11.09.2019 - 17:32 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Tirschenreuth: Landratskandidat für Kreis-SPD

Jetzt sind es schon drei Bewerber, die Landrat Wolfgang Lippert im Amt nachfolgen wollen. Die Kreis-SPD lässt die Katze aus dem Sack und präsentiert Thomas Döhler aus Pechbrunn als Kandidaten für den Chefposten im Landkreis.

Kreisvorsitzende Brigitte Scharf schlug Thomas Döhler als Landratskandidaten vor und freute sich über die Zustimmung der Versammlung.
von Autor DENProfil
Thomas Döhler.

Nach der CSU, die Roland Grillmeier ins Rennen schicken, und den Freien Wählern, die Ely Eibisch nominiert haben, ist Döhler der dritte Kandidat, wenn ihn die Delegierten am 25. Oktober bei der Kreisversammlung bestätigen. Im Rahmen einer erweiterten Vorstandssitzung beschäftigte sich der SPD-Kreisvorstand am Dienstag unter Leitung seiner Vorsitzenden Brigitte Scharf mit den bevorstehenden Kommunalwahlen im Frühjahr 2020.

Scharf war bei der Wahl 2014 selbst als Landratskandidatin angetreten. Sie sagte, dass es zwar einer gewissen Zeit und vieler Gespräche bedurft habe, um einen SPD-Bewerber für den Posten des Landrats zu finden. Sie zeigte sich aber erfreut, dass es ihr heute möglich sei, gleich zu Beginn der Versammlung einen Bewerber vorzuschlagen: den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Thomas Döhler aus Pechbrunn. Brigitte Scharf begründete ihren Vorschlag mit der großen Sachkenntnis, die sich Döhler durch seine Tätigkeit im Büro der SPD-Landtagsabgeordneten Annette Karl angeeignet habe.

Döhler ergriff für eine kurze Vorstellungsrede das Wort und erläuterte die Beweggründe für seine Kandidatur und betonte, er traue sich dieses Amt zu. Er sei ein politisch denkender Mensch und halte es schon aus seinem demokratischen Grundverständnis heraus für wichtig, dass die Kreis-SPD zur Kommunalwahl einen eigenen Bewerber stellt. Döhler streifte Themen wie Kommunalfinanzen und die finanzielle Ausstattung des Landkreises, die Situation rund um die Kliniken im Landkreis, die Energie- und Verkehrpolitik und führte aus, dass er es sich gut vorstellen könne, auf Landkreisebene ein Jugendparlament einzuführen, um mehr Beteiligungsmöglichkeiten für junge Leute zu schaffen.

Der Bewerber betonte, dass es heute noch nicht an der Zeit für ein detailliertes politisches Programm sei. Jetzt gehe es um die Bestätigung seiner Kandidatur durch den erweiterten SPD-Kreisvorstand, zu dem auch die Ortsvorsitzenden gehören. Die Zustimmung erfolgte dann prompt. Mit überwältigender Mehrheit stimmte die Versammlung durch Handzeichen für die Kandidatur von Thomas Döhler. Bei rund 40 Anwesenden gab es 2 Gegenstimmen.

Dann übernahm Uli Roth, einer von drei stellvertretenden Kreisvorsitzenden, die weitere Moderation der Versammlung zur Vorstellung des Listenvorschlags für eine SPD-Kreistagsliste. Der geschäftsführende Vorstand unterbreite einen sorgsam abgewogenen Vorschlag. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion, die noch für einige Verschiebungen in der vorgestellten Liste sorgte. Am Ende wurde beschlossen, mit diesem abgestimmten Vorschlag am 25. Oktober in die Nominierungsversammlung in Pechbrunn, dem Heimatort des Landrats-Kandidaten, zu gehen.

Insgesamt gaben die Genossen als Zielvorgabe an, eine möglichst starke Fraktion stellen zu wollen. Da sich der Kreistag von 60 auf 50 Sitze verkleinert, wären 10 Mandate im derzeitigen politischen Umfeld ein ambitioniertes Ziel, sagte Roth. Mit einem Appell zur Geschlossenheit für die bevorstehende Wahlauseinandersetzung schloss Kreisvorsitzende Brigitte Scharf die Sitzung.

Zur Person:

Thomas Döhler ist amtierender Gemeinderat in Pechbrunn und stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender. Der Kandidat wurde am Ostersonntag 1970 im ostdeutschen Wolfen geboren und ist aufgewachsen in der Bauhausstadt Dessau. Hier ging Döhler auch zur Schule und absolvierte eine Ausbildung zum Schuhmacher. Im Herbst 1991 kam er für einige Monate nach Weiden, war als Schuhmacher in einer "Mister-Minit"-Station im Westen von München tätig, bis er im Frühjahr 1992 bei den Stadtwerken München als Trambahnfahrer begann. Unterbrochen von 15 Monaten Zivildienst in einer Blindeneinrichtung fuhr er bis Ende 1999 die weißblauen Fahrzeuge durch die Landeshauptstadt. Nach der Geburt der ältesten Tochter ging er in Elternzeit. Mit Frau und Tochter zog er Anfang August 2000 nach Pechbrunn in die Heimat seiner Ehefrau. Hier trat er 2001 in die SPD ein und kandidierte 2002 das erste Mal für den Gemeinderat. Von 2001 bis 2003 besucht er die Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten in Wiesau. Döhler kümmerte sich in den Jahren 2001, 2005 und 2007 um seine weiteren drei Töchter. Seit November 2008 arbeitet er im Bürgerbüro der Landtagsabgeordneten Annette Karl. Dort kümmert er sich im Team um Bürgeranfragen, Anliegen von Kommunen, Landkreisen und Vereinen und bereitet die parlamentarische Arbeit von MdL Karl mit vor. In seiner Freizeit betreibt er seit Jahrzehnten Orientierungslauf.

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