eine Schadensbewertung.

Grundlage für Weiteres

"Eine Dokumentation über Felsenkeller innerhalb einer Stadt in diesem Umfang ist in Bayern wohl einzigartig", stellte Bernhard Häck bei der Übergabe im Rathaus fest. Damit verfüge die Stadt über Daten, Fakten und Bewertungen ihrer Hohlräume. "Und die Erbendorfer Felsenkeller haben Potenziale, die es zu erschließen gilt."

Dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl zeigte sich von der Dokumentation begeistert. Sie dankte Häck und seinem Forscherteam im Namen der Stadt für die detaillierte Zusammenstellung. "Es ist eine Grundlage zur Erschließung und weiteren Nutzung der Kelleranlagen", sagte Heindl. Neben einer Vorstellung der Dokumentation durch Hohlraumexperte Bernhard Häck in einer der nächsten Stadtratssitzungen soll auch eine Publikation erfolgen.

 
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