15.01.2019 - 10:53 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Über den Kirchturm hinaus

Nach dreieinhalb Jahren Probezeit feiern Pfarrer Christoph Zeh und Nadine Schneider ihre Installation. Für beide ist das ein wichtiger Meilenstein: Sie bekommen eine feste Stelle und bleiben in ihren Gemeinden.

Pfarrer Christoph Zeh (evangelische Kirchengemeinde Erbendorf und Windischeschenbach) und Pfarrerin Nadine Schneider (evangelische Kirchengemeinde Krummennaab/Thumsenreuth/Friedenfels) freuen sich auf ihre gemeinsame Installation am Sonntag, 20. Januar, um 14 Uhr in der Ägidienkirche Thumsenreuth.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Als sie vor dreieinhalb Jahren gemeinsam ihre Ordination feierten, kannten Pfarrer Christoph Zeh und Pfarrerin Nadine Schneider noch niemanden aus dem Steinwald. "Heute ist das anders. Ich freue mich sehr auf die Installation, weil ich jetzt in viele bekannte Gesichter blicken werde und Freunde gefunden habe", betont Schneider von der evangelischen Kirchengemeinde Krummennaab/Thumsenreuth/Friedenfels. Bei einem gemeinsamen Festgottesdienst und anschließendem Empfang am Sonntag, 20. Januar, geht sie zusammen mit Pfarrer Zeh von der evangelischen-lutherischen Kirchengemeinde Erbendorf/Windischeschenbach diesen Schritt.

Was dieser bedeutet, erklärt Zeh: "Jetzt bekommen wir eine feste Stelle in unseren Pfarreien und werden verbeamtet." Für beide ist das ein Meilenstein in ihrem Leben, denn sie entscheiden sich damit auch, fest in ihren Gemeinden zu bleiben. "Wir finden, dass man in der Oberpfalz gut leben kann", meint Schneider. Beginn der Installation ist um 14 Uhr in der Ägidienkirche in Thumsenreuth. "Dekan Wendrich Slencka macht den offiziellen Teil und übernimmt die Segnung", weiß Zeh. Für Schneider ist es in weiterer Hinsicht ein besonderes Datum: "Die Feier ist einen Tag nach meinem 35. Geburtstag."

Die jungen Pfarrer kennen sich von ihrem Theologiestudium. "Wir lernten uns in der Examensvorbereitung in Regensburg kennen", sagt Schneider. Sie war damals Vikarin im Stadtteil Burgweinting, Zeh Vikar in Nittenau. Beide sind der gleiche Jahrgang. "Nach unserem zweiten Examen bekamen wir eine Liste von der Landeskirche. Darauf gab es eine Auswahl von Orten, wo wir nach unserem Vikariat hinwechseln konnten." Sie durften bei ihrer Bewerbung eine Prioritätenliste abgeben. "Thumsenreuth gefiel mir vor allem wegen dem Namen", gibt Schneider mit einem Lächeln auf den Lippen zu. "Da sich sonst niemand anders für diese Orte bewarb, bekamen wir die Stellen", sagt Zeh, der ursprünglich aus Nürnberg kommt.

"Im Anschluss an das Studium wird so das praktische Pfarrerdasein gelernt", sagt Zeh. In den vergangenen drei Jahren meisterten beide ihre Probezeit und waren in den Gemeinden als Vertretung angestellt. "Wir wurden schon etwas ins eiskalte Wasser geworfen", erinnert sich Schneider. "Plötzlich hat man Verantwortung für Kirchenvorstände, Gemeindemitglieder und Verwaltungsaufgaben. Aber wir erhielten viel Unterstützung vom Dekanat Weiden." Auch die Umstellung von Stadt zu Land war nicht besonders groß. "Meiner Frau und meinen Kindern gefällt es hier. Wir haben uns eingelebt und fühlen uns wohl", sagt Zeh.

Seither erlebten Schneider und Zeh schon einige Höhepunkte. "Ein besonderes Ereignis war für mich die Glockenweihe im vergangenen November. Seit 2007 hat die Kirchengemeinde in Erbendorf für die vier Glocken gespart. Das Projekt hat mich die vergangenen drei Jahre begleitet. Ich bin in der heißen Phase dazu gestoßen", sagt Zeh. "Ich freue mich zudem, dass wir es geschafft haben, die Familiengottesdienste in Windischeschenbach wiederzubeleben."

Nadine Schneider hatte ebenfalls viele schöne Momente: "Das Konzert von ,Harmonic Brass' im Jahr 2016 war ein Mega-Event für die Gemeinden und ich konnte dabei gut in meine Aufgabe als Pfarrerin hineinwachsen." Zudem hebt sie das Reformationsjubiläum 2017 hervor: "Da waren damals Vertreter der Vereine, Politik und der katholischen Gemeinde dabei. Zudem haben sämtliche Musikgruppen aus dem Steinwald gespielt. Hier habe ich festgestellt, dass ich nicht nur Pfarrerin bin, sondern auch hier lebe."

Nun wollen beide nicht mehr weg. "Wir sind jetzt angekommen und wollen sehen, wie es mit den Menschen hier weitergeht", erklärt Schneider. Außerdem wollen die Seelsorger gemeinsame Projekte über den Kirchturm hinaus angehen. "Nadine und ich sind ein Team. Wir wollen nicht getrennt, sondern zusammen arbeiten." Aus diesem Grund feiern beide gerne ihre Installation gemeinsam. Vor Weihnachten begann die Organisation: "Wir brauchten unter anderem die geeigneten Räumlichkeiten. Da die Ordination in Erbendorf war, wollten wir die Installation in der Ägidienkirche in Thumsenreuth machen", sagt Schneider. "Da das Pfarrheim nicht besonders groß ist, sind wir der Familie von Lindenfels dankbar, dass wir in den sanierten Stallungen den Empfang nach dem Gottesdienst ausrichten dürfen. Das ist direkt neben der Kirche."

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