Eschenbach
27.01.2020 - 13:32 Uhr

Architekt Hans Bundscherer verstorben

„Architektur ist erstarrte Musik“, zeigte sich der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling überzeugt. Diesem Ideal folgte Hans Bundscherer nach, der im Alter von 90 Jahren für immer den Zeichenstift zur Seite legte.

Er verstarb am 21. Dezember im Seniorenheim seiner Geburtsstadt Kemnath.

Dem Besuch der dortigen Volksschule und der Mittelschule in Bayreuth schlossen sich die Ausbildung zum Schreiner sowie ein Studium der Architektur und der Innenarchitektur an der Fachhochschule Lemgo/Detmold an. Sein Wirken in Eschenbach begann 1956, als er erste berufliche Erfahrungen im Architekturbüro Stange erwarb.

1959 wagte Bundscherer den Schritt in die Selbstständigkeit und ging mit den Architekten Schneider und Zitzmann eine Sozietät ein. Fünf Jahre später eröffnete er sein eigenes Büro und erwarb 1967 das ehemalige Apothekeranwesen neben der Bergkirche, das er nach seinen eigenen Bedürfnissen umgestaltete.

Sein Wissen, sein Können und seine Erfahrungen stellte Bundscherer bei zahlreichen Großbauten unter Beweis. Dazu gehörten die Restaurierung von Kirchen, von Pfarr- und Jugendheimen, Hotels und Gaststätten, Gemeindezentren, Sparkassen und Raiffeisenbanken im ehemaligen Landkreis Eschenbach und darüber hinaus. Seine Handschrift hinterließ er auch an Schulen, Kindergärten und Industrieansiedlungen, wie bei der Firma Cherry in Auerbach. Dort war er 15 Jahre lang Hausarchitekt.

Verantwortlich war er zudem für den ersten Bauabschnitt des SOS-Kinderdorfes "Oberpfalz" in Immenreuth und für den Bau von 250 Wohneinheiten für Studenten in Weiden. Mit der Planung von Wohn- und Geschäftshäusern in Dresden, Leipzig und München war er ebenfalls betraut.

Stolz war Bundscherer stets auf die 20 Lehrlinge, die er ausgebildet hat. Aus deren Kreis gingen vier selbstständige Ingenieure und acht selbstständige Architekten hervor. In Zeiten der Hochkonjunktur verfügte sein Büro über 16 Mitarbeiter. Sohn Gerhard trat als Architekt und CAD-Fachmann in die Fußstapfen seines Vaters und war 15 Jahre in dessen Betrieb integriert, ehe er nach München wechselte.

Einen denkwürdigen Tag erlebte Bundscherer im August 1951. Bei einem Feuerwehrfest in Kulmain lernte er die Eschenbacherin Irene Rauch kennen und nahm sich vor: „Die oder keine wird meine Frau.“ Im August 1957 wurde in Eschenbach Hochzeit gefeiert. Irene Bundscherer, die sich im Immobiliengeschäft betätigte, verstarb bereits im Jahr 2014. Der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung beginnt am Donnerstag um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius.

 
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