16.06.2019 - 14:22 Uhr
ErbendorfOberpfalz

TSV Erbendorf feiert 125 Jahre

„Eine bewegte Geschichte, eine große sportliche Vielfalt sowie Gemeinschaft und Zusammenhalt.“ Das zeichnet nach den Worten der Ehrengäste den TSV Erbendorf aus. Der Festkommersabend war vom Feinsten.

Vor den Gästen des Festkommers tanzten zwischen den Programmpunkten die Tanzgruppen des Sparte Turnen.
von Jochen NeumannProfil

Festlich geschmückt war das Festzelt am Sportplatz im Kreinzl. „Mit einem unterhaltsamen Abend wollen wir heute auf eine kleine Zeitreise durch die bewegte Geschichte unseres TSV gehen“, stellte Vorsitzender Bernhard Reis fest. Mit einem sportlichen „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“ begrüßte er neben den Vereinsmitgliedern und den örtlichen Vereinen die Ehrengäste aus Sport und Politik. Nicht zuletzt auch alle, die an diesem Abend für langjährige Treue zum TSV ausgezeichnet wurden (Der neue Tag berichtete).

Fußball über Fußball. Auch der Kreisspielleiter des Bayerischen Fußballverbandes Albert Kellner (rechts) kam nicht mit leeren Händen nach Erbendorf. Mit auf dem Bild TSV-Vorsitzender Bernhard Reis (links).

Als „Leuchttürme des Ehrenamts“ bezeichnete Vorsitzender Reis bei seiner Begrüßung besonders die TSV-Ehrenmitglieder Josef Bollmann, Hans Herrmann und Willi Müller. „Sie sind Ideen- und erfahrene Ratgeber. Das Beste, was einem Gemeinwesen passieren kann, sind aktive Bürger, die sich für die Heimat einsetzen. Denn sie sind ein Juwel in einer Gemeinschaft.“ Unter diesen Vorzeichen sei nach seinen Worten am 3. März 1894 der Turnverein gegründet worden.

Einen Fußball und einen Freundschaftswimpel gab es vom Nachbarverein TSV Reuth bei Erbendorf für den Jubelverein. Auf dem Bild (von links) TSV-Vorsitzender Bernhard Reis und der stellvertretende Vorsitzende des TSV Reuth Helmut-Stefan Neugirg.

„In diesen 125 Jahren hat der Verein fünf Generationen in Bewegung gehalten“, stellte Reis fest. „Sie alle haben Körper, Geist und Seele in dieser Gemeinschaft geformt und über dieses Zusammenspiel bis heute Heimat vermittelt.“ Immer sei aber auch der Integrationsfaktor im Spiel gewesen. Als Beispiele nannte der Vorsitzende die Flüchtlinge nach den beiden Weltkriegen und in den 1960-er Jahren die Gastarbeiter. „Heute fühlen sich auch Kinder aus unserer amerikanischen Siedlung Brückelpoint sowie Flüchtlinge aus Syrien in den einzelnen Sparten wohl.“

Seinen Fokus legte Reis in seiner Ansprache besonders auf das Ehrenamt, das nach seinen Worten die „Lebensader jedes Vereins“ sei. „Die hier tätigen Menschen bringen Qualität in die Übungsstunden.“ Immerhin seien es 30 lizensierte Übungsleiter sowie die gleiche Zahl mit Übungsleiter ohne Lizenz, die sich für ihre Arbeit in den Sparten regelmäßig fortbilden. „Sie haben immer wieder neue Ideen, halten die Bevölkerung unserer Stadt und Umgebung in Schwung und halten ein breites Angebot für alle Altersgruppen in den sechs TSV-Sparten vor.“

„Heute sind die Hälfte der über Tausend Mitglieder unter 27 Jahre alt“, stellte der Vorsitzende fest. „Der TSV ist für die Zukunft bestens gerüstet.“ Es könne optimistisch nach vorne geschaut werden. Einen Dank sprach Reis für die großzügige Unterstützung der Stadt und dem Schulverband aus. „Denn wir können tolle Sportanlagen mit einem hohen Standard nutzen“, so der Vorsitzende weiter.

Reis, nicht nur Vorsitzender des TSV, sondern gleichzeitig auch Spartenleiter Fußball, ist vor allem stolz darauf, dass am Beispiel Fußball in den beiden Herrenmannschaften, bis auf einen Sportler aus Tschechien, über 30 junge Leute aus eigenem Nachwuchs stammen. „Ihre Talente wollen sie bei uns weiterentwickeln“, betonte er. „Welcher Verein kann eine solche Bilanz vorweisen?“

Vor den Gästen des Festkommers tanzten zwischen den Programmpunkten die Tanzgruppen des Sparte Turnen.

„Ich selbst bin ein Mensch, der gerne das Gegenwärtige beackert und gestaltet, im Hier und Jetzt aktiv ist“, gab Bernhard Reis offen zu. „Heute aber gilt es, auch den Blick zurück zu richten, mit Wertschätzung und Anerkennung für das, was die Generationen mit viel weniger Mitteln vor uns geschaffen haben.“ Die Gäste des Festkommersabends schickte Reis im Anschluss in einem Videofilm auf eine Zeitreise zurück in die Geschichte durch 125 Jahre Turn- und Sportverein.

Die besten Wünsche

Bürgermeister Hans Donko hob vor allem die gute Zusammenarbeit im Verein als auch mit der Stadt und Schule hervor. Sportliche Betätigung sei seiner Meinung nach wichtig, vor allem für Kinder und Jugendliche. Er ging vor allem auch auf das Sportzentrum im Kreinzl ein, dass durch die Stadt vor 26 Jahren fertiggestellt werden konnte und der TSV darin eine neue Heimat fand.

„Im TSV wird Inklusion, Integration, Zusammenhalt und einfach das gemeinsame Spielen gelebt“, stellte Landtagsabgeordnete Anna Toman fest. „Sie können stolz auf ihre Vereinsgeschichte sein.“ Bezirksrätin Brigitte Scharf zeigte sich ebenso beeindruckt von der Geschichte, stellte aber eine Lücke bei den Sparten fest. „Es gibt noch keine Frauenfußballmannschaft“, merkte sie augenzwinkernd an. „Hier wird eine großartige Jugendarbeit geleistet“, betonte stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler. „Ich bin stolz darauf, so einen großen Verein mit über 1000 Mitgliedern in unserem Landkreis zu haben.“

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler überbrachte dem Jubelverein auch einen finanziellen Obulus.

Als einen „traditionsreichen Verein“ bezeichnete Kreisspielleiter Albert Kellner vom Bayerischen Fußballverband den TSV. „Ein vielseitiger Verein.“ In seinem Grußwort ging er auch auf die Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten der Sparte Fußball ein. Besonders hob er den Aufstieg in die Bezirksoberliga 1991 hervor und hatte für die erste Mannschaft eine Vision auf Lager. „Das Sportzentrum gäbe es her, in der Landesliga zu spielen.“

TSV-Vorsitzender Bernhard Reis

Nicht zuletzt überbrachte dem Jubelverein der zweite Vorsitzende des TSV Reuth bei Erbendorf, Helmut-Stefan Neugirg, die Grüße des Nachbarvereins. „Die beiden Vereine leben eine gesunde Rivalität“, stellte er fest. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit vor allem im Bereich der Jugendfußballmannschaften hervor.

Für Abwechslung beim Festkommers sorgten während des Abends die Tanzgruppen der Sparte Turnen sowie musikalisch der Zitherclub.

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