Eschenbach
30.08.2020 - 09:23 Uhr

Abschied von Siegrid Schönthier

Kirche und Stadt erwiesen Sigrid Schönthier die letzte Ehre. Die Trauergäste nahmen Abschied von einem großen Christenmenschen. In einem Rückblick auf das Engagement der Verstorbenen wurden noch einmal die vielen guten Taten deutlich.

Beim Trauergottesdienst in der Kreuzkirche und bei der anschließenden Urnenbeisetzung im Eschenbacher Friedhof erweisen viele Freunde, Bekannte und Mitglieder der Kirchengemeinde Sigrid Schönthier die letzte Ehre. Den Gottesdienst zelebriert Pfarrer Hannes Kühn aus Speichersdorf Bild: do
Beim Trauergottesdienst in der Kreuzkirche und bei der anschließenden Urnenbeisetzung im Eschenbacher Friedhof erweisen viele Freunde, Bekannte und Mitglieder der Kirchengemeinde Sigrid Schönthier die letzte Ehre. Den Gottesdienst zelebriert Pfarrer Hannes Kühn aus Speichersdorf

Sigrid Schönthier prägte mit ihrer Energie und ihrem Idealismus nicht nur das kirchliche Leben in der Rußweiherstadt. Sie wurde in Eschenbach zur Institution. Am 11. August war Schönthier im Alter von 91 Jahren im Eschenbacher BRK-Seniorenzentrum verstorben. Noch bis in die letzten Tage war sie in ihrem „Alterssitz“ auf den Beinen, um Freude und Zuversicht zu verbreiten. Das sonnige Gemüt der Verstorbenen war auch noch beim Trauergottesdienst in der Kreuzkirche zu spüren. „Trauern wir nicht, sondern singen wir ein Lied der Freude“, rief in Vertretung von Pfarrerin Anne Utz Pfarrer Hannes Kühn aus Speichersdorf der Trauergemeinde zu, die sich Corona bedingt in den Kirchenbänken verteilt hatte. „In dir ist Freude in allem Leide“, hieß es deshalb schon im Eingangslied. In Hoffnung Gottesdienst feiern und auf das Vertrauen Gottes bauen, war dann auch mit dem Psalm 46 die Losung von Pfarrer Kühn. Möge da kommen was wolle, Gottes Volk sei im Glauben wohlgesichert, hieß die Lehrformel. Bezeichnend auch das Augustus-Wort auf dem Sterbebild: „Seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe, sondern auf das, welches ich beginne“.

In seiner Predigt charakterisierte der Pastor Sigrid Schönthier als eine im Glauben verwurzelte Persönlichkeit. Kühn skizzierte noch einmal das Leben der Verstorbenen, erinnerte an die große Glaubensstärke, an die unerschöpfliche Energie als Gemeindereferentin, an das Einfühlungsvermögen als Religionspädagogin und an die Talente von Sigrid Schönthier als Organistin, Chorleiterin und Lieder-Texterin. Die Verstorbene habe über viele Jahrzehnte wie kaum ein anderer das Menschsein geprägt, stellte der Prediger fest. Sigrid Schönthier habe Mut zur Wahrhaftigkeit, ein unabhängiger Geist, Hilfsbereitschaft und Idealismus ausgezeichnet, sagte Kühn.

Auch Bürgermeister Marcus Gradl fand berührende Worte. Die Verstorbene habe mit ihrem leidenschaftlichen Engagement für das kirchliche und musikalische Leben ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben und sei zu einem Glücksfall für die Stadt geworden. Gradl zeichnete das Bild einer prägenden Persönlichkeit, die stets Lebensfreude und Zukunftshoffnung ausgestrahlt habe. Der Bürgermeister erinnerte an die Verleihung der Bürgermedaille und urteilte: „Eine Stimme, die zu Herzen ging, wird uns fehlen.“ Als Vertreterin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Eschenbach/Kirchenthumbach hob Birgit Drechsler die Rolle Schönthiers als Institution der Ortskirche hervor. Sie habe für die Kirche, für die Gemeinschaft und für die Stadt Unschätzbares geleistet. „Selbst im Ruhestand war sie leidenschaftlich dabei und für das kirchliche und musikalische Leben eine wertvolle Stütze.“ Drechsler skizzierte Schönthier als streng und konsequent, offen, warmherzig und humorvoll. Auch nach dem Umzug in das Seniorenheim habe sie sich nützlich gemacht und nie aufggegeben. „Sigrid Schönthier hat der Kirche und der Allgemeinheit viel gegeben“, so die Einschätzung des Kirchenvorstandes.

Die Verbundenheit der Verstorbenen zur Musik zeigte sich in der musikalischen Begleitung des Trauergottesdienstes. Den Corona bedingten Ausfall des Kirchenchores ersetzte kein Geringerer als Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser, Kantor der Stadtkirche St. Michael in Weiden. Georg Friedrich Händels „Air“ erklang im Kirchenraum. Mit Hanna Kaiser (Viola) und der Orgelbegleitung durch den Kantor erklang in Giuseppe Tartinis „Sarabande“. Ergreifend folgte der Liedbeitrag von Friederike Kaiser „Bist du bei mir, geh ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh“ von Johann Sebastian Bach. Ein wahrhaft „kaiserlicher“ Abschied mit anschließender Urnenbeisetzung im Eschenbacher Friedhof.

 
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