(rn) Seit 1986 haben beim Verein für Deutsche Schäferhunde jährlich zwei Prüfungen einen besonderen Stellenwert. 14 örtliche und auswärtige Hundeführer, die ihren Vierbeinern eine artgerechte Ausbildung haben zukommen lassen, stellten sich dem Wertungsrichter Max Seidl aus Burglengenfeld, der in Eschenbach bereits über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügt. Die versammelten Hundeführer bedauerten seinen Entschluss, aus Altersgründen seine Tätigkeit als Richter einzustellen.
Den Auftakt des Prüfungszeremoniells nach den Vorgaben der Internationalen Prüfungsordnung IPO bildete die Fährtenarbeit. Die 1200 Meter lange Strecke führte über Äcker, Wiesen und Wege in der Tremmersdorfer und Haselbrunner Flur. Die Hunde mussten verschiedene "verlorene" Gegenstände finden. Erschwerend wirkte sich relativ hohes Gras aus, das an den Spürsinn der Hunde besondere Anforderungen stellte. Es folgten die Gehorsamsprüfung, auch Unterordnung genannt, und für Tiere mit höherer Prüfungsstufe noch der Schutzdienst mit Stellen und Verbellen, Überfall und Mutprobe sowie Flucht und Abwehr. Bei jeder Wertung waren 100 Punkte zu erreichen.
Mit 287 von 300 möglichen Punkten sicherte sich Jana Borowitz aus Schnaittach (vorzüglich) mit ihrer "Itchy del Lupo Nero" den Tagessieg bei der jüngsten Prüfung des Schäferhundevereins. In der Gesamtwertung folgten der Tagesbesten Manfred Kausler mit "Konrad von der Gewürzwiese" und 277 Punkten (sehr gut) und knapp dahinter mit 276 Punkten Johann Grüner (Freihung) mit 276 Punkten (sehr gut). Günther Hanschke (Fürth) mit "Gildo von der kleinen Birke" reichten 259 Punkte noch für ein "Gut".
Der Begleithundeprüfung stellten sich erfolgreich Miriam Müller (Georgenberg) mit "Freedom's Ben", Christina Bonkoss (Weiden) mit "Lenny", Eva Rothballer (Weiden) mit "Basko", Stefanie Siegler (Schwarzenbach) mit "A-Balko vom Haus Pürkner" und Alexandra Heinrich (Eschenbach) mit "Xenia". Die Hunde hatten sich im Prüfungsfach "Unterordnung" zu beweisen und mussten Verkehrssicherheit zeigen.
Getestet wurden unter anderem die Reaktionen bei der Begegnung mit Fußgängern und Radfahrern. Zusätzlich hatten sie eine Sachkundeprüfung mit Allgemeinwissen über Hund und Hundesport abzulegen. Nur zum schriftlichen Sachkunde-nachweis waren die beiden Eschenbacher Jugendlichen Nicole Lehner und Christina Siegler angetreten. Er ist Teil der Begleithundeprüfung. Für Kinder und Jugendliche hat die Prüfung den Stellenwert eines "Hundeführerscheins". "Die Jugendlichen haben's hervorragend gemacht", bescheinigte ihnen Seidl.
Die Ergebnisse der IPO-Prüfungen hatte Seidl bereits unmittelbar nach den einzelnen Prüfungsteilen bekanntgegeben und kommentiert. Seiner Aussage "Leistungsrichter kommen nicht um zu urteilen, sondern die Leistungen von Hundeführer und Hund zu prüfen", fügte er zur Besänftigung von zwei Hundeführern hinzu: "Wenn der Hund wegen Krankheit oder Verletzung eine Leistung verweigert, hat der Führer keine Chance."
Prüfungsleiterin Vanessa Kausler dankte den Schutzdiensthelfern Werner Blüml und Jürgen Schneider und den Fährtenlegern Werner Blüml und Stefan Bunke für deren Beiträge zum Gelingen der Prüfung. Dank sagte sie auch den Landwirten der beanspruchten Fluren.
Eschenbach
15.06.2018 - 15:54 Uhr
Bellen, folgen und Fährten folgen
von Walther Hermann
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