Eschenbach
07.06.2020 - 11:15 Uhr

Anliegenpäckchen für die Heilige Dreifaltigkeit

Ein Jahr ohne Gößweinstein-Fußwallfahrt geht nicht. Der Coronakrise zum Trotz machen sich Wallfahrtsführer Herbert Körper und Stadtpfarrer Thomas Jeschner auf dem Weg ins Frankenland. Vorbild ist die jüngste Fußwallfahrt nach Altötting.

Ungewöhnliches Bild im "Ausnahmezustand". Um die Tradition der Eschenbacher Fußwallfahrt nach Gößweinstein aufrecht zu erhalten, legt Wallfahrtsführer Herbert Körper nach einem symbolischen Fußmarsch mit dem Stadtpfarrer ab Pottenstein ein Päckchen Gebetsanliegen von Wallfahrern auf dem Altar der Basilika nieder. Den Gottesdienst zelebriert Dekan Thomas Jeschner. Bild: do
Ungewöhnliches Bild im "Ausnahmezustand". Um die Tradition der Eschenbacher Fußwallfahrt nach Gößweinstein aufrecht zu erhalten, legt Wallfahrtsführer Herbert Körper nach einem symbolischen Fußmarsch mit dem Stadtpfarrer ab Pottenstein ein Päckchen Gebetsanliegen von Wallfahrern auf dem Altar der Basilika nieder. Den Gottesdienst zelebriert Dekan Thomas Jeschner.

Eigentlich hätten am Wochenende zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit viele Wallfahrer aus Eschenbach und Umgebung in Gößweinstein sein wollen. Wie jedes Jahr wären sie auch 2020 in die Fränkische Schweiz gezogen, um im größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands Gott dem Vater, Sohn und Heiligen Geist zu huldigen. Und das zum 169. Mal.

Die Eschenbacher beginnen die Wallfahrt normalerweise am Samstagmorgen vor dem Dreifaltigkeitssonntag in Pegnitz. Nach der feierlichen Ankunft in Gößweinstein mit Begrüßung durch den Wallfahrtspriester, mit Andacht und Kreuzweg am Nachmittag machen sich die Pilger am Sonntag in aller Herrgotts früh nach einem Gottesdienst wieder zu Fuß in die Heimat auf. Immerhin legen sie dabei insgesamt mehr als 60 Kilometer zurück.

In diesem Jahr bot sich ein ungewohntes Bild. Die Wallfahrt konnte nicht wie gewohnt stattfinden. Wegen der Gefahr durch Corona mussten die Eschenbacher zuhause bleiben. Ganz ausfallen lassen wollten die Wallfahrt Herbert Körper und Stadtpfarrer Thomas Jeschner dennoch nicht. Ab der Kreuzbergkapelle mit Kreuzigungsgruppe in Pottenstein gingen beide gemeinsam die letzten 7 Kilometer zur Basilika nach Gößweinstein. Im Pilgerrucksack trug der Wallfahrtsführer wertvolles Gut. Herbert Körper hatte 15 Gebetsanliegen von Pilgern dabei. Der Anliegenzettel konnte im Vorfeld der Wallfahrt in einer in der Stadtpfarrkirche bereitgestellten Box eingeworfen werden.

In Gößweinstein begrüßte Wallfahrtsbetreuer Pater Witalis die Eschenbacher Delegation in der Basilika. Überrascht und erfreut zeigte sich der Franziskaner-Pater von der Treue der Eschenbacher, trotz widriger Umstände die Tradition der Fußwallfahrt nach Gößweinstein nicht zu unterbrechen. Als besonders symbolträchtig bezeichnete er die gute Idee, schriftliche Gebetsanliegen zu einem besonderen Ort der Dreifaltigkeit zu bringen. „Die Pilger aus Eschenbach sind die einzigen, die mit einem solchen Einfall glänzen“. Die weiteren Worte des Franziskaner-Paters galten dem Geheimnis der Heiligen Dreifaltigkeit und der Verkündigung im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Den Pilgern und der gesamten Pfarrei wünschte er die segensreiche Gnade der Heiligen Dreifaltigkeit.

Den folgenden Gottesdienst allein für die Eschenbacher Wallfahrer zelebrierte Stadtpfarrer Thomas Jeschner vor dem Gnadenbild im Altarraum des barocken Kirchenjuwels. Für den Seelsorger war die ungewöhnliche Situation in ungewöhnlichen Zeiten Anlass, die Heilige Dreifaltigkeit um Erhörung der Gebetsanliegen zu bitten. „Wer glaubt, ist nie allein“, betonte der Seelsorger im Rahmen der offiziellen Ablage der Gebetsanliegen durch den Wallfahrtsführer auf dem Altar der Basilika. Ein bewegender Moment für den langjährigen Organisator der Eschenbacher Gößweinsteinwallfahrt. Zudem lobte Jeschner die Bereitschaft von Herbert Körper, stellvertretend für alle Gößweinsteinwallfahrer die Idee der schriftlichen Gebetsanliegen umzusetzen.

Der Gottesdienst endete mit dem traditionellen Gebet zur Heiligen Dreifaltigkeit und zur Gottesmutter. Das Gebet endet mit den Worten: „O hl. Dreifaltigkeit, ich bitte dich, du wollest auch mir armen Sünder Gnade widerfahren lassen auf die Fürsprache der Gottesmutter. Um diese von dir zu erlangen, habe ich den Weg hierher gemacht, in der festen Hoffnung, du wirst durch deine Allmacht mich von meinen Nöten befreien, meine Anliegen erhören und meine Bitten mir gewähren. Amen“! Eine kurze Andacht vor der Mariengrotte ergänzte die symbolische Fußwallfahrt. Der Zufall wollte es, das drei weitere langjährige Wallfahrer/innen aus Eschenbach am Gottesdienst und der anschließenden Andacht teilnehmen konnten.

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