Nicht nur in Erpetshof hapert es in der Großgemeinde noch an der Internetgeschwindigkeit. Die mangelhafte Internetanbindung der Firma Hermann Maschinenbautechnologie GmbH am Standort Erpetshof mit Lohnbuchhaltung und Maschinenbau, war der Anlass des Firmenbesuchs von Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger in der Weidener Firmenzentrale. Begleitet wurde Oetzinger von den drei Bürgermeistern der Stadt Vohenstrauß, Andreas Wutzlhofer, Uli Münchmeier und Johann Gollwitzer sowie einigen Mitgliedern der CSU-Ortsverbände und der Jungen Union.
Die Firma entwickelte sich in Deutschland zu einem führenden Stahlwasserbauunternehmen.
Die Firmenleiter Johann Hermann und Günther Hastaedt beklagten, dass die Internetanbindung am Standort Erpetshof so schlecht sei, dass dort heute übliche Arbeitsvorgänge mit größerem Datenvolumen nur verzögert oder gar nicht durchgeführt werden können. Das behindere den Geschäftsbetrieb enorm oder mache diesen sogar unmöglich. „Wenn für dieses Problem nicht in naher Zukunft eine Lösung gefunden wird, wäre der Standort nur schwer zu halten und der Standort Erpetshof müsste nach Weiden verlegt werden“, machten sie gegenüber den Politikern unmissverständlich deutlich. Offline könne heute keine Firma mehr existieren. Mittlerweile werde über die fünfte Generation (5G) verhandelt und in Erpetshof komme man nicht über den einfachen Anschluss hinaus.
Dieselben Probleme mit dem Internet haben auch andere Unternehmen im Ort, wie der ebenfalls anwesende Herbert Hirmer, Inhaber des Kfz-Sachverständigen Büros. Auch der benachbarte Gastronomiebetrieb „Zirlwirt“ kämpft ebenfalls mit der schlechten Internetanbindung, da Geschäftsreisende die dort übernachten, nicht online arbeiten könnten.
Hauptproblem seien dabei die unzureichenden Internetgeschwindigkeiten von meist nur 6 Megabit pro Sekunde. Da der Ort Erpetshof im ersten bayerischen Breitbandausbauförderverfahren noch nicht mit einbezogen werden konnte, versuchte die Stadt Vohenstrauß die systematische Erschließung ländlicher Ortsteile mit einer Glasfaseranbindung über das zweite bayerische Förderprogramm „Höfebonus“ zu ermöglichen. Diese Entscheidung traf der Stadtrat in Anbetracht der Tatsache, dass der Kommune noch rund 1,13 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung stehen. Bei einem Fördersatz von 80 Prozent ergibt sich eine maximale Wirtschaftlichkeitslücke von rund 1,4 Millionen Euro. Doch auch dieses Vorgehen führte nicht zu dem erwünschten Erfolg, da bezüglich der Ausschreibung kein Angebot eines Kommunikationsunternehmens abgegeben wurde. „Dies ist wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll zu ermitteln“, hieß es in der Begründung der Telekom.
Da sich nicht nur Vohenstrauß mit diesem Problem auseinander zu setzen hat und festgestellt werden muss, dass sich die Telekom immer öfter weigert, Glasfaserausbaumaßnahmen in ländlichen Bereichen vorzunehmen, fordert jetzt der Bayerische Gemeindetag die Deutsche Telekom per Gesetz zum flächendeckenden Glasfaserausbau zu verpflichten. Bis jedoch diese Universaldienstverpflichtung für die Telekom einmal greifen könnte, vergehen sicherlich noch einige Jahre, waren sich die Kommunalpolitiker einig.
Einen Lösungsansatz, um Glasfaser schneller in die noch unterversorgten Gemeindeteile zu bringen, sah Bürgermeister Wutzlhofer im Verlegen der Kabel von Ortschaft zu Ortschaft in Eigenregie. So könne ein Teil der notwendigen Infrastruktur an die Telekom vermietet oder verkauft werden. Zielsetzung sei dabei, schneller und kostengünstiger die vorhandenen Breitbandlücken zu schließen. Für den Bereich Erpetshof und Zeßmannsrieth könnte die Anbindung an den Verknüpfungspunkt Albersrieth eine praktikable Lösung darstellen, zumal diese Orte zum Telefonnetz der Nachbargemeinde Waldthurn gehören.
Bürgermeister Wutzlhofer sagte zu, diese Lösungsmöglichkeiten zunächst intern im Rathaus klären zu lassen. Oetzinger bot in dieser Angelegenheit an, alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einzubringen.













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